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Schwung mitnehmen

Kommentar zum Pokalspiel LSK – Mainz 05

Ein paar Getränkesorten sollen früh zur Neige gegangen sein. Im VIP-Zelt bestellten sich ein paar hungrige Besucher Pizza vom Lieferdienst, weil es ansonsten angeblich nichts mehr zu essen gab. Und über das Wetter wurde auch ordentlich geschimpft. Wenn es sonst nichts zu meckern gab, dann muss dieses DFB-Pokalspiel zwischen dem LSK und Mainz 05 einfach ein sensationeller Erfolg gewesen sein.

Selbstverständlich ist dies nicht. Das Spiel band viele Kräfte, überforderte sie bisweilen zum Beispiel rund um den Vorverkauf, zumal gerade zu Beginn der Serie beim Regionalligisten ohnehin an jeder Ecke etwas los war. Trainerwechsel, angeblich nicht bezahlte Gehälter und Rechnungen, die schwierige Suche nach Neuzugängen, ein überraschender Abgang mit viel Nebengeräuschen – nebenbei noch ein DFB-Pokalspiel zu wuppen, das ist ein Knochenjob.

Aber der LSK hat in Gemeinschaftsarbeit mit dem Platzbesitzer VfL Lüneburg letztlich doch alles für ein wunderbares Fußballfest vorbereitet. Unzählige Helfer verbrachten Tage oder gar Wochen auf dem Platz, packten an, ohne nach Dank oder gar Geld zu fragen. Und letztlich erwies sich Mainz als ein sympathischer Gegner mit lebensfrohen Fans. Attraktiv genug, um ein Stadion zu füllen. Aber halt keiner von den ganz großen Clubs oder von denen mit vielen Problemfans, so dass man unbesorgt in Lüneburg spielen konnte.

Dem LSK ist es zu gönnen, dass nicht nur die Mannschaft, sondern der gesamte Verein den Schwung aus diesem Spiel in den Alltag mitnimmt. Denn der ist und bleibt, ohne eigene Heimat und in einer Liga an der Schnittstelle zwischen Profis und gehobenem Freizeitfußball, hart genug.

Andreas Safft