Home / Blog / Saffti läuft / Schöner Abend auf Kosten anderer
Scheckübergabe nach dem Run for Help.

Schöner Abend auf Kosten anderer

Läufe für einen guten Zweck sind eine tolle Sache – und enden meistens mit der Übergabe eines überdimensionalen Schecks sowie vielen warmen Worten. 18.634 Euro für MS-Kranke sind jetzt beim 10. Run for Help in Lüneburg zusammengekommen, mehr denn je. Aber dürfen sich jetzt alle Beteiligten in Ruhe auf die Schulter klopfen? Nicht unbedingt…

In der Pressemitteilung der DMSG-Gesellschaft Niedersachsen gilt der Dank diversen Firmen und Institutionen, die insgesamt 8120 Euro in bar sowie Sachleistungen spendiert haben. Bleiben also noch knapp 10.500 Euro übrig, die im Wesentlichen wohl durch Aktive und Zuschauer hereingekommen sind. Macht bei 1800 Teilnehmern also keine 6 Euro pro Läufer – dieses Geld reicht sonst kaum, sich für einen Volkslauf über irgendeine grüne Wiese anzumelden, geschweige denn, für einen Stadtlauf, für den halb Lüneburg mit hohem personellen Aufwand abgesperrt werden muss.

Nun, jeder soll so viel geben, wie er kann und will – und nicht jeder hat es so dicke. Beim Run for Help aber haben die Organisatoren bisher bewusst auf die Erhebung einer Startgebühr verzichtet und auf die Spendenbereitschaft der Mitwirkenden spekuliert. Nicht wenige von ihnen rennen aber offenbar gern für lau einmal durch Lüneburg – und vergessen dabei, dass sie dabei Kosten verursachen. Zeitnahme, Zielverpflegung etc. schlagen insgesamt mit gut 4600 Euro zu Buche, also mit mehr als 2,50 Euro pro Nase.

Wer also nichts gespendet hat, der hat sich auf Kosten der DMSG-Gesellschaft Niedersachsen und der vielen ehrenamtlichen Helfer einen schönen Abend gemacht. Vielleicht plagt den einen oder anderen Nassauer jetzt ein schlechtes Gewissen – das Spendenkonto der DMSG lässt sich blitzschnell im Internet ermitteln. Und beim nächsten Spendenlauf darf man gern auch mal ein Scheinchen mitbringen.

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Es ist einfach nur eine Unverschämtheit, wenn Leute ohne zu spenden durch die extra für sie gesperrte Innenstadt laufen, danach eine Erfrischung zu sich duschen und sich am Ende noch als Teilnehmer eines Spendenlaufs feiern lassen. Ich hoffe, dass wenigstens ein paar von denen nachträglich in der Tat ein schlechtes Gewissen bekommen und etwas spenden. Die Veranstaltern sollten beim nächsten Lauf vielleicht doch eine moderate Teilnahmegebühr erheben, auch wenn es dann vielleicht ein paar Teilnehmer abschrecken sollte. Auf diese Nassauer kann man verzichten!

  2. Ein gelungener Bericht/Kommentar des LZ-Redakteurs! Was das offen gelegte, unsoziale Verhalten vieler Teilnehmer über die Entwicklung unserer Gesellschaft aussagt, kann jeder für sich interpretieren und dort anfangen entgegen zu wirken, wo es ihm möglich ist: Im eigenen, lokalen Wirkungsumfeld! Das hat unsere Gesellschaft einst stark gemacht, es wäre schön, dort auf absehbare Zeit wieder hin zu kommen…