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Lahme Enten

Was ist bloß mit den Fußball-Landesligisten los? Elbmarsch und Neetze abgeschlagen, SV Eintracht auf einem Abstiegsplatz und auch der MTV Treubund gerät ins Trudeln. Die Bilanz des Quartetts nach der Winterpause liest sich verheerend: acht Spiele, zwei Punkte, 7:20 Tore. Und Besserung ist nicht wirklich in Sicht.

Ein erschreckendes Bild gibt zurzeit die SV Eintracht ab, die in den sechs Spielen nach der Entlassung von Trainer Krienke magere vier Punkte sammelte und ihren Torjäger Anders verlor. Nebenbei bröckelt der Unterbau gewaltig: Die Senioren sind schon weg. Die A-Jugend wurde aufgelöst, damit die Zweite noch irgendwie weiterspielen kann.

Beim TuS Neetze werden große Anstrengungen nötig sein, um den Herrenfußball überhaupt noch vernünftig am Leben zu halten. Allein der MTV Treubund ist dank seiner starken Jugendarbeit gut aufgestellt. Das ist mit hohem personellen und finanziellen Aufwand verbunden. Lohnt sich das aber für den Verein, wenn ein Talent in der Jugend in der Regionalliga kickt, mit 18 oder 19 aber nur die Perspektive Abstiegskampf in der Landesliga vorfindet?

Die Misere mag unterschiedliche Gründe haben, eine Gemeinsamkeit fällt aber doch auf: Alle vier Trainer werden zum Saisonende ihr Amt zur Verfügung stellen – in der US-Politik würde man sie „Lame Ducks“, also lahme Enten, nennen. Und überall stehen schon längst die Nachfolger fest. Geht das noch lange gut? Oder ist es irgendwo irgendwann an der Zeit, lieber sofort einen sauberen Schnitt zu machen?

Sollten der TSV Gellersen oder gar der SV Ilmenau aus Versehen in die Landesliga aufsteigen, droht den Teams ein ähnliches Schicksal wie derzeit Neetze und so vielen Aufsteigern zuvor. Die Bezirksliga 1 hat sich mit all ihren Derbys und unaufsteigbaren Mannschaften mehr und mehr zu einer Kreisliga de luxe entwickelt, während die Landesliga in der kommenden Saison wahrscheinlich drei Absteiger aus der Oberliga aufnehmen muss – Uphusen, Teutonia Uelzen, Ottersberg und Rotenburg sind da in der Lostrommel.

Eine Hammer-Landesliga mit 18 Teams und sechs Absteigern droht – und der Lüneburger Fußball jenseits des LSK ist denkbar schlecht darauf vorbereitet. Es wäre verheerend für alle, wenn demnächst die Frage nach der Nummer 2 in Lüneburg in der Bezirksliga ausgespielt werden sollte.

Andreas Safft