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Die Umkleiden im Hasenburger Grund werden für 1,1 Millionen Euro saniert. Foto: be

Rote Karte für das künstliche Grün

Abpfiff für alle Kunstrasenplätze in Lüneburg – oder doch nur eine Pause? „In den nächsten zwei Jahren wird in Lü­neburg kein Kunstrasenplatz entstehen“, betonte Oberbürger­meister Ulrich Mädge in der jüngsten Sportausschuss-Sitzung. Gefährdungen für die Ge­sundheit und die Umwelt könn­ten nach aktuellem Forschungs­stand nicht ausgeschlossen wer­den, zudem sei das Recycling ein noch ungelöstes Problem.

Die Empfehlung der Stadtver­waltung lautete daher: Aufschub des Plans eines Kunstrasenplat­zes, bis Systeme auf den Markt kommen, deren Umwelt­ und Ge­sundheitsverträglichkeit zertifiziert ist. Vorbehalte gegen die Streichung äußerten die Aus­schussmitglieder Philipp Meyn (SPD) und Michel Pauly (Linke), nicht aber das beratende Mit­glied Christian Röhling, der als Chef des Kreisfußballverbandes die Interessen der Kicker vertre­ten sollte. „Kunstrasenplätze werden aber nicht das Allheil­mittel sein“, verdeutlichte Röh­ling. „Ich würde es begrüßen, wenn man neue Naturrasenplät­ze bauen würde.“

Ein möglicher Standort ist auch schon ausgeguckt – das Ge­lände Am Wienebütteler Weg, an dem eigentlich ein Kunstrasen­platz neben zwei herkömmlichen Spielflächen unter Regie des MTV Treubund entstehen sollte. „Auch wenn wir eine Mannschaft abmelden mussten, haben wir immer noch 28 im Spielbetrieb. Wir wären sehr froh, wenn wir Naturrasen als Alternative be­kommen könnten“, verdeutlich­te MTV-Präsident Hartmut Deja die Dringlichkeit des Projekts.

Verstärkt geriet der Kunstra­sen in den vergangenen Mona­ten unter Verdacht, für Mikro­plastik-­Emissionen zu sorgen. Zudem bringen alle Arten von Einfüllgranulat Nachteile mit sich: Gummi kann ausge­schwemmt werden und so in die Böden oder ins Wasser gelangen, Sand muss aus der Sahara her­ transportiert werden, Kork ist teuer und verhältnismäßig sel­ten.

Da diverse Kommunen ihre Kunstrasen­-Planungen bereits überdenken, ist Pauly optimis­tisch, „dass bald geeignete Syste­me gefunden sind“, und mochte daher die Mittel für den Bau nicht zurückstellen. Auch Meyn meint, „dass die Lüneburger Ver­eine bessere Trainings-­ und Spielbedingungen brauchen. Wir haben Erwartungen geweckt. Nun müssen wir einen realisti­schen Weg finden.“ Mädges Hoffnung: „Wir warten auf neue Kon­zepte. Wenn die Technik da ist, können wir dieses Vorhaben wei­ter verfolgen.“

Konkreter unterstützt wer­den weitere Bauprojekte des MTV Treubund. Aus dem Bun­desförderprogramm fließt exakt eine Million Euro nach Lüneburg in die Sanierung der Duschen und Umkleiden auf dem Gelän­de Hasenburger Grund, die Stadt schießt weitere 100.000 Euro dazu. Ursprünglich wurden 2,365 Millionen Euro beantragt. „Das Programm war vierfach über­zeichnet“, erklärte Mädge, der auf einen Baubeginn im kom­menden Jahr hofft. Außerdem unterstützt die Kommune den Bau eines Umkleidegebäudes im Sportpark Kreideberg (Gesamt­kosten inklusive Brandschutz­konzept 471.000 Euro).

