Home / Aktuelles / Laufkalender 2020
In Amelinghausen fand der bisher einzige Volkslauf des Jahres statt - und auch der "Heipo" im August? Foto: Sawert

Laufkalender 2020

Kräftig ausgedünnt präsentiert sich mittlerweile der Laufkalender, da in Niedersachsen bis Ende Juni keine Veranstaltungen erlaubt sind. Auch der Lauf um den Heideköniginnenpokal in Amelinghausen steht auf der Kippe, da das Heideblütenfest – wenn überhaupt – nur in stark abgespeckter Version stattfinden wird.

23. August:
SALAH-Cup: Lauf um den Heideköniginnenpokal Amelinghausen
http://www.mtv-lauftreff.de/

11. September:
Lüneburger Firmenlauf in Embsen
http://www.fitwerft.de/events1/lueneburger-firmenlauf/

13. September:
SALAH-Cup: Tiergartenlauf Lüneburg
http://relaunch.mtv-treubund.de/

Hamburg-Marathon
https://www.haspa-marathon-hamburg.de/

27. September:
SALAH-Cup: Volkslauf Adendorf
https://www.tsvadendorf.de/sportarten/leichtathletik/

Berlin-Marathon
https://www.bmw-berlin-marathon.com/

4. Oktober:
Bremen-Marathon
https://www.swb-marathon.de/

I. November:
SALAH-Cup: Herbstlauf Westergellersen
http://www.lauftreff-gellersen.de/

2 Kommentare

  1. Johanna und Sebastian

    Herr Safft, wie sehen Sie das? Fünf Dinge, die beim Joggen nerven:

    1. Die „Sportart“

    „Wo kommen eigentlich plötzlich die ganzen Jogger her?“, hat Ex-MTVler Henrik Philipp Morgenstern gefragt, als die Corona-Krise gerade angefangen hatte. Ja, woher wohl? Aus Kletterhallen, Schwimmbädern, Boxstudios, Trampolinhallen, von Basketballplätzen, Fußballplätzen, Skateparks und allen anderen Orten, an denen man sonst in Lüneburg Sport machen kann, der Spaß macht. Klar, joggen hat auch seine schönen Seiten, man ist draußen, kriegt den Kopf frei und hat das Sportprogramm schnell abgehakt.

    Aber was genau macht daran Spaß? Worauf soll man sich freuen? Was sind die Ziele, die Erfolgserlebnisse? Dieselbe todlangweilige Runde beim 8000. Mal vier Sekunden schneller laufen als beim 7999. Mal? Es gibt kein Team, mit dem man sich motivieren könnte, es gibt keine Adrenalinschübe, wenn man etwas Neues ausprobiert, es gibt im Grunde nichts, was dagegen spricht, einfach stehen zu bleiben. Der spießigste Rathausalltag ist aufregender als joggen. Und trotzdem hat man am Ende mehr Schmerzen als ein Extremsportler nach einem Fallschirmsprung – im Knie, in der Hüfte, sogar eine extrem unangenehme Beschwerde namens „Schienbeinkantensyndrom“ durften wir in der Corona-Krise kennenlernen. Also, keine Sorge, geschätzter Kollege: Bald kannst du deinen Langweilersport hoffentlich wieder alleine machen.

    2. Schwitzende Abstandsfanatiker

    Eins ist klar: Gerade als schwitzender Jogger sollte man besonders viel Abstand zu jedem anderen Menschen halten, der gerade draußen unterwegs ist. Stichwort Tröpfcheninfektion, Stichwort Aerosole, wir alle haben unseren Drosten gehört. Trotzdem strahlen gerade die Leute, die an ihrer Funktionskleidung zu erkennen geben, dass sie schon immer joggen, oft aus: Das ist mein Revier, und ihr habt mir aus dem Weg zu gehen! Unser Liebling war der Jogger im Kurpark der gepfiffen hat, um Spaziergänger vor sich auseinanderzutreiben – und dann angefangen hat zu schimpfen, weil einfach nicht genug Platz auf dem Weg war, um 1,5 Meter Abstand zu halten.

    Er ist leider nicht der einzige Jogger, der es empörend findet, wenn Spaziergänger nicht untertänigst ins Gebüsch springen, sobald der große Sportler auf seiner Langweilerrunde am Horizont erscheint. Dabei könnte man während der Krise ja auch an einem Ort joggen, an dem nicht immer 500 Spaziergänger unterwegs sind. Im vollkommen leergefegten Wald Richtung Rote Schleuse zum Beispiel? Ansonsten gibt es auch eine freundliche Form des Abstandhaltens: Man läuft einen extra großen Bogen, trabt vielleicht sogar kurz übers Feld, und lächelt den Entgegenkommenden dabei wissend zu. Immer wird zurückgelächelt.

    3. Spazierende Abstandsfanatiker

    Es ist also klar, dass Jogger auf den Abstand achten müssen. Aber man muss auch den Spaziergängern, die sich jeden Abend ausgerechnet im Kurpark versammeln und jedem Jogger verächtlich hinterherschauen und -murmeln, sagen: Wenn ihr davon überzeugt seid, dass euch schon der Blickkontakt mit einem Jogger direkt umbringt, dann geht doch vielleicht irgendwo spazieren, wo weniger los ist. Joggen ist nämlich erlaubt, joggen bleibt (hoffentlich) erlaubt, und das ist auch gut so. Die meisten Virologen sind sich darüber einig, dass die Gefahr ziemlich gering ist, sich bei einer kurzen Begegnung an der frischen Luft anzustecken. Und man ist auch nicht todsicher vor der Krankheit, wenn man in jeder Sekunde des Tages 1,51 Meter Abstand zu Fremden hält. Trotzdem sollte man sich an den 1,50-Meter-Richtwert natürlich halten. Aber wenn der Weg mal so eng ist, dass ein Jogger für den Bruchteil einer Sekunde nur 1,49 Meter Abstand halten kann, dann wird er dadurch nicht zum Mörder. „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“, sagt Ulrich Mädge und das heißt auch: Wir sollten nicht zu Regelfetischisten werden.

    Manche Regeln sind sogar kontraproduktiv, das haben die Franzosen gezeigt, als sie das Joggen nur noch nach 19 Uhr erlaubt und sich dann über absurd überfüllte Straßen am Abend gewundert haben. Und wer unbedingt eine Regel braucht, um seine Illusion von absoluter Sicherheit aufrechtzuerhalten: In Amerika gilt bei Begegnungen mit Fremden die Faustregel: „Six feet, six seconds“. So langsam joggen nicht mal wir, als dass wir entgegenkommenden Spaziergängern sechs Sekunden lang näher als sechs Fuß kommen würden. So wird wenigstens eine von zwei Regeln eingehalten.

    4. Die anderen sind immer besser

    Selbst diejenigen, die jetzt „wirklich nur zum Rauskommen“ joggen gehen, können es nicht bestreiten. So langweilig und eintönig Joggen auch sein mag, auf Dauer will man irgendwie besser werden. Schneller. Mehr Kilometer laufen. Wer aber eben nur zum Rauskommen läuft, merkt schnell: Da draußen sind jede Menge Profis unterwegs. Schnelle Läufer. Stilistisch einwandfreie Läufer. Langstreckenläufer. Langstreckenläufer, die einen überholen, obwohl man selbst Kurzstreckenläufer ist. Das kann ziemlich deprimierend sein, besonders wenn man gerade aus dem allerletzten Loch pfeift und sich zusammennimmt, um wenigstens die kleine Runde zu schaffen, ohne eine Gehpause einzulegen und dann, meist in dem Moment der Überwindung, sich nicht einfach auf die Bank da zu setzen, okay, zu legen, kommt irgendein locker-leicht dahintrabender Profi oder eine Laufgöttin des Weges.

    Es sieht natürlich nie so aus, als strengten diese Läufer sich auch nur an, sie schweben nur so dahin über denselben Feldweg, über den unsereins allerhöchstens kreucht und fleucht. Es kostet nun noch mehr Überwindung, nicht aufzugeben, denn ganz ehrlich: Wird man selbst jemals so gut sein? Wie bitteschön machen die das? Irgendwann überholen einen selbst Kinder, die überhaupt nicht joggen, und wir fragen uns: Ist eigentlich die ganze verdammte Welt schneller, nein, besser als wir? Und wann kommt bitte endlich dieses Runner’s High, von dem die Jogger immer faseln, das unserer Meinung nach allerhöchstens der durch Überanstrengung am Heinser Berg beflügelten Phantasie entsprungen sein kann?

    5. Die anderen sehen immer besser aus

    Es mag an unseren mitteleuropäischen Wurzeln liegen, aber unsere Gesichtsfarbe verändert sich beim Laufen. Und nicht unbedingt zu ihrem Vorteil. Soll heißen: Nach den ersten ein, zwei Kilometern werden wir rosa, dann rot. Dann nimmt das Antlitz eine Farbe an, die es schwer macht, diese glänzende, magentafarbene Dauerwurstscheibe noch als Antlitz zu bezeichnen. Wenn nicht gerade etwas Weißes oder Ärmelloses angezogen wurde, sammeln sich kleine Schweißbächlein in den Achseln, am Halsausschnitt. Alles nicht schön, aber irgendwie Natur, easy.

    Ärgerlicherweise aber ist Schwitzen beim Sport offenbar out. Wie sonst erklärt man sich den Mangel an verschwitzten Personen auf den hiesigen Laufwegen? Die anderen Läufer sehen im Gegenteil gerne aus wie einem Fitnesskatalog entsprungen, mit genau der richtigen Mallorca-Bräune, fein definierten Oberarmmuskeln und in oberprofessioneller Laufmontur, inklusive Handyhalterung am Arm und perfekt sitzender Laufhose – während wir natürlich wieder in unserem zu klein gewordenen „Citylauf Meppen“-Shirt von 1998 und der alten Radlerhose unterwegs sind, während das Handy in der schwitzigen Hand hin- und herrutscht und die wild baumelnden Kopfhörer sich alle Nase lang im schweißüberströmten Ausschnitt verhaken. Laufsachen brauchte man vorher ja nicht – als man noch Sport machen durfte, der Spaß macht.

    • Zu 1. – alles Geschmacksache. Es gibt Leute, die können drei Stunden Helene Fischer hören. Es gibt Leute, die finden es toll, einen ganzen Tag lang am Angelteich zu sitzen. Und ich finde es toll zu laufen, was vielleicht auch daran liegt, dass ich immer wieder andere Runden laufe und (hoffentlich bald wieder) auch nette Mitläuferinnen und -läufer an meiner Seite habe. Und ich fühle mich praktisch immer nach der Runde besser als vorher, nicht nur körperlich. Für mich wie für einige andere Leutchen ist es halt eine schöne Art, abschalten und die Sorgen des Tages vergessen zu können. Das kann nicht jeder nachvollziehen. Aber ich könnte keine zehn Minuten ruhig mit einer Angelrute in der Hand sitzen. Alles Typsache.

      2. und 3. – wer sich ein klitzekleines bisschen in den lieben Mitmenschen hineindenken kann, der wird über solche „Probleme“ nur lächeln können. Allerdings laufe ich zurzeit bevorzugt auch Runden, auf denen ich in der Regel so gut wie niemanden treffe. Es gibt ja nicht nur den Tiergarten.

      4. und 5. – das habe ich schon längst gelernt, es gibt immer schnellere und besser aussehende Läuferinnen und Läufer. Aber: Es gibt auch immer noch ein paar langsamere Läufer – noch bin ich niemals Letzter bei einem Volkslauf geworden. Und wenn ich es doch einmal werde, dann habe ich wenigstens länger als jeder andere etwas von meinem Startgeld gehabt. 🙂 Leute, die das Laufen lieben, sind in aller Regel übrigens nicht besonders eitel.

      Keep on running (oder auch nicht), Andreas Safft