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Vor knapp drei Monaten spielte der TV Rottenburg noch in der Gellersenhalle gegen die SVG - es dürfte vorerst der letzte Besuch gewesen sein. Foto: lüb

Rottenburg verlässt die Bundesliga

Der TV Rottenburg zieht sich aus der Volleyball-Bundesliga zurück, will nach 14 Spielzeiten im Oberhaus nur noch für die 3. Liga melden. Grund dafür sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie, heißt es in einer Pressemitteilung der Schwaben. „Allein in den vergangenen Tagen summierten sich die Sponsoren-Absagen für die kommende Saison des TVR auf einen sechsstelligen Betrag. Eine Verschuldung kommt beim TVR prinzipiell nicht in Frage, weshalb jetzt die Reißleine gezogen werden musste“, heißt es in der Mitteilung.

Vor vollendete Tatsachen wurde die Volleyball Bundesliga (VBL) gestellt. VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung bedauerte, dass der Verein nicht zuvor den Austausch mit der Liga gesucht hat. Andreas Bahlburg, Geschäftsführer der SVG Lüneburg, findet die Rottenburger Entscheidung verfrüht und überhastet. Denn: „Die VBL hat den Vereinen mit der Verlängerung der Lizenzierungsfristen zusätzlich Zeit verschafft, um die eigene Krisenbewältigung voranzutreiben, Zeit mit Sponsoren und Politik zu gewinnen und Rettungsschirme für den Sport aufzuspannen.“

7 Kommentare

  1. Soviel „Zeit mit Sponsoren und Politik zu gewinnen“, um „Rettungsschirme für den Volleyballsport aufzuspannen“ wie in Lüneburg, und damit die Art von „Krisenbewältigung“ voranzutreiben, die hier gefruchtet hat, dürfte schon aus kommunal- und zivilrechtlichen Gründen in kaum einer anderen deutschen Stadt in Erwägung gezogen werden können.

  2. Es ist jammerschade, dass Kommerzialisierung, Eventisierung und Geldgier jetzt auch diesen schönen Orchideensport kaputt machen. Warum nehmen die VBL und Herr Bahlburg sich kein Beispiel am Rope Skipping? Die Funny Skippers, das ist echter (homegrown) Lüneburger Spitzensport, der in der Breite begeistert und der mit ganz kleinem Geld in den internationalen Wettbewerben glänzt und es mehrmals zur Teilnahme an Weltmeisterschaften gebracht hat.

  3. Die SVG will den Kader vorerst nur verkleinern. Bei 175cm von der Fußsohle bis zum Scheitel soll die Obergrenze für Volleyballspieler künftig liegen. So könne Dampf aus dem Finanzkessel Gellersenhalle genommen werden, heißt es in der Dachtmisser Straße 1. Die Sponsoren, die Businesspartner, die Funktionäre und die Marketingstrategen seien begeistert. Mit diesem innovativen Eventisierungskonzept werde man im Dreieck Bardowick, Adendorf, Reppenstedt dermaleinst ganz groß rauskommen: https://www.landeszeitung.de/sport/aktuelles/241776-svg-will-den-kader-verkleinern

  4. Rettungsschirme für amerikanische College Boys, soweit kommt es noch.

  5. Gerade holte die Architektenkammer Niedersachsen gegen die stümperhafte Planung der SVG-„Eventhalle“ aus: „Die beste Grundlage für ein ge­lungenes Bauprojekt ist eine prä­zise und eingehende Bedarfspla­nung, erst recht, wenn es eine derartige Dimension erreicht wie der Neubau der Arena in Lüne­burg.“ Dies sei die ureigenste Aufgabe der Bauherren. „Erst an­hand dieser Vorgaben können Architekten mit der Planung beginnen. Fehlt eine solche Grund­lage, steht auch die seriöse Kos­tenkalkulation infrage, und es muss mit erheblichen Folgefehlern und umfangreichen kos­tenträchtigen Programmände­rungen gerechnet werden.“ So haben es ungezählte Kritiker seit Jahren moniert. So stand es in der LZ am Wochenende. Und bekanntlich fehlt genau diese Analyse für die Arena vom ersten „Planungstag“ an bis heute.

    Mehr dazu im neuesten Blog des ehemaligen LZsport-Chefs Jenckel:

    https://blog-jj.com/2020/04/08/arena-und-elbbruecke-oder-gestuemper-und-alter-wein-in-neuen-schlaeuchen/#more-2733

  6. Nur peinlich! Arena der Schande ☝🏼

    Die Verantwortlichen räumen hoffentlich ihren Posten – wenn schon nicht mit Privatvermögen gehaftet wird…

  7. Noch eineinhalb Jahre Pause? Wer zahlt dann bis 2022 für die Bahlburg-Hoppe-Arena?

    Der Präsident der Wissenschaftsakademie Leopoldina rechnet über einen langen Zeitraum mit Geisterspielen im Sport. „Es wird sicherlich viele Monate dauern, es kann bis zu eineinhalb Jahre sein“, sagte Gerald Haug den ARD-Tagesthemen auf die Frage, wie lange auf Besuche in Arenen und Stadien verzichtet werden sollte. Der 52-Jährige verwies darauf, dass die Corona-Pandemie erst ende, wenn ein Impfstoff gegen das Virus gefunden sei. Bis dahin sei es „sicherlich klug“, nicht zu Sportveranstaltungen zu gehen.