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Beim FC Dynamo wird der Ball heute Abend nicht rollen. Foto: be

Dynamo – Handorf abgesetzt

Aus Sicherheitsgründen ist die für Freitag Abend angesetzte Partie der 2. Fußball-Kreisklasse zwischen Dynamo Lüneburg und dem MTV Handorf vom NFV-Kreis Heide-Wendland abgesetzt worden. In Handorf hatten in der vergangenen Woche drei Kinder des NPD-Funktionärs Manfred Börm ihre Posten als Jugendtrainer abgegeben. Da ein Sohn weiter für die Handorfer Fußballer aktiv sein wollte, hatten der Kreisverband und der Gästeverein eine Gefährdungslage durch Demonstrationen der Antifa befürchtet.

„Wir distanzieren uns von jeglichem fremdenfeindlichen Gedankengut“, hatte der MTV Handorf auf seiner Homepage erklärt. Aus Vorstandskreisen heißt es jetzt: „Wir werden niemanden vorverurteilen. Wir werden unseren Weg weiter mit allen Mitgliedern beschreiten.“ Als Expertin steht auch Angelika Ribler, Referatsleiterin der Sportjugend Hessen, dem Verein zur Seite. „Die machen schon enorme Sprünge“, lobt sie den MTV nach einem ersten Kontakt.

Es gab am Mittwochabend in Handorf ein Gespräch mit Vertretern des Fußballkreises, in dem die Handorfer vor allem um mehr Zeit für den Umgang mit rechtsradikalen Tendenzen innerhalb des Vereins baten. „Wir starten nun in einen gemeinsamen Beratungsprozess, um uns auf der Basis unseres Grundgesetzes und den Menschenrechten, für Demokratie, für Menschenwürde, gegen Rassismus und Diskriminierung mit unseren demokratischen Werten auseinanderzusetzen und festzustellen, was das genau für unseren Verein heißt“, heißt es jetzt auf der MTV-Homepage. Man strebe eine „ernste, aber positive Streitkultur“ an.

Dynamo-Chef Jens Niemann hat kein Verständnis für die Absetzung: „Meine Empfehlung an Handorf war, sich konsequent von den Rechten zu trennen.“

Hier die gesamte Erklärung des MTV Handorf im Wortlaut: https://www.mtvhandorf.de/cms15/index.php

 

5 Kommentare

  1. Das eine Linksradikale Truppe wie die Antifa jetzt Einfluss nehmen will wer Fußball spielen darf und wer nicht ist schon ein starkes Stück. Wenn der Sport nicht genutzt wird um politisch zu agitieren sollte er sich auch nicht um die private Meinung seiner Teilnehmer kümmern. Wir haben in unserem Großverein alles dabei, vom stark nationalistischen Türken, Clanmitglied, Putinversteher, Assadanhänger, Trump Bewunderer bis zum Kommunisten, Antifa Mitglied, Antiisraeli und Deutsch Nationalen. Nach neuer Lesart müssten wir diese Menschen alle auskehren, dabei ist es gerade das Vereinsleben, dass diese Vielfalt zusammenbringt und diese als Menschen näher bringt, unabhängig ihrer ideologischen oder sonstigen Ausrichtung und Herkunft.
    Sollte jedoch politisch agitiert werden, kann bzw. sollte natürlich eingeschritten werden. Ein aktuelles Beispiel dafür ist gerade das militärische Salutieren, um den Völkerechtswidrigen Einmarsch der Türkei in Syrien zu beklatschen oder wenn Spieler den Sport verweigern, weil beim Gegner Spieler mit anderer religiöser oder ethnischer Ausrichtung spielen etc.
    Das Ausgrenzen, das aber jetzt gerade in Handorf passiert und auch noch Menschen außerhalb des Vereins Druck ausüben gegen einzelne und eventuell noch über andere Menschen abstimmen zu lassen ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten und eigentlich nur aus Menschenverabscheuenden Systemen bekannt. Vielleicht sollte sich mal intensiver mit den Initiatoren solcher Aktionen befasst werden. Ich hoffe jedenfalls, das solche Menschen keine Macht in diesem Land erhalten.

