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Die Heitec Volleys Eltmann waren gerade erst bei der SVG Lüneburg zu Gast. Foto: be

Eltmann meldet Insolvenz an

Überraschende Meldung aus der Volleyball-Bundesliga: Die Heitec Volleys Eltmann, die am vergangenen Wochenende in der Gellersenhalle zu Gast waren, haben die Liga darüber informiert, dass die den Spielbetrieb bestreitende Eltmann Volleys GmbH am kommenden Montag beim Amtsgericht Bamberg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen wird.

Die Liga zeigte sich überrascht. Denn im Lizenzierungsverfahren habe der Aufsteiger weitergehende Auflagen erfüllen müssen und im letzten turnusgemäßen Quartalsgespräch vom 31. Oktober sei der Liga vom Verein keine wirtschaftliche Schieflage signalisiert worden.

„Die sportlichen Auswirkungen lassen sich erst abschließend beurteilen, wenn entschieden ist, ob die Mannschaft den Spielbetrieb fortführen wird bzw. wann sie ggf. aus dem laufenden Spielbetrieb ausscheiden wird – sei es durch die Rückgabe oder den Entzug der Lizenz“, heißt es in einer Pressemitteilung der Liga. VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung: „Gemeinsam mit den HEITEC Volleys Eltmann und dem zu bestellenden Insolvenzverwalter wird die Volleyball-Bundesliga nun genau prüfen, ob und wenn ja in welcher Form eine Weiterführung des Spielbetriebs möglich und sinnvoll ist.“

Das für den morgigen Samstag angesetzte Spiel gegen Bühl wird von der Brose Arena Bamberg in die Georg-Schäfer-Sporthalle Eltmann verlegt.

20 Kommentare

  1. Was, wenn es Herrn Bahlburgs SVG-Spielbetriebs GmbH demnächst genauso geht?

    Die SW1.News schreiben wörtlich:

    „Spätestens jetzt ist klar, dass sich der Umzug von der kleinen Halle in die riesige und meist ziemlich leere Arena nicht ausgezahlt hat.

    Die Volleyball Bundesliga ist von diesem Schritt überrascht. Im Zuge des Lizenzierungsverfahrens hatte der Aufsteiger weitergehende Auflagen zu erfüllen, musste frühzeitig Sponsoringerlöse nachweisen, eine Personalkostenauflage beachten und hatte quartalsweise seine Betriebswirtschaftliche Auswertung offenzulegen. Im letzten turnusgemäßen Quartalsgespräch vom 31.10.2019 wurde der Volleyball Bundesliga durch den Verein keine wirtschaftliche Schieflage signalisiert.“

    Quelle: https://in-und-um-schweinfurt.de/sport/naht-schon-wieder-das-aus-fuer-volleyball-bundesliga-in-eltmann-und-bamberg/

  2. Hallo Peter.
    Das Risiko war da, ist da und wird immer da sein.
    Hat auch niemand anders behauptet.
    Eltmann hat, soweit es die Berichte hergeben, grob falsch kalkuliert und Gelder aus meiner Sicht auch nicht genug in Kommunikation/Werbung eingesetzt, um die Arena mit 6000 Sitzplätzen und der örtlichen Verlagerung von knapp 30km zu füllen. Es gibt Unterschiede zwischen Eltmann und der SVG.
    Herausforderungen sind da, dass weiss auch jeder.
    Die Chance für Lüneburg mit Spitzensport und mit guten Veranstaltungen für sich zu werben sind dennoch gut.

    Btw. Was für ein Spiel gegen die AlpenVolleys. Zwar verloren, aber das wird als ein episches Spiel in Erinnerung bleiben.
    Ein Satz bis 50:48 – Respekt vor der Mannschaft

    • Sinnvoller wäre es gewesen, eine Halle und ein Stadion als erste Elemente in einen baulich entwicklungsfähigen Sportwaldpark zu setzen, der (anders als die enge Miniaturparzelle an der Lüner Rennbahn) nicht nur über adäquate Zuwegungen und Parkflächen verfügt, sondern auf mittlere Sicht durch weitere Anlagen auch über einen hohen Freizeitwert für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises gesorgt hätte. Die Arena ist ein Multimillionengrab auf einem ungeeigneten Grundstück ohne erkennbaren Gemeinwohlnutzen. Kostenexplosion und mangelhaftes Nachdenken im Vorfeld sind die Themen, die im Zusammenhang damit seit drei Jahren durch die Medien des Landes schwappen. Das ist grelle Negativwerbung für Lüneburg, die dort anknüpft, wo der „Libeskind-Bau“ gute zehn Jahre lang europaweit „Finanzierungs-Chaos“ und „Planungs-Trauerspiel“ kommuniziert hatte.

