Freitag , 25. September 2020

Tod eines Pferdes überschattet Turnier in Luhmühlen

Ein tödlicher Sturz überschattete am Sonnabend das Vielseitigkeits-Reitturnier in Luhmühlen. Das französische Pferd P’tite Bombe musste nach dem Unfall im Stadion eingeschläfert werden. Nur vier Wochen nach dem Tod des Olympia-Pferdes King Artus in Wiesbaden hat die Vielseitigkeitsreiterei damit einen erneuten Schock erlebt.

„Wir bedauern das sehr“, sagte Julia Otto, Geschäftsführerin der Turniergesellschaft Luhmühlen: „Unsere Gedanken sind bei den Pferdebesitzern und beim Reiter.“ P’tite Bombe und der französische Reiter Emeric George waren während des Geländerittes bei der Durchquerung des Stadions an einem relativ leichten Hindernis gestürzt, die zehnjährige Stute landete auf dem Hals. Während George fast keine Verletzungen davontrug, blieb das Pferd am Boden liegen. Es erhielt eine Beruhigungsspritze und wurde in einem Spezialanhänger abtransportiert. In der Klinik wurde eine Wirbelverletzung festgestellt und entschieden, das Pferd einzuschläfern.

„Das ist ein Restrisiko, das man nicht ausschließen kann“, kommentierte Otto. Das Hindernis, an dem das Unglück passierte, sei ein einfacher Sprung. „Das war früh im Kurs“, sagte die Geschäftsführerin, das Pferd sei also auch noch nicht erschöpft gewesen. Für die Vielseitigkeit ist das ein schwerer Schlag, auch wenn das Unglück von Wiesbaden nicht im direkten Zusammenhang mit dem Tod in Luhmühlen steht. King Artus war vor vier Wochen in Wiesbaden kurz hinter dem Ziel der Geländeprüfung zusammengebrochen. Der 17-jährige Holsteiner Wallach von Dirk Schrade, der im vergangenen Jahr noch zum siegreichen deutschen Olympia-Team in London gehört hatte, starb vermutlich an einem Abriss der Hauptschlagader.

Sportlich lief es in Luhmühlen für die deutschen Reiter in der Vier-Sterne-Prüfung nicht gut. Die nach der Dressur führende Ingrid Klimke gab auf. Vor dem abschließenden Springen am Sonntag führt Andrew Nicholson. Der Neuseeländer ritt im Sattel von Mr Cruise Control im Gelände fehlerlos und liegt mit 38,00 Strafpunkten auf Platz eins. Bester deutscher Starter ist Andreas Dibowski, der mit Avedon (51,90) auf Rang neun liegt.