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Karina Westphal (M.) möchte den Spaß am Laufen gern weitergeben. Foto: t & w

Schlechtes Wetter macht stärker

Auf mancher Geburtstagsfeier sind Gäste zu fortgeschrittener Stunde schon einmal auf dumme Ideen gekommen. Zum Beispiel anzukündigen, dass man beim Fünf-Seen-Lauf in Schwerin mitmacht – und das ohne jegliche Erfahrung. Karina Westphal hat nicht nur diese schwere Runde geschafft, sondern ist auch dabeigeblieben. Und gehört jetzt zu den Aktivposten im Lauftreff des TSV Gellersen, der am kommenden Sonntag, 4. November, zum Herbstlauf nach Westergellersen lädt.

Es ist kalt und windig, nieselt sich zudem ein bisschen ein an diesem Abend beim Lauftreff. „Wenn du etwas erreichen willst, dann macht dich dieses schlechte Wetter nur stärker“, sagt Karina Westphal. Die 53-jährige Reppenstedterin denkt dabei aber weniger an ihre eigene Form. „Wir brauchen unbedingt neue Leute“, sagt sie und bietet daher donnerstags ab 18 Uhr in Kirchgellersen eine Runde über fünf bis sieben Kilomter für Neu- und Wiedereinsteiger an: „Einige schauten nur ein-, zweimal vorbei und dann nie wieder.“

Dabei bietet Karina Westphal einen durchaus sanften Einstieg an, übertreibt es nicht mit dem Tempo. An ihre ersten Schritte vor mittlerweile zwölf Jahren kann sie sich noch gut erinnern. Kaum hatte sie mit dem Laufsport begonnen, „wurde ich schon gefragt, wann ich denn meinen ersten Marathon laufe“. Sechs hat sie mittlerweile geschafft. Den schnellsten in beachtlichen 3:40 Stunden, den entspanntesten in Médoc, wo es Wein der Region an den Verpflegungsstellen gibt und eine Zeit unter fünf bis sechs Stunden als verpönt gilt.

Sportlicher Ehrgeiz und Spaß schließen sich für Karina Westphal ohnehin nicht aus. Eigentlich ist sie beim Herbstlauf vor allem als Helferin im Organisations-Team von Ria Salig eingeplant, einmal lief sie aber doch mit, weil sie noch ein paar Punkte für den Altersklassen-Sieg im Salah-Cup benötigte. Sie wurde in diesem Sommer durch ihren Rücken ein wenig ausgebremst, hat daher nach dem Thomasburger Junkernhoflauf im April keinen Volkslauf mehr in der Region bestreiten können.

Aber die Reppenstedterin, die kein Auto besitzt und auch an diesem Abend auf dem Fahrrad dem heftigen Gegenwind bei der Anfahrt bis Kirchgellersen getrotzt hat, liebt es einfach, sich in einer Gruppe an der frischen Luft zu bewegen. Die Gellerser Läuferinnen und Läufer reisen gemeinsam zum Beispiel zum Hamburg-Marathon oder zum Lauf „Zwischen den Meeren“ von der schleswig-holsteinischen Nord- bis zur Ostseeküste.

Am Sonntag wird Karina Westphal wieder anpacken, wo es nötig ist, zum Beispiel bei der Anmeldung und der Ausgabe der Startnummern. Und sie warnt Westergellersen-Neulinge davor, das Rennen allzu schnell anzugehen. Denn: „Die Runde wird am Ende ganz schön anspruchsvoll.“

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