  2. Wenn der MTV Handorf sich nicht von ihren NPD-Mitgliedern und dessen Familien-Angehörigen trennt,sollte man Ernsthaft über einen Ausschluss nachdenken. Wir reden hier von einem NPD-Funktionär der Aktiv und gezielt Menschen verurteilt aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Sprache. Dabei ist der Fußball genau das alles was der NPD ein Dorn im Auge ist. Fußball ist multikulturelle. Fußball integriert. Für Fußball bedarf es keine Sprache. Und wenn wir eins vermeiden wollen,dann ist es Politik im Fußball. Allerdings wenn es einen oder mehrer Vertreter einer rechtsextreme Partei in deinem Sportverein gibt, musst du dir immer Klar sein, hier Arbeiten Menschen die andere Menschen verurteilen,angreifen und sogar töten aufgrund ihrer Herkunft und ihres Glaubens. Und hier gibt es nur eine Konsequenz. Handorf sollte sich SOFORT von allen beteiligten trennen. Ansonsten muss der Verein mit den Konsequenz rechnen die jetzt durch die Medien publik werden..

    • So ist es 😰. Und ich kenne in unserem Dorfverein 2 aktive Spieler, (gibt bestimmt noch mehr) die sich im Juli 2017 vom Training und Spiel haben freistellen lassen um Hamburg in Schutt und Asche zu legen. Was machen wir eigentlich mit diesen Kameraden ?

      • Ingoh, mein Schatz, wenn Du Dich im kommenden Sommer von Deinem Trainer freistellen lässt, um SVE Lüneburger Oberliga-Frauen auzubuhen und deren Umkleidekabine in Schutt und Asche zu legen, dann geht das niemanden etwas an, — solange Dir nicht nachgewiesen werden kann, dass Du das Gesetz gebrochen hast, weil Du – tatsächlich – zum Beispiel am Brandschatzen beteiligt gewesen bist.

        Und solange Du, liebster Ingoh, nicht beweisen kannst, dass Deine beiden „Kameraden“, die – vielleicht – am 7. und 8. Juli 2017 anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg von ihrem durch das Grundgesetz garantierten Recht zur Teilnahme an einer Demonstration Gebrauch gemacht haben, – tatsächlich – daran beteiligt waren „Hamburg in Schutt und Asche zu legen“, — solange, Ingo, bist Du nichts weiter als ein kleiner, in Deine boshaften Vorurteile und pauschalisierenden Voreingenommenheiten verknoteter Denunziant und Schwatzheini 😰.

  3. Hansa-Dribblanski

    Hallo Klaus,

    ein guter, sachlicher und mutiger Artikel zum Thema und ein nüchtern argumentierender Kommentar darunter stammen vom LZ-Sportredakteur Andreas Safft:

    https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2634357-rechtsaussen-im-abseits

    Wir haben es im Handorfer Fall eben NICHT mit ALLEN extremistischen Weltanschauungen zu tun, sondern NUR mit EINER, allerdings mit einer besonders aggressiven und für ihre Sache (auch unter Kindern) aktiv werbenden.

    Es geht also nicht um Gesinnungsschnüffelei oder um den Ausschluss von Menschen, die mit ihren politischen Ideen im außerpolitischen (sportlichen) Bereich an sich halten (können), sondern um den Umgang mit solchen, die das nicht tun – und die zugleich für Kinder und Jugendliche Vorbild zu sein beanspruchen (müssen).

    Opfer-Phrasen der folgenden Art zu unterschreiben, halte ich daher nicht für angebracht: „Politische Aktivitäten im nationalen Bereich werden vom heute herrschenden System kriminalisiert (…). Ich persönlich habe mir nichts vorzuwerfen und subjektive Angriffe von den Massenmedien bin ich und sind wir gewohnt.“ (https://www.cellesche-zeitung.de/Celle/Aus-der-Stadt/Celle-Stadt/NPD-schickt-vorbestraften-Direktkandidaten-ins-Rennen)

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