      Richtig, das war ein tolles Spiel der SV-Gellersen gegen die AlpenVolleys. Aber dafür kann man sich leider nichts kaufen. Auch die Heitec Volleys Eltmann haben viele großartige Partien abgeliefert und sind trotzdem innerhalb von vier Wochen in die Zahlungsunfähigkeit geschliddert. Was soll Lüneburg mit einer überdimensionierten Halle zwischen MediaMarkt und Tofu Town anfangen, wenn die Besucher wegbleiben, weil sie kaum hingelangen und ohnehin nichts für sie geboten wird?

  3. Moin Peter
    Dass Bundesliga-Volleyball in einer Mittelstadt mit ähnlichem Setting funktioniert zeigen Bühl, Rottenburg, Düren, Münster, Suhl, Schwerin.
    Klar ist Kritisieren einfacher als Machen.
    Die Anreise an Spieltagen wird funktionieren. Feste Stellplätze knapp 100 in Reppenstedt, gut 250 auf dem neuen Gelände. ca. 100 an der Straße (derzeit vorhanden), dann eine Busverbindung, Fahrradstellplätze und wahrscheinlich noch Kooperationen mit ansässigen Firmen.
    Alles weitere was Sie angesprochen haben, ist sicher im Blog JJ… aufgehoben.

    • Torben,

      mit summa summarum 100 Millionen Euro aus der öffentlichen Kasse im Rucksack ist Machen gar nicht so schwierig. Ich finde es einfach schade, dass die megateure Mickermöglichkeit zum Wohle ganz weniger angegangen wurde und nicht (höchstwahrscheinlich für weit weniger Geld) die gemeinwohldienliche Lösung mit Halle UND Stadion realisiert worden ist, über die der Lüneburger Oberbürgermeister noch auf der gemeinsamen Sitzung der Sportausschüsse des Landkreises Lüneburg und der Hansestadt Lüneburg am Donnerstag, den 12. Mai 2016 im Kasino Lüneburg, Hans-Heinrich-Stelljes-Str. 57, völlig richtig sagte: „Es wird eine ligataugliche Sportanlage geplant, die für alle Vereine vorgesehen ist. Der Standort Bardowick wird im Moment favorisiert, da er die größeren Veränderungs- und Ausbauvarianten ermöglicht.“

      Siehe auch: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/328244-lueneburger-sk-bardowick-ist-favorit-fuer-stadion-bau

  4. Moin, Torben,

    dass Bundesliga-Volleyball in einer Mittelstadt mit ähnlichem Setting wie Lüneburg NICHT funktioniert, zeigen ungezählte Beispiele, von denen hier nur ein ganz kleiner Ausriss folgt:

    23. März 2009: Der VC Leipzig meldete nach der Saison 2008/09 Insolvenz an. Der Verein, der bis 2009 in der Volleyball-Bundesliga spielte, entstand im Sommer 2006 aus dem Zusammenschluss des VV Leipzig mit dem VC Markranstädt.

    21. März 2012 Volleyball-Bundesligist SV Sinsheim meldet Insolvenz an.Der SV Sinsheim ist ein Sportverein aus Baden-Württemberg. Bekannt ist der Verein durch seine Volleyball-Frauen, die in der 1. Bundesliga spielten. 2011/12 traten die Volleyballerinnen unter dem Namen Envacom Volleys Sinsheim an und mussten nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga die Insolvenz anmelden.

    27. April 2013: Der Vorstand des Bundesliga-Volleyballclubs Wiesbaden stellt Antrag auf Insolvenz. Von der drohenden Zahlungsunfähigkeit ist allerdings allein die Profi-Spielbetriebs-Gesellschaft VC Wiesbaden GmbH & Co. KG betroffen. Die Amateure können sorglos weiterspielen.

    7. Januar 2017: Der Volleyball-Bundesligist TV Bühl war schwer verschuldet und stand vor der Insolvenz. Dieses aber wendeten ein umtriebiger Manager und spendierfreudige Fans ab. Am 18. Oktober 2018 konnte das am 7. November 2016 eröffnete Insolvenzverfahren aufgehoben werden.

    20. Dezember 2019: Die Heitec Volleys Eltmann stehen vor dem finanziellen Ruin. Der Bundesligist leitet ein Insolvenzverfahren ein und überrascht damit die Liga.

    Die erste Volleyball-Bundesliga der Herren hat in den vergangenen fünf Saisons keinen regulären, sportlichen Absteiger gehabt, da jedes Jahr mindestens ein Team Pleite ging. Mit Moers, Bottrop, Dresden, Coburg, Wuppertal, Mitteldeutschland sind nur sechs Teams genannt, für die es am Ende zu einem bitteren, teuren Ende kam im Bundesligavolleyball.

    • Moin Sigurd,
      die Aussage, dass in den letzten 5 Jahren mindestens 1 Team pro Saison pleite gegangen wäre, ist nicht korrekt.
      Coburg stand in der Saison 2015/16 nach hohen Punktabzügen für wiederholte Verstöße gegen Lizensierungsauflagen früh als Absteiger fest und hat erst danach Bankrott angemeldet. Am Ende der gleichen Saison hat auch der Mitteldeutscher VC seine Mannschaft zurückgezogen, war aber nicht bankrott, ebenso wie Solingen zwei Jahre später.
      Die übrigen genannten Fälle haben sich 2014 oder früher ereignet – also in einem Zeitraum, in dem die Volleyball Bundesliga den berüchtigten, aber notwendigen Masterplan installierte.

      • Moin Alex,

        das Ausscheiden wegen Geldproblemen kann man „Pleite“ nennen, auch wenn nicht in jedem Fall ein Insolvenzverfahren eingeleitet wird. Die Frage bleibt außerdem, wie Lüneburger Oberbürgermeister und Landrat eigentlich dazu kamen, den Vertretungen von Stadt und Kreis (OHNE valide Zahlen der Zuschauerentwicklung zu kennen, OHNE eine professionelle Bedarfsanalyse, OHNE ein Verkehrskonzept, OHNE eine haltbare, empirisch gestützte Medienresonanzanalyse, OHNE erkennbaren Gemeinwohlnutzen UND unter Zuhilfenahme von teilweise gravierenden Falschinformationen) die Beschlüsse für den Bau eines fiskalischen Himmelfahrtskommandos mit dem Namen „Arena“ abzunötigen.

        Dazu mehr bei Jenckel im Blog ab hier: https://blog-jj.com/2019/12/16/bericht-im-kreistag-alles-im-zeitplan-auf-der-arena-baustelle/#comment-8779

  5. Irgendwie scheint die VBL eine einzigartige Ansammlung von Träumen und Spinnen zu sein:

    https://unitedvolleys.de/de/2019/09/united-volleys-wollen-in-thedome/:

    Der aktuelle Zuschauerschnitt in der 5.000 Zuschauer fassenden Fraport Arena beträgt 802.

    https://www.volleyball-bundesliga.de/cms/home/1blm/1blm_scoresstats/1blm_tabelle/1blm_kreuztabelle.xhtml

    Da macht ein Umzug in einen 23.000-Plätze-Dome so richtig Sinn. Und spätestens wenn das Finanzamt das finanzielle Engagement von „Investor“ Krick als Liebhaberei einstuft und die Verluste damit nicht abzugsfähig sind,
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liebhaberei

    wird das Projekt United Volleys Frankfurt traurige Geschichte sein.

    • Hi Jo,
      Die UnitedVolleys wollen ihre Heimat im Komplex „The Dome“ finden und zwar im sog. Forum.
      Diese Dreifach-Sporthalle soll 3.000 Sitzplätze erhalten.

      Ja, und sie träumen auch Mal davon ein Volleyballevent in der Großen Arena ausrichten zu können.

      • Zorroh Leandros

        Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn
        und dann werden tausend Märchen wahr.

        https://www.youtube.com/watch?v=xp6l59mZojM

        • Hi Torben,
          im verlinkten Artikel steht’s etwas anders.

          Gestern fand, wie du weißt, für die Volleyball-Männer das „Endspiel“ um die Olympia-Teilnahme statt. Die Berliner Max-Schmeling-Halle war mit ca. 4200 Zuschauern etwa zur Hälfte gefüllt. So wie bei sehr gut besuchten Spielen der Recycling Volleys auch. Obwohl die in den letzten Jahren immer Deutscher Meister waren, ziehen sie nur ungefähr die Hälfte an Zuschauern wie die Bundesliga-Handball-Füchse, die noch nie Meister waren.

          In Sport1 hatte das Spiel 217.000 Zuschauer.

          Aber selbstverständlich wird Volleyball in Deutschland einen enormen Aufschwung nehmen, wenn erstmal die Arena Lüneburger Land steht.

          Weiterhin schöne Träume!

          • Am 1. Januar 2019 wurde die Bevölkerung der Europäischen Union (EU) auf beinahe 513,5 Millionen Menschen geschätzt. Mit 83,0 Millionen Einwohnern (= 16,2% der EU) ist Deutschland der bevölkerungsreichste Mitgliedstaat.

            Da ist das Fan-Potential mit 4.200 Live- und 217.000 Fernseh-Zuschauern beim „Endspiel“ der Volleyball-Männer gegen Frankreich um die (leider verpasste) Olympia-Teilnahme natürlich noch nicht voll ausgereizt.

            Als der LSK vor 40 Jahren in Bergedorf in die Fußball-Oberliga (die damalige Dritte Liga) aufgestiegen ist („Wagnerfestspiele“), war die Resonanz größer.

            Ich denke aber auch, der Bahlburg-Masterplan und die Hoppe-Arena werden den Europäischen Spitzensport ganz weit nach vorne bringen!

          • Spitzenrandsportbegeisterter

            Auf der Seite des europäischen Volleyballverbandes CEV finde ich die Zahl 6577 Zuschauer beim Finale um die Olympiaqualifikation in Berlin, was ich immer noch nicht überwältigend finde, aber doch erheblich mehr als die von Ihnen ins Forum geworfenen 4.200 ist. An den sechs Turniertagen blieb die Zuschauerresonanz allerdings hinter den Erwartungen zurück.

          • 14. Januar 2020 at 19:36

            Da bin ich, dann einem Irrtum aufgesessen.

          • Und ich als jo bembel-Papagei ebenfalls.

            Aber richtig, 6.577 Zuschauer beim Finale Deutschland vs Frankreich um die Olympiaqualifikation in Berlin sind auch nicht sehr viel besser als 4.200.

            In Wilschenbruch und Bergedorf standen am 14. und am 17. Juni 1980 bei den Aufstiegsspielen gegen den VfR Neumünster (4:3 für den LSK) und Bergedorf 85 (1:0 für den LSK) jeweils über 10.000 Fans an den Banden.

  6. Hi Jo,
    Im verlinkten Artikel steht, dass sie Highlight-Spiel in der großen Arena spielen möchten. Und dass die anderen im Forum ausgetragen werden sollen. Sprich: solange nicht deutlich mehr als 3000 kommen, wollen sie im Forum spielen.
    Der Projektname des Komplexes heißt „The Dome“. Und auch klar, dass sie damit Aufmerksamkeit schaffen wollen. Warum auch nicht. Marketing gehört dazu.
    Ja, der Volleyball ist um den Faktor 10 kleiner als Basketball und Handball. Auch nichts Neues. Aber warum kann er nicht wachsen? In Berlin starteten sie auch klein und sind deutlich gewachsen.
    Find ich gut, dass auch Du denkst, dass die SVG an den europäischen CEV-Wettbewerben, wenn die Arena steht, teilnehmen wird. Gerne können wir beim Bier oder Cola darüber weiter philosophieren. 1.2. CU-Arena?

  7. Als würde die SVG nach zwei Jahren in der überdimensionierten Schlachthof-Arena ohne Andreas Bahlburg in die Gellersen-Halle zurückschleichen:

    Die Volleys Eltmann stellen sich auf der Führungsebene für das Insolvenzverfahren neu auf. Der bisherige Manager des Volleyball-Bundesligisten, Rolf Werner, hat laut Mitteilung vom Dienstag den Rückzug aus seiner ehrenamtlichen Funktion für die Lizenzierung erklärt. Gleichzeitig stellt er auch sein Amt als Vorsitzender der Spielbetriebs-GmbH zur Verfügung. Seine Aufgaben übernimmt Manohar Faupel, der im September nach Eltmann gekommen war.

    Die Volleys nehmen zunächst weiter am Spielbetrieb der höchsten deutschen Volleyballliga teil. Über den Erhalt der Lizenz – und damit den weiteren Verbleib in der Liga – will die Volleyball-Bundesliga (VBL) am 24. Januar entscheiden. Auf jeden Fall sollen die nächsten Partien bei den United Volleys Frankfurt (19. Januar) und zu Hause gegen den VfB Friedrichshafen (22. Januar) stattfinden. Allerdings zieht der Bundesligist für seine künftigen Heimspiele von der Brose Arena Bamberg in die Georg-Schäfer-Sporthalle in Eltmann um.

    https://www.sueddeutsche.de/sport/volleyball-fuehrungswechsel-bei-eltmann-1.4756714

    „Über den Erhalt der Lizenz – und damit den weiteren Verbleib in der Liga – will die Volleyball-Bundesliga (VBL) am 24. Januar entscheiden.“ Das wird spannend 🙃 Über den Ausgang sind Voraussagen natürlich noch völlig unmöglich 😂