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SVG-Boss Andreas Bahlburg muss bei den Planungen für die nächste Saison eng kalkulieren. Foto: be

SVG will den Kader verkleinern

Die aktuelle Saison der Volleyball-Bundesliga (VBL) ist wegen Corona längst abgebrochen – und die kommende vielerorts mit dicken Fragezeichen versehen. „Unsere Sponsoren stehen hinter uns, die haben uns Rückendeckung gegeben“, vermeldet Andreas Bahlburg, Geschäftsführer der SVG Lüneburg, erleichtert. Aber: „Auch wir werden den Gürtel enger schnallen müssen.“

Es ist zurzeit nicht angesagt und kaum möglich, Geldgeber zu halten oder zu gewinnen oder Verhandlungen mit Spielern zu führen. Dem trägt auch die VBL Rechnung, indem sie die Frist für den Lizenzantrag vom 15. April auf den 15. Mai und für die wirtschaftliche Lizenzierung auf den 1. Juni verschoben hat. Bahlburg trug die Entscheidung mit, „um Dampf aus dem Kessel zu nehmen“.

Denn die Bundesligisten plagen nicht nur Zukunftssorgen, sondern auch die Folgen des Saisonabbruchs, durch den Zuschauer- und TV-Einnahmen wegbrechen. Bahlburg spricht von einem „Verlust im mittleren fünfstelligen Bereich“. Die Erstklassigkeit hat sich so für das insolvente Bundesliga-Schlusslicht Eltmann höchstwahrscheinlich ebenso erledigt wie für Zweitligist Moers. Inklusive Aufrücker VCO Berlin würde die künftige Liga im Augenblick wieder zwölf Teams umfassen – wenn denn alle den Frühling überstehen. Vor allem bei den United Volleys Frankfurt und den AlpenVolleys Haching, die jeweils mit großem finanziellen Aufwand zum Angriff auf die Spitze geblasen hatten, wurden zuletzt sehr nachdenkliche Töne angeschlagen.

Die SVG geht vielleicht nur mit einem Zehner- oder Elferkader in die nächste Saison, setzt auf Akteure, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind, und stockt bei Bedarf auf, verrät Bahlburg. Sechs Spieler besitzen einen Vertrag auch für die kommende Saison: Kapitän Viktor Lindberg, Tyler Koslowsky, Florian Krage, Jannik Pörner, Michel Schlien und Leo Durkin. Normalerweise steht irgendwann im April das Gerüst des Teams für die kommende Saison. Diesmal wird es wohl deutlich später überhaupt erst aufgebaut.

20 Kommentare

  1. „Die SVG geht vielleicht nur mit einem Zehner- oder Elferkader in die nächste Saison“?

    Wann wird es eine „nächste Saison“ geben? Doch wohl kaum vor Oktober 2021. Oder?

  2. Weltmeisterschaft der Rope Skipper abgesagt. Fußball EM – vielleicht – in eineinhalb Jahren. Olympische Spiele – vielleicht – im Sommer nächsten Jahres. Und nun auch noch: Oberammergau verschiebt Passionsspiele auf 2022.

    Aber die SVG geht vielleicht nur mit einem Zehner- oder Elferkader in die nächste Saison?

  3. Abwarten.
    Ich denke die Clubs müssen Pläne für mehrere Szenarien machen. Und alle müssen Kosten einsparen, die SVG hat sich dann erstmal (?) für das Kürzen des Kaders entschieden. Andere Clubs werden es sehr ähnlich machen.

    Ich tippe auf eine verkürzte Serie ab Ende 2020.
    Aber was wissen wir (ich) derzeit schon, aufgrund der sich täglich ändernden Lage. 🤷‍♂️

    • Genau. Was weiß ich (weißt du, wissen wir beide) schon?

