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Von Kufen auf Rollen und zurück

Doppelschichten am Wochenende sind Eishockey-Spieler ja gewohnt. Doch Sascha Fitzner, Markus Schneider und Phil Hungerecker stehen vor drei Spielen innerhalb von 48 Stunden  und das gleich zweimal in Folge. Schuld daran ist, dass sich die heiße Phase der Inlinehockey-Saison bei den Salt City Boars mit dem Saisonauftakt beim Eishockey-Oberligisten Adendorfer EC überschneidet.

„Ich spiele Eishockey und Inlinehockey an beiden Wochenenden. Trainer Dieter Kinzel hat’s erlaubt“, berichtet Sascha Fitzner. Gleiches gilt für Schneider und Hungerecker, die bei den Boars ebenso zu den absoluten Leistungsträgern gehören. Am Sonnabend (19 Uhr, Lünepark) steigt das letzte Heimspiel gegen Menden, eine Woche später müssen die Keiler zum wohl alles entscheidenden Saisonfinale nach Kaarst reisen.

„Die Jungs sind erwachsen. Die können doch selbst entscheiden, was sie sich zumuten“, meint Boars-Coach Klaas Jeschke. Und so werden Fitzner, Schneider und Hungerecker am Freitag (20 Uhr) für den AEC das erste Testspiel gegen Bremen bestreiten, am Sonnabend gegen Menden auf die Rollen umsteigen und am Sonntag in Bremen zum zweiten Vorbereitungsspiel wieder auf die Kufen wechseln. Wesentlich anstrengender könnte das kommende Wochenende werden: Freitag erstes AEC-Punktspiel gegen den HSV, Sonnabend Boars-Topspiel kurz hinter Düsseldorf in Kaarst, Sonntag AEC-Auswärtsspiel in Nordhorn.

Theoretisch können die Boars aber den Zweitliga-Titel schon am Sonnabend einfahren. Die Lüneburger liegen einen Punkt vor Kaarst, haben mit dem Heimspiel gegen Menden die deutlich einfachere Aufgabe. Geht Kaarst am gleichen Tag in Hannover leer aus, dann können die Keiler mit einem Dreier vorzeitig den Titel einfahren. „Darauf hoffen wir natürlich ein bisschen“, sagt Jeschke, der aber die eigene Aufgabe gegen Menden nicht auf die leichte Schulter nimmt. Die Gäste gaben sich im Hinspiel erst nach Penaltyschießen geschlagen, bewiesen kürzlich mit einem 18:3 gegen Bockum, dass sie sich vernünftig aus der Klasse verabschieden wollen. Jeschke: „Die sind robust und unangenehm zu spielen. In der 2. Liga ist für jeden Gegner Konzentration nötig.“

Die Boars müssen am Sonnabend nur auf den verletzten Carius verzichten. Auch wenn Goalie Blanck wieder einsatzbereit ist, gehört Bierzahn, Torwart der Zweiten, für den Rest der Saison zum Kader. Wer am Sonnabend das Tor hütet, wird Jeschke noch kurzfristig entscheiden. Eine Entscheidung aber will er dem Team überlassen. Falls die Keiler tatsächlich Meister werden sollten, wären sie damit auch sportlicher Aufsteiger in die 1. Bundesliga. Ein sportliches wie finanzielles Abtenteuer, dass der Vorstand nicht unbedingt eingehen möchte. Jeschke: „Ich glaube, dass die Spieler auch so denken werden.“ Aber auf die Meisterschaft will niemand freiwillig verzichten  schon gar nicht die drei AEC-Spieler.