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Mole Nitschke (r.) steckt mit dem TuS Neetze auch in der Bezirksliga im Abstiegskampf. Foto: Michael Behns.

„Die Lösung liegt im Kopf“

Nur fünf Spieler sind noch übrig beim TuS Neetze, die den Aufstieg in die Landesliga vor zwei Jahren und den direkten Abstieg miterlebt haben und immer noch für den TuS spielen. Einer davon ist Verteidiger Mole Nitschke. Momentan ist Neetze das Schlusslicht in der Bezirksliga. Nitschke sucht Gründe dafür – und erklärt, dass er selbst selten auf die Tabelle schaut.

Wie sehr beschäftigen Sie sich momentan mit dem Thema Abstieg?

Überhaupt nicht, das spielt für mich keine Rolle.

Sie haben ja gerade erst einen Abstieg hinter sich, nun steht Ihr Team wieder auf einem Abstiegsplatz, diesmal sogar auf dem letzten Platz. Wie ist diese Entwicklung zu erklären?

Stehen wir wirklich ganz unten? Ich schaue nach Niederlagen nicht auf die Tabelle! Naja, das Potential ist im Team auf jeden Fall da. Die Zusammensetzung der Mannschaft spielt aber eine wichtige Rolle. Einige Spieler sind noch durch den Abstieg belastet, andere haben die vergangenen Jahre im Kreis zwar Tore am Fließband geschossen, teilweise aber auch in den unteren Tabellenregionen mitgespielt. Wir befinden uns immer noch in der Findungsphase, auch taktisch.

Seit Beginn der neuen Saison ist Matthias Freitag neuer Coach, war zuvor aber schon der Co-Trainer von Maik Peyko. Ist die Umstellung schon richtig angekommen?

Das würde ich auf jeden Fall sagen. Der Trainer bringt viele gute Aspekte ein, er steht überhaupt nicht zur Diskussion. Ich glaube, das größte Problem liegt im Kopf der Spieler. Jeder hat seine Qualität, aber wir müssen das auf den Platz bringen, einfach mal in Fahrt kommen. Auf dem Trainingsplatz sieht das gut aus, alle sind sehr motiviert, wir sind mindestens 16 Leute im Training. Diese Einstellung muss halt auch am Wochenende gezeigt werden.

Defensiv sieht es gar nicht schlecht aus, aber mit 15 Toren ist Neetze das Team mit den wenigsten Toren. Warum zündet das Offensivspiel nicht?

Das ist wirklich unglaublich. Wir schießen ja wirklich noch weniger Tore als Hamburg (lacht). Dabei haben wir offensiv richtig Qualität im Kader. Was vorne fehlt ist jemand, der die Verantwortung übernimmt. Unser Spiel ist noch nicht richtig auf Lukasz (Jablonski, Anm. d. Red.) eingestellt. Wir kreieren sehr wenige Torchancen, so kann man natürlich nicht treffen.

Nun ist die Tabellensituation auf den ersten Blick dramatisch. Immerhin haben auch die beiden Teams davor ebenfalls zehn Punkten, einzig ein Tor entscheidet darüber, dass Sie auf dem letzten Platz stehen. Mit einem Sieg kann man theoretisch schon auf dem Relegationsrang stehen.

Psychologisch ist das aber erst mal bitter: Man ist Letzter. Die kommenden Gegner Lüchow und Rosche sind vermeintlich auf Augenhöhe, da müssen jetzt Siege her. Aber die Situation und der Blick auf die Tabelle macht es nicht einfacher.

Wie kann das Siegen wieder gelingen?

Menschlich ist das Team intakt, wir sind eine Gemeinschaft. Klar motzt der ein oder andere, wenn er nicht spielt oder weil es jetzt nicht rund läuft. Um wieder Punkte einzufahren, braucht es aber geschlossenes Auftreten. In der Art und Weise, wie wir Spiele verlieren, merkt man, dass die Einstellung während des Spiels nicht stimmt. Das muss sich ändern – und da müssen wir über unser intaktes Mannschaftsgefüge kommen. Wenn ich die Landesliga-Saison sehe, dann stelle ich fest, dass wir vermeintlich starke Gegner mehr ärgern konnten. Das ist uns bisher nicht gelungen. Nun müssen wir den Kopf frei kriegen und gegen direkte Konkurrenten punkten.