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LSK-Trainer Elard Ostermann (2.v.r.) hat immer an seine Spieler geglaubt.

„Wir sind Meppen sogar dankbar“

Vier Siege aus den letzten fünf Spielen, dadurch auf Rang zwölf gesprungen und nicht mehr auf einem Abstiegsplatz: Der Lüneburger SK ist in der Fußball-Regionalliga angekommen, spielt nicht nur gut mit, sondern punktet jetzt auch fleißig. Warum das so ist und wie die Zukunftsperspektiven aussehen, beantwortet LSK-Trainer Elard Ostermann im LZ-Interview.

LZ: Nach nur zwei Punkten in den ersten acht Spielen holte der LSK jetzt in fünf Partien gleich zwölf Zähler. Was sind die Gründe für diese enorme Leistungssteigerung?
Elard Ostermann: Die Negativserie zu Beginn war für uns eine harte Prüfung. Wir hatten zwei Jahre lang fast nur gewonnen, waren erfolgsverwöhnt. Wir haben in diesem Sommer eine neue Mannschaft aufgebaut, auch das Umfeld musste regionalligafähig gemacht werden. Das war hart für den Trainerstab, auch für die Vereinsführung. Es war nach dem Fehlstart wichtig, sich weiter zu vertrauen. Wir im Trainerstab haben immer die Ruhe bewahrt, haben Einigkeit gegenüber den Spielern gezeigt. Ich hatte nie den Eindruck, dass wir uns entzweien. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Und diese Ruhe hat sich dann auch auf die Mannschaft übertragen.

LZ: Sie brauchten lange, bis der Kader regionalligafähig war.
Ostermann: Die Mannschaft hatte von Beginn an eine gute Qualität, aber es gab viele Spieler, die sich an die Regionalliga gewöhnen mussten. Selbstvertrauen haben wir uns im Pokal mit den Siegen in Rehden und Havelse geholt. Aber der Pokal war Fluch und Segen zugleich. Denn englische Wochen waren die Spieler nicht gewohnt, das ging an die Substanz. Auf der anderen Seite haben wir weiter dieses positive Erlebnis, in den DFB-Pokal einziehen zu können. Das war und ist weitere Motivation.

LZ: Es ist auffällig, dass viele Akteure, die zuerst keine Rolle spielten, aufgeholt haben, wie Schuhmann oder Schlottke.
Ostermann: Wir hatten zu Saisonbeginn nur elf, zwölf Spieler, die regionalligafähig waren. Nun ist der Konkurrenzkampf viel größer. Viele haben einen Sprung gemacht. Etwa Björn Schlottke. Mit seinen 19 Jahren hat er in Rostock ein ganz anderes System gespielt, ist erstmals von zu Hause weg, studiert nun, steht auf eigenen Beinen. Das muss ein junger Mensch erst einmal bewältigen.

LZ: Aber auch für den Oberliga-Stamm war die Regionalliga ein großer Sprung.
Ostermann: Da kann ich stellvertretend Olli Ioannou nennen, der am Anfang große Schwierigkeiten hatte, denn in der Regionalliga herrscht ein viel höheres Tempo als in der Oberliga. Nun hat er es mit Fleiß und Willen geschafft, ist in der Mittelfeldzentrale ganz wichtig für uns.

LZ: Inwieweit spielte der Torwartwechsel vor dem Havelse-Spiel von Maximilian Wulf zu Tobias Braun eine Rolle?
Ostermann: Wir hatten sechsmal in Folge verloren, Maxi hatte einfach Pech. Tobi ist ein etwas anderer Torwart-Typ, hatte zudem im Training einen guten Eindruck gemacht. Mit ihm kam das Glück zurück. Das Gute ist, Maxi lässt sich im Training nicht hängen, pusht dadurch Tobi. Das ist gut so.

LZ: Das Verletzungspech, vor allem der lange Ausfall von Mittelfeldstratege Patrick Posipal, schien nicht aufgefangen werden zu können.
Ostermann: Patricks Ausfall hat uns hart getroffen, weil er viel Erfahrung hat und eine hohe Präsenz auf dem Platz zeigt. Doch jetzt haben wir einfach eine andere Leistungsdichte. Der Glaube, dass jeder gebraucht wird, ist in der Mannschaft angekommen. Das war zu Saisonbeginn nicht so. Ein Schlüsselmoment war die Partie gegen Meppen. Danach haben sich die Spieler zusammengesetzt, da kam alles auf den Tisch, sogar, dass sich die Meppener über uns lustig gemacht haben. Da hatten unsere Spieler das Gefühl, sie werden verscheißert. Von daher sind wir den Meppenern sogar dankbar. Denn danach haben alle noch mehr gearbeitet. Das war beeindruckend. Wir hoffen jetzt, dass wir Meppen im Pokal zugelost bekommen. Ansonsten freuen wir uns schon jetzt auf das Rückspiel.

LZ: Es trainieren immer mal wieder vereinslose Spieler mit, zuletzt mit Morike Sako ein Ex-Profi. Gibt es weitere Veränderungen im Kader?
Ostermann: Wir beobachten genau, inwieweit sich Gastspieler einbringen, ob sie regelmäßig da sind, was sie bereit sind zu tun. Wenn wir jemanden holen, dann muss er uns auch mittelfristig weiterhelfen und nicht nur ein Schnellschuss sein.

LZ: Sieben Spiele stehen in diesem Jahr noch an. Wie viele Punkte wollen Sie holen?
Ostermann: Wir haben uns 20 Punkte als Marke gesetzt. Es klingt wenig, aber es ist schwer für uns, diese Marke zu erreichen, denn wir müssen für jeden Punkt hart kämpfen. Dann fahren wir im Winter ins Trainingslager nach Mallorca. Das hat im letzten Jahr viel gebracht, weil wir mal ohne Zeitdruck arbeiten konnten. Ich glaube, durch die gemeinsame, intensive Vorbereitung und die Erfahrungen aus der Hinserie werden wir stärker sein als zuvor. Unser Ziel ist es, in der Liga zu bleiben. Dafür schmeißen sich alle rein. Diese tollen Gegner, die vielen Zuschauer, die erhöhte Aufmerksamkeit das will kein Spieler mehr herschenken.