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Zeit, Taten sprechen zu lassen

Sie haben eigentlich keine Chance, aber die wollen sie nutzen – die hiesigen Sorgenkinder der Fußball-Bezirksliga, Schlusslicht Eintracht Lüneburg II und der Vorletzte TSV Bardowick, stehen an diesem Sonntag vor Herkules-Aufgaben. Der SVE II empfängt den Dritten Bienenbüttel, Bardowick den Zweiten aus Neetze.

Aufgeben gibt es auf der Hasenburg nicht, auch wenn das Schlusslicht erst einen mickrigen Zähler nach sieben Spielen auf dem Konto hat. „So lange wie es noch rechnerisch möglich ist, werden wir alles daran setzen um die Klasse zu halten“, sagt SVE-II-Trainer Florian Münch. Sein Hauptproblem: 33 Gegentore sind viel zu viele. „Wir alle wissen, dass einige Tore nicht hätten fallen dürfen“, so Münch. Und er weiß auch warum: „Unsere eigentliche Nummer 1, Torwart Prinz, ist nicht einfach zu ersetzen, und einige Tore gehen auf das Konto von unseren Torhütern Nummer 2 bis 4.“

Aber es wäre zu einfach, die Schuld nur bei den Keepern zu suchen. Der Trainer weiß das. Deshalb sagt er: „Wir alle wissen, wie es um uns steht. Es wird nun Zeit, Taten sprechen zu lassen.“ Gerade gegen die Topteams wie Neetze und Emmendorf verkauften sich die Lüneburger am besten, warum nicht gegen Bienenbüttel?

„Wir haben doch nichts zu verlieren“, sagt auch Bardowicks Obmann Markus Vick vor dem Heimspiel gegen den Aufstiegsfavoriten. „Denn schlechter kann es nicht mehr werden.“ Gemeint ist die zweite Halbzeit beim 0:6 in Reppenstedt, wo die Bardowicker nach dem 0:4 aufgaben, sich komplett hängen ließen. „Die erste Halbzeit war okay, da muss es eigentlich 2:2 stehen“, so Vick. Doch J. Huber nutzte die Top-Chancen nicht, zudem „bekommen wir hinten zu viele leichte Gegentore“. Mit 32 in sieben Spielen kassierten die Bardowicker mehr als vier pro Partie – Werte eines Absteigers.

Deshalb sagt Vick: „Wir müssen denen die Lust am Fußball nehmen. Nicht versuchen mitzuspielen, sondern die Bälle hinten raushauen, auch mal eine Gelbe Karte riskieren.“ Die Mannschaft braucht dringend Erfolgserlebnisse. Ob das ausgerechnet gegen Neetze klappt?

Wenn es nach TuS-Trainer Maik Peyko geht, dann nicht. „Wir wollen die drei Punkte mitnehmen, müssen unsere Hausaufgaben dort erledigen.“ Sein Team schwebt nach dem Last-Minute-Sieg gegen Küsten noch auf Wolke sieben, freut sich schon auf das nächste Top-Spiel in Emmendorf eine Woche später. „Die Stimmung ist enorm gut“, berichtet Peyko.

Dass die Neetzer ein 0:2 gegen Küsten noch in einen 3:2-Sieg drehten, liegt für den Trainer auch in der Tatsache begründet, dass sein Team dreimal in der Woche trainiert. „Das macht kaum ein anderes Team in der Bezirksliga. Wir wollten eigentlich auch langsam runterfahren, aber die Jungs haben sich dafür ausgesprochen, es weiter zu machen.“ 17 Aktive begrüßte der Coach zum letzten Training. Peyko: „Wir können in jedem Spiel nachlegen.“

Gegen ein ähnlich starkes Kaliber wie die SVE II und Bardowick muss der TuS Reppenstedt ran, der beim Tabellenführer Emmendorf sein neues Selbstvertrauen nach dem 6:0 gegen Bardowick testen kann. Auswärts müssen der SV Wendisch Evern, der länger auf Jurischka (Bänderriss) und M. Baran (Schulter-OP) verzichten muss, in Küsten und Gellersen in Rosche antreten. Die Gellerser müssen auf Wendland und Theuer verzichten, vielleicht auch auf Exner, der Vaterfreuden entgegensieht.