Für Diskussionen sorgte noch einmal die geplante Erweiterung und Sanierung der Laufbahn auf der Sportanlage Kaltenmoor. „Wir hätten eine Top­-Anlage für fünf Schulen und für einen klei­nen Verein“, sagte Mädge. Ge­plant ist dort für insgesamt 706.000 Euro der Bau einer 400­-Meter­-Anlage mit insgesamt vier Bahnen. Die Stadt müsste 60 Prozent der Kosten tragen, hofft aber noch auf Gelder aus Schul­töpfen. Einige Ausschussmitglie­der hätten sich eine etwas schlankere Lösung vorstellen können, letztlich aber ging das Projekt einstimmig durch.

18 Kommentare

  1. Auch noch so viele Rasenplätze werden in den witterungsbedingten Grenzbereichen den Trainingsbetrieb nicht schultern können. Gerade die Nachsaaten und die zusätzliche Instandsetzung werden viele zusätzliche Gelder benötigen.

    Die Gegenargumente sind teilweise an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Für jedes kleinere Haus werden zwischen 200 und 300 Tonnen Sand verbaut. Niemand stoppt aber den Bau von Häusern. Im Gegenteil, es sollen ja mehr Wohnungen und Häuser gebaut werden um den Mietmarkt zu entlasten.

    Kork ist zwar teuer, aber eben ein nachwachsender Rohstoff. Hat auch seine Nachhteile, aber gerade aus Umweltaspekten durchaus in Ordnung.

    Geschredderte Altreifen als Füllmaterial sind mit vielen Nachteilen behaftet, daher macht das auch keiner mehr.

    Die Entsorgung ist doch schon lange geklärt und auch relativ kostengünstig. Verneint man die thermische Verwertung der alten Bahnen als sinnvoll, dann dürften wir auch keine Leichtathletikbahnen mehr bauen. Die werden am Ende ihres Lebens eben auch verheizt.

  2. Heimspielkibice

    Ich finde es ja gut und richtig, dass man sich über Aspekte wie Gesundheit und Umwelt Gedanken macht. Aber: Seit wie vielen Jahrzehnten werden schon Kunstrasenplätze gebaut? Und da hat sich noch niemand diesen Fragen gewidmet? Und warum muss es Sand aus der Sahara sein? Was ist mit dem lokal abgebauten Sand?

    Ich finde es extrem schade, dass hier Randerwägungen dazu führen, dass ein wichtiges Projekt weiter in die Zukunft verschoben wird. Viele Schulzentren in ländlichen Regionen haben längst Kunstrasenplätze – und eine Fast-80.000-Einwohner-Stadt wie Lüneburg hat nicht einen einzigen?!?

    Die städtische Infrastruktur verliert damit (auch in diesem Bereich) einfach den Anschluss, das ist sehr traurig.

    • Totalbedebbert

      Randerwägungen?

      Ja, „Kunstrasenplätze werden schon seit vielen Jahrzehnten gebaut“. Aber ist das ein Argument?

      Es wurde auch viele Jahrzehnte in Wohnungen gequarzt, dass sich die Kinderlungen gleich mit bräunten. Und gedieselt wird immer noch auf Teufel komm raus, obwohl wir heuer schon im Februar mit Temperaturen von über dreißig Grad Celsius rechnen müssen.

      Jahrzehntelang wurde auf Ascheplätzen trainiert. Warum soll das heute nicht mehr gehen? Bringt das die Gelfrisur in Unordnung?

      • Stimmt! Auch in Wilschenbruch wurden alle Nachwuchspunktspiele bis zur B-Jugend hinauf ausnahmslos auf dem Hartplatz abgewickelt.

        • Heimspielkibice

          Wie alt muss man sein, um das noch zu kennen?

          • Am 23. März 2014 trat der LSK Hansa zum letzten Mal zu einer Partie im Stadion am Wilschenbruch an, in seiner rund 110 Jahre alten Spielstätte. Die Begegnung gegen den SV Drochtersen/Assel endete vor rund 1.600 Besuchern mit einem 1:1-Unentschieden.

            Wer damals 14 Jahre alt war, ist heute 19; wer 19 war, ist heute 24, beinahe drei Jahre jünger als Felix Vobejda, der am 18. Juli 27 wird.

  3. Man kann es mit einigen Worten erklären
    Die Stadt Lüneburg hat kein Geld und hat die Umweltverträglichkeit des Kunstrasenplatz als Ausrede.
    Wenn Herr Mägde gleichzeitig den Neubau von mehreren Rasenplätzen angekündigt hätte,wäre es okay.

    • Josef Lüneburg

      Hier gibts Info’s zum Thema Recycling:
      https://re-match.dk/environment-legislation/the-waste-hierarchy

      • Ja, danke! Ein Werbeartikel von einem dänischen Wiederverwerter.

        Hier die Übersetzung:

        Eine neue Methode

        Kunstrasen besteht aus 6% Trägerschicht (Latex/ Polypropylen), 4% Fasern, 30% Gummi und 60% Sand. Re-Match kann alle Komponenten trennen und reinigen, um sie in der Rasenindustrie wiederzuverwenden oder als eigenständige Produkte zu verkaufen, die in anderen Produktionskreisläufen verwendet werden.

        Mit der neuen Technologie und der vollständigen Trennung der Materialien kann Re-Match außerdem den Entsorgungspreis gegenüber der Deponierung oder Verbrennung um 10% senken. Darüber hinaus können die recycelten Materialien zu etwa 80% des Preises zur Herstellung von Neuware verkauft werden.

        Ist abgenutzter Rasen etwas, das Sie verbrennen oder vergraben wollen?

        Die Kunstrasenindustrie ist in der Lage, die positiven Umweltauswirkungen von Kunstrasen im Vergleich zu Naturrasen zu dokumentieren: wenig Bewässerung, kein Einsatz von Düngemitteln, kein Mähen, langlebig, verletzungssicher und ganzjährig einsetzbar. Die heute verwendeten Daten beziehen sich jedoch nur auf die Nutzungsdauer und berücksichtigen nicht die Entsorgung bzw. das Recycling von Flächen am Ende der Nutzungsdauer. Aktuelle Ansätze für die Rasenentsorgung umfassen Deponierung und Verbrennung, aber weder erfüllen sie die europäischen Ziele für Cradle-to-Cradle-Lösungen, noch sind sie ökologisch nachhaltig.

        Bei der Verbrennung eines mittelgroßen Rasensystems werden etwa 113 Tonnen CO2 freigesetzt und andere giftige Stoffe in die Umwelt abgegeben. Dies wird durch den Re-Match-Prozess deutlich reduziert. Die Deponierung, die andere gängige Entsorgungsmöglichkeit, ist bekannt dafür, dass chemische Rückstände in das Grundwasser gelangen, und obwohl Verschlusssysteme zur Einkapselung der Rasenflächen entstanden sind, sind diese bei weitem nicht effektiv oder werden kaum genutzt. Die Deponierung von Kunstrasen ist daher weltweit eine große ökologische Herausforderung. An manchen Stellen werden die Kunststoffplätze einfach ausgegraben und im Freien auf Parkplätzen oder auf Stellplätzen stehen gelassen, um auf eine Lösung zu warten. Es gibt sogar Beispiele dafür, dass gebrauchte Kunstrasenplätze auf Feldern vergraben werden, die Boden und Grundwasser verunreinigen.

        Der Gesetzgeber ist gefordert

        Die Rasenindustrie ist sehr wettbewerbsintensiv und der Fokus liegt auf der Qualität und dem Preis des Rasens. Derzeit denkt kaum jemand an den teuren Abbau von altem, abgenutztem Kunstrasen bei der Verlegung – da er erst in Zukunft (normalerweise zehn Jahre später) eine Belastung darstellen wird. Dies ist ein Problem, da es den Installateuren den Anreiz gibt, beim Entfernen von Rasen die billigste Entsorgungslösung – legal oder nicht – zu wählen. Es sind Rechtsvorschriften erforderlich, um der Branche auf dem richtigen Weg zu helfen. Da in Zukunft immer mehr Flächen zur Beseitigung anstehen, wird die Branche in Abfällen versinken und ein sehr negatives Umwelt-Image haben. Die Gesetzgebung sollte die Rückverfolgbarkeit vorschreiben, d.h. die Verfolgung des neuen Rasens und die weitere Verfolgung bis zur und nach der Entsorgung. Der Recycler sollte in der Lage sein, reines Recycling und Rückverfolgbarkeit nachzuweisen, wie es das Standardverfahren der Europäischen Kommission vorsieht.

        Die Kommission hat bereits Richtlinien zur Verringerung der Deponierung und zur Eindämmung der Verbrennung von recycelbaren Abfällen. In der Richtlinie 2008/98/EG gibt es sogar ein spezifisches Recycling- und Verwertungsziel von 70% der Bau- und Rückbauabfälle bis 2020, aber es ist noch mehr erforderlich.

        • Also haben die Dänen doch die Lösung: kein teures Verbrennen oder Deponieren, sondern Trennen und anschließendes Wiederverwerten. Klasse Herr Mädge es kann losgehen. Wenn der erste Lüneburger Kunstrasen verbraucht ist, gibt es keine Probleme mehr. Beim Lüneburger Hockeyclub waren Sie auch nicht zimperlich oder waren sie damals einfach ehrlicher als heute?

      • Wo wir schon bei synthetischen Sportmaterialien sind: Der Dachverband Deutscher Hüpfgeräte-Hersteller DDHH warnt vor einer Trampolin-Lücke bei Kindern zwischen 4 und 12 Jahren. Wie aktuelle Luftbildauswertungen bei Google-Earth ergaben, sind in Deutschland nur mehr knapp 50 Prozent der Heranwachsenden mit einem Hüpfmöbel im Vorgarten bzw. der Gartenlaube ausgestattet. Ein Sprecher des DDHH verlieh der tiefen Besorgnis der Industrie Ausdruck, dass in spätestens drei Jahren der durchschnittliche deutsche Jugendliche völlig ungeschützt den Herausforderungen des modernen Hüpfburgenwesens ausgeliefert und somit international nicht mehr konkurrenzfähig sein werde. Eine Initiative zur Zwangsausstattung aller Haushalte mit Hüpfausrüstung sei in Arbeit, kündigte der springlebendige Sprecher an und machte sich mit weiten Sätzen davon in die Mittagspause.

  4. Selten so was lächerliches gelesen! Aber was der OB damit klar macht: In seiner restlichen Amtszeit werden in Sachen Sport keine wesentlichen Projekte mehr angegangen. Das wäre mein Fazit zur Sache.

  5. Man kann sich über Lüneburger Politik nur Wundern. Die Stadt wächst seit Jahren und was macht die Politik? Sie reduziert die Rasenplätze für ein paar Einfamilienhäuser, siehe Wilschenbruch und den Kleinfeldplatz von Eintracht. Andererseits wird das entstehen von einer neuen Sportanlagen (z.B. als Ausgleich für den Wilschenbruch) nicht mit dem nötigen Tempo vorangetrieben, die möglichen Flächen innerhalb der Stadtgrenzen werden nicht Aktiv angegangen, obwohl ein Blick auf Google Maps sofort die wenigen geeigneten Flächen offenlegen würde. Stattdessen werden ungeeignete Insellösungen, wie die Arena am alten Schlachthof mit Gewalt und wirtschaftlichen Totalschaden durchgepaukt anstatt ein bedarfsgerechtes Gesamtkonzept zu erstellen. Ich vermute mal, wenn der Lüneburger Bürger nicht so bequem wäre und seine Ruhe haben wollte, wäre diese Politik längst beendet. So bekommt jeder was er verdient. Das Rasenflächen maximal nur 2 Stunden am Tag belastet werden dürften, um ihre Regeneration sicher zu stellen, weiß jeder Kreisligaplatzwart, ist in der Lüneburger Verwaltung aber noch nicht angekommen. So werden jedes Jahr die verbliebenden Lüneburger Plätze überlastet und das Geld für permanente Neuansaat und Revitalisierung zum Fenster rausgeschmissen. Über Kunstrasenplätze kann man geteilter Meinung sein, was aber verlangt werden kann ist Ehrlichkeit und auch das scheint Mangelware in der Lüneburger Verwaltung. Die Stadt will sich einfach noch ein paar Jahre um Kosten drücken, weil sie durch ihre Misswirtschaft in allen Bereichen ihre Möglichkeiten überdehnt hat. Der Grund hierfür ist einfach ein Mangel an der Fähigkeit zu systemischen Denken in der Lüneburger Politik. Mit anderen Worten es fehlt an der Fähigkeit im Ganzen zu denken und gesamtplanerisch zu agieren. Daher werden seit Jahren nur einzelne Projekte hingewürfelt anstatt bedarfsgerecht zu Gestalten.

    • Heimspielkibice

      Das ist eine treffende Analyse. Und sie ist traurig, weil die genannten Punkte (im Sport und anderen Lebensbereichen) dazu führen, dass die Lebensqualität in der Stadt eher sinkt als zunimmt.

      Was die Sportinfrastruktur betrifft, hat Lüneburg längst den Status eines kleinen Dorfes. Mir fiele spontan keine Sportart ein, in der man in Lüneburg auch nur regionale Meisterschaften veranstalten könnte.

    • …. oder die Stadt gibt Geld für Rasenplätze aus, wo kein Wasseranschluss vorhanden ist. Voll der städtische Treppenwitz. Hierbei handelt es sich um einen Schulportplatz. Die Stadt und deren Sportplatzsituation kannste voll in der Pfeiffe rauchen. Noch Fragen ?

  6. Eine DFB-Studie zum Kunststoffrasen kommt zu dem Ergebnis: „Der Vorteil von Kunststoffrasenplätzen liegt in der Berechenbarkeit des Balles und den daraus abzu-leitenden Möglichkeiten der Ballführung. Kurz zusammengefasst: Kunststoffrasen ist förderlich für die Balltechnik des Fußballspiels. Im Gesamturteil über die fußballspezifische Eignung der Spielfelder sind die Kriterien Elastizität, Härte, Standsicherheit, Ermöglichung von komplexen Körperbewegungen als bedeutsam zu bezeichnen. Als besonders signifikant haben sich die Eigenschaften Kraftabbau, Standard-verformung, Standsicherheit und Ballreflexion herausgestellt. […] Aus medizinischer Sicht ist vor allem bei sand-/gummiverfüllten Konstruktionen auf elastifizierenden Schichten davon auszugehen, dass das Verletzungsrisiko im Vergleich zu Naturrasen über den bisherigen Erkenntnisstand hinaus noch einmal verringert werden kann.“

    Deutscher Fußball-Bund e. V. (2006): „DFB-Empfehlungen für Kunststoffrasenplätze“, Fragen und Antworten, Frankfurt am Main, S. 7 und 9

    Ist der Abrieb beim Kunststoffrasen gefährlich?

    Zum gesundheitsgefährlichen Abrieb bei Kunststoffrasen ist festgestellt worden, dass Sportlerinnen und Sportler nicht gefährdet sind, wenn die Umweltverträglichkeitskriterien der DIN EN 15330-1:2008-01 „Sportböden – Überwiegend für den Außenbereich hergestellte Kunststoffrasenflächen und Nadