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Kein Fair Play bei der Sportlerwahl

Wer sind Lüneburgs Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2013? Die mit Spannung erwartete Antwort auf diese Frage gibt es an diesem Sonnabend (20 Uhr, Einlass: 19.30 Uhr) bei der großen Sportlerehrung im Vamos, bei der insgesamt 263 Aktive für ihre Erfolge von Landesebene aufwärts bis hin zu Weltmeisterschaften geehrt werden. Vorab gibt es allerdings Klärungsbedarf: Neben den Stimmzetteln gab es auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit des Online-Votings. Leider mussten wir feststellen, dass die Online-Wahl entgegen den Spielregeln manipuliert worden ist. Daher haben wir uns entschieden, diesen Teil der Wahl zu annullieren und nur die Original-LZ-Stimmzettel zu werten.

Wenn Spielverderber wider allen Fairnessgedanken über Nacht die Lüneburger Sportlerwahl durch Online-Tricks bei der Stimmabgabe auf den Kopf stellen wollen, muss die Redaktion dazwischen grätschen und die Notbremse ziehen. Der große Automobilclub ADAC hat Ergebnisse von Leserabstimmungen bekanntlich selbst manipuliert. Die Landeszeitung sieht sich bei ihrer Sportlerwahl 2014 hingegen massiven Manipulationsversuchen von außen ausgesetzt.

Deswegen haben sich die LZ und Mitorganisatoren schweren Herzens dazu entschlossen, die via Internet abgegebenen Stimmen in diesem Jahr nicht zu berücksichtigen und den Lüneburger Sportler, die Sportlerin sowie die Mannschaft des Jahres 2013 am Sonnabend im Vamos allein auf Basis der Ergebnisse der eingereichten Original-Stimmzettel zu küren.

Was war passiert? Spannung pur bis zum letzten Tag der Auszählung hätte sich die Sportredaktion gewünscht. Doch bei der parallel zur Leseraktion in der gedruckten Zeitung laufenden Abstimmung im Internet fiel auf, dass da kräftig nachgeholfen wurde, und zwar Nacht für Nacht. Ein bestimmter Sportler, eine Sportlerin und eine Mannschaft bekamen plötzlich im Schlaf Hunderte von Stimmen im Netz dazu. Schnell wurde klar: Einer oder mehrere Nutzer versuchten, die Wahl massiv mit unfairen Mitteln in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Und so wurde vermutlich manipuliert: Die LZ-Technik hatte, um zu verhindern, dass einzelne Internet-Nutzer mehrfach abstimmen, die sogenannte IP-Adresse des Wählers beim Abstimmen anonymisiert als eigentlich eindeutigen Schlüssel automatisch in einer Datenbank-Tabelle gespeichert. IP steht für Internetprotokoll. Doch mit einem kleinen Programm  wurde von dem oder den Unbekannten jeweils nach ca. 30 Sekunden ein DSL-Reconnect (eine Wiederverbindung) hergestellt. Dadurch bekommt der Anwender automatisch eine neue IP-Adresse, er kann so die Sperre unterlaufen und alle 30 Sekunden automatisiert wieder abstimmen. Die Protokolle des LZ-Sport-Webservers zeigen genau diese Auffälligkeiten. Die IP-Adressen lassen sich dem Vodofone-Netz zuornden und könnten, wird eine Strafanzeige gestellt, über den Anbieter zurückverfolgt werden.

Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Schon wegen all der Fans, Sportler und Vereine, die im Internet auf ehrliche Weise mitgemacht haben. Sie sind die Leidtragenden. Wir haben letzlich aber entschieden allein im Sinne der zur Wahl stehenden Sportler. Denn auf den ausgezählten Papier-Stimmzetteln sind stets Name und Adresse verzeichnet, eine Manipulation weitgehend unmöglich. Nur so kann wohl von einer ehrlichen Wahl gesprochen werden.