Dienstag , 27. Oktober 2020

Dichter Nebel und dicke Luft

„Ein rauschendes Eishockey-Fest hatten sich 1600 Fans versprochen – doch der Zweitliga-Schlager zwischen dem Hamburger SV und dem Adendorfer EC endete gestern Abend mit einem Flop: Dichter Nebel sorgte in der 31. Minute für einen Spielabbruch.“ So begann der Bericht, der vor 25 Jahren in der LZ erschien, über ein Eishockeyspiel der kuriosen Sorte.

1000 Adendorfer Fans waren mit ins offene Stellinger Eisstadion gereist und erlebten einen Abend, den sie so schnell nicht vergessen sollten. Erst begann das Spiel mit Verzögerung. „Die HSV-Verantwortlichen hatten vergessen, für die Befestigung der Tore Löcher ins Eis zu bohren“, wie die LZ berichtete. Kaum ging das Spiel los, „verwandelte sich die Eisfläche zusehends in eine Waschküche“. Dreimal wurde unterbrochen, weil die Tore von der Mittellinie nicht mehr zu sehen waren. Die Schiris forderten beide Mannschaften auf, gemeinsame Runden zu drehen, um die Nebelschwaden zu vertreiben.

Auch im zweiten Drittel wurde das Spiel wegen irregulärer Bedingungen mehrfach unterbrochen. Am gemeinsamen Rundendrehen wollten sich die Adendorfer Spieler aber nicht mehr beteiligen, weil sie es „peinlich und lächerlich“ fanden, so Kapitän Niere. In der 31. Minute war beim Stand von 3:1 für den HSV endgültig Schluss. „Man hätte weiterspielen können“, fand HSV-Trainer Jahnelt. Für AEC-Trainer Pyle dagegen „hätte der Abbruch viel früher kommen müssen. Ich konnte meine Mannschaft nicht dirigieren, weil ich sie nicht sehen konnte.“

Dicke Luft herrschte auch nach dem Abbruch noch beim AEC, der ganz schwach gespielt hatte: „Die erste und zweite Reihe sind faul“, stellte Pyle fest. „Sie haben keine Lust, obwohl sie Profis sind.“ Draußen vor der Halle höhnten die AEC-Fans gegenüber den HSV-Anhängern: „Wir haben eine Halle und ihr nicht!“ Solche Sprüche würden sie sich heute nach den jüngsten Erfahrungen in der Adendorfer Halle wohl verkneifen…

Von Frank Lübberstedt