      Woran sich heute auch kaum einer mehr erinnert: 1972, vier Jahre bevor Rainer Zobel überraschend begonnen hat, exzessiv die Lüneburger Kneipenszene (vor allem das Strawberry und das Diggi Diner) zu frequentieren, war Götz George der Hauptdarsteller einer dreizehnteiligen ZDF-Abenteuerserie: „Diamantendetektiv Dick Donald“. Er verkörperte darin den Diamantendetektiv D. Donald im Kampf gegen Diamantenräuber. Ihm zur Seite stand seine Assistentin Daisy (Loni von Friedl, zu dieser Zeit mit George verheiratet). Die besten Folgen: 4) Tödliche Steine 7) McBannisters Witwe 9) Spezialkollektion 13) Ein Mann wird gejagt.

    • Oh, das ist der allwissende Torben wohl doch nicht so ein Experte wie alle glauben 😉

      Der SVG-Kader betrug 2016 / 2017 14 Spieler. Eine Saison später wurde der Kader bereits auf 12 Spieler reduziert!

      • Naja, Stefan. jetzt solltest du aber mal hübsch fair bleiben. Torben hat sich nicht damit gebrüstet, allwissender Experte zu sein. Und die Reduzierung des Kaderumfangs hat der Chef persönlich verkündet: „Die SVG geht vielleicht nur mit einem Zehner- oder Elferkader in die nächste Saison, setzt auf Akteure, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind, und stockt bei Bedarf auf, verrät [SVG Spielbetriebs GmbH-Geschäftsführer] Bahlburg.“ (s. o.)

        Davon abgesehen bin ich mir ziemlich sicher, dass es eine Handvoll auserwählter Menschen gibt, denen eine höhere Macht den allgemeinen Sinn des Lebens bereits erläutert hat, aber leider sind das wahrscheinlich allesamt solche „Mich fragt ja niemand!“-Typen.

    • Wichtig ist, dass wieder 6 Ausländer im Kader sind, denn der internationale Werbewert muss unbedingt erhalten werden. Neben sympathischen Nordamerikanern vielleicht auch einmal einen Chinesen ins Team holen, um auch diesen gigantischen Markt zu erobern.

  4. Wo bleibt Klaus Hoppe? Er hat doch mit seinem von vielen vorausgesagten Arena Coup einen hohen 6 stelligen Betrag als Abfindung für Nix bzw. einen Vertrag bekommen, den seine Spezies für ihn geschaukelt hatten. Hat er jetzt nach Zielerreichung die finanzielle Unterstützung der SVG, die er für seinen Coup vor seinen Karren gespannt hatte, eingeschränkt?

    • „Spezis“? Ist das nicht ein ungezogenes Wort? Wäre „Buddies“ nicht neutraler?

      Synonyme zu „Spezi“ laut Duden: Kamerad, Handlanger, Kompagnon, Helfershelfer, Komplize, Mitschuldiger, Vertrauter; (gehoben) Gefährte; (gehoben, oft scherzhaft) Intimus; (umgangssprachlich) Kumpan; (österreichisch umgangssprachlich) Haberer; (salopp) Kumpel; (österreichisch salopp) Schani; (umgangssprachlich scherzhaft) Sozius; (berlinisch) Atze

      Mehr zum Thema beim ehemaligen LZsport-Chef Jenckel: https://blog-jj.com/2020/03/26/die-zeit-ist-aus-den-fugen/#comment-9971

    • Soweit ich weiß, ist Klaus Hoppe einer der Gesellschafter der SV Gellersen Spielbetriebs GmbH. Also wird ihm was dran liegen, den Betrieb über Wasser zu halten. Allerdings wird wohl auch der Campus Management GmbH der Arsch auf Grundeis gehen.

      Zum Glück hat die Bundesregierung 50 Milliarden Euro Soforthilfen für Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige beschlossen. Die Hilfen werden in Form eines einmaligen Zuschusses bereitgestellt und müssen nicht, wie ein Kredit zurückgezahlt werden. Allerdings ist die Antragsstellung in Lüneburg zur Zeit noch nicht möglich.

      Und das Land Niedersachsen hat ein zusätzliches Soforthilfeprogramm aufgelegt. Die NBank hat den 25.03.2020 um 15 Uhr als Startzeitpunkt für die Vergabe der Förderungen benannt. Die Antragstellung erfolgt elektronisch auf der Internetseite der NBank.

      • Wieso Arsch auf Grundeis? Bei meinem Namensvetter knallen gerade die Sektkorken, einen hohen sechsstelligen Betrag vom Landkreis bekommt man nicht alle Tage und die vom Steuerzahler subventionierten Studentenwohnheime laufen auch wie geschnitten Brot. Da kommt es auf das für ihn lukrative Hobby Spielbetriebs GmbH nicht an.

  5. Vom Rückzug des TV Rottenburg wurde Klaus-Peter Jung, der Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga, Angeblich „kalt erwischt“. Erst am Donnerstagabend sei er von den Rottenburgern über ihre Entscheidung informiert worden, und dann wurde ihm diese als unumstößlich dargestellt. Dabei hatte die Liga, die wegen der Corona-Krise schon am 12. März ihren Betrieb eingestellt hatte, noch in der vergangenen Woche bei allen Vereinsvertretern in einer Videokonferenz nachgefragt, ob bei ihnen die wirtschaftliche Lage einigermaßen okay sei. „Keiner hat gesagt, dass ihn solch existenzielle Probleme belasten“, sagt Jung, und ärgert sich, dass Hilfsangebote nicht genutzt wurden. „Warum ruft ihr nicht an?“, fragte er Philipp Vollmer, den Geschäftsführer der TVR Volleyball GmbH, dann im persönlichen Gespräch.

    Vollmer erklärte nun auch der Öffentlichkeit in einer Mitteilung, es sei schon vor der Krise nicht einfach gewesen, die Mittel für Bundesliga-Volleyball aufzutreiben. „Jetzt und in den nächsten Monaten sehen die Perspektiven noch viel schlechter aus.“ Allein in den vergangenen Tagen hätten sich Sponsoren-Absagen auf einen sechsstelligen Betrag summiert. Vollmers Schlussfolgerung: „Unter den gegebenen Voraussetzungen“ sei es nicht zu verantworten, in der nächsten Saison die Lizenz in der Bundesliga zu beantragen.

    Schon vor der Corona-Krise hatte der Tabellenletzte Volleys Eltmann einen Insolvenzantrag gestellt. Am 1. April wurde dort plangemäß das Insolvenzverfahren eröffnet. Eine Rettung scheint ausgeschlossen. Spieler, Trainer und Mitarbeiter erhielten bereits die Kündigung.

    Mehr hier: https://www.sueddeutsche.de/sport/volleyball-rottenburg-am-neckar-rottenburg-gibt-auf-corona-zwingt-volleyballer-in-die-knie-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200403-99-579459

  6. Da waren es nur noch 11 (inklusive Volleyball-Internat, Ösis und eines Teams, das Insolvenz angemeldet hat.

    https://www.volleyball-bundesliga.de/index.xhtml;jsessionid=GS8Nypw5k-k3edXAz4-cUPOtERo81M3jJ4FtFQIp.sas02?component_180491.showArticle=740669231&component_180491.page=0#a_180491_740669231

    Rottenburg hatte den zweithöchsten Zuschauerschnitt in dieser Saison und mehr als die SVG erreichen wird.
    Ist aber auch egal, denn die SVG kann sicher sein, dass der Landkreis sie am Leben halten wird. Die vielen Millionen sollen ja nicht gänzlich umsonst in den Vreßtorfer Heideland gesetzt worden sein. Mag jemand dagegen wetten, dass Klaus Hoppe (Campus Management GmbH) der einzige Teilnehmer an der europaweiten Ausschreibung sein wird und die Vergabe zu seinen Bedingungen erfolgen wird. Aber das ist ja nichts Neues.

    • Zwölf minus Eltmann minus Rottenburg ist gleich zehn.

      Oder?

      • Selbstverfreilich. Ich war davon ausgegangen, dass es in Eltmann, doch noch irgendwie weiter geht. Die VBL auch. Jedenfalls führte die Insolvenz nicht zum Zwangsabstieg, wie es die Statuten besagen.

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