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Weitere Tritte in den Allerwertesten kann der LSK 2016 gar nicht gebrauchen...

Im nächsten Jahr wird bestimmt alles ganz anders

Fußball ist kein Wunschkonzert. Ja, klar, und gute Vorsätze fürs neue Jahr sind in aller Regel nach einer Woche schon längst vergessen. Dennoch können wir nicht mit dem Träumen aufhören: Im nächsten Jahr wird bestimmt alles so viel besser und schöner – auch im Lüneburger Sport. Eine Auswahl:

Lüneburger SK:

Wo anfangen, wo aufhören? Vielleicht sollte sich der Fußball-Regionalligist wünschen, dass alle Partien vor der Weihnachtspause mit dem Stand nach 85. Spielminuten gewertet werden – dann hätte der LSK etliche Punkte mehr. Vielleicht kann man in der Regionalliga einfach die zweite Halbzeit abschaffen, übereifrige Schiedsrichter-Assistenten und am besten den Goslarer SC 09 dazu, denn gegen die Harzer kann der LSK zu Hause einfach nur schlecht aussehen.

Vielleicht sollte man beim LSK aber auch einfach ein paar gute Vorsätze fassen. Etwas freundlicher und respektvoller miteinander umgehen, das wäre schon einmal ein Anfang. Es ist ansonsten ein Naturgesetz des Lüneburger Fußballs. Selbst die allerbesten Freunde können sich irgendwann nicht mehr riechen, wenn sie denn erst einmal ein paar Jahre „gemeinsam“ beim LSK zusammengearbeitet haben. Und wenn der schon das gallische Dorf in der Regionalliga sein möchte, dann sollten sich Asterix und Obelix nicht unbedingt zerstreiten.

Den größten Wunsch des LSK konnte aber kein Weihnachtsmann und kein Osterhase erfüllen, nicht einmal der OB. Ein Regionalligist, der mitten in der laufenden Saison seine Spielstätte verloren hat, das ist schon außergewöhnlich. Ein Regionalligist aber, der überhaupt keine eigene Spielstätte besitzt, das geht irgendwann nicht mehr gut. Ein hübsches kleines Stadion, das würde nicht nur dem LSK gut tun, sondern auch seiner örtlichen Konkurrenz.

MTV Treubund & Co.:

Traumtore, bärenstarke Vorstellungen und nebenbei ein Sieg gegen den LSK – so präsentierten sich die Kicker vom MTV Treubund beim LZsport-Cup im Juli. Totale Flaute vorn, totale Verunsicherung hinten – so spielen die Turner mittlerweile seit Monaten. Sie können es ja im Prinzip, kriegen es nur nicht auf den Rasen umgesetzt. Klassischer Fall von Knoten im Kopf, der dringend aufgelöst werden muss, damit man die Landesliga nicht nach unten verlassen muss statt nach oben, wie mancher geträumt hatte.

Wünscht man dem MTV eine Woche im Kloster, um die ganze Misere zu verarbeiten? Oder sollten sie einfach mal Silvester ordentlich einen draufmachen, um alles zu vergessen? Wir fänden es ja auch nicht ganz verkehrt, wenn nicht schon wieder ein LZsport-Cup-Sieger wie im Vorjahr die Eintracht in eine veritable Krise rutscht. Ansonsten mag ja keiner mehr das Turnier gewinnen.

Leidgeprüft ist ja auch die SV Scharnebeck, nach fünf Spieltagen Spitzenreiter der Bezirksliga, inzwischen Letzter. Oder Nachbar TuS Erbstorf, vor gar nicht so langer Zeit Vizemeister der Kreisliga und Kreispokalsieger, inzwischen siegloses Schlusslicht. Oder, oder, oder.

SVG Lüneburg:

Eine hübsche kleine Halle weisen die Bundesliga-Volleyballer ja auf. Aber wirklich hübsch ist der Bau in Reppenstedt nun wirklich nicht. Und zu klein ist er außerdem, um dauerhaft erstklassig zu bleiben. Ganz oben auf dem Wunschzettel für 2016 steht also eine neue Arena, die auch das Lüneburger Kulturleben jenseits der hohen Künste beleben kann. Wenn denn die SVG irgendwann in einer funkelnagelneuen Halle mit 3000 Plätzen aufschlagen darf, dann muss sie „nur“ noch dafür sorgen, dass sich in dieser Stätte eine Hexenkessel-Stimmung entwickelt wie in der Gellersen-Hölle. Liegt ja auch ein bisschen am Team.

Und als guten Vorsatz könnte die SVG ja mal den Großangriff auf die internationalen Plätze starten. Lüneburg gegen Novosibirsk oder Perugia, das klingt doch ganz anders als immer nur Mitteldeutschland oder Bühl.

Adendorfer EC:

Eishockey hält ganz offensichtlich jung. Und von daher wünschen sich Jacek Piechutta (46) und Marcus Krützfeldt (44), dass vielleicht noch ein paar alte Mitstreiter wieder den Weg aufs Adendorfer Eis finden. Marc Garthe (49), Kanadier der ersten Stunde, spielte bis vor kurzem in Hessen, sucht jetzt bestimmt aber eine neue Herausforderung, Marko Zielske (43) ist eh bei jedem Heimspiel in der Halle, und bei Lumir Mikesz (52) war das gute Auge schon immer wichtiger als übertrieben hohes Tempo.

Zu wünschen wäre dem AEC auch eine Liga, deren Modus mehr als nur drei Funktionäre in den Landesverbänden verstehen, mit gleichwertigen Gegnern, die nicht durch Geldsorgen, Hallenschließungen oder die 34. Ligenreform wieder verschwinden. Aber eher wird wohl ein viereckiger Puck eingeführt.

Flüchtlinge:

Die Handballteams vom HV Lüneburg haben es schon gemerkt – wenn der Platz für Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan & Co. immer knapper wird, dann werden irgendwann auch die Sporthallen zu Unterkünften. Doof für die Sportler, erst recht doof aber für die Menschen, die wochen-, monatelang auf engstem Raum und ohne Privatsphäre in einer Sporthalle untergebracht sind. Möge für alle der Wunsch in Erfüllung gehen, dass diese Art der Unterbringung nur eine kurzfristige Notlösung sein wird.

Vielleicht aber entdecken unsere Neu-Bürger aber auch bald, dass eine Halle nur ein provisorisches Heim bieten kann, ein Verein aber eine dauerhafte Heimat. Vielleicht können wir alle ihnen bei der Entdeckung des Sports ein bisschen helfen. Das wäre doch mal ein lohnenswerter Vorsatz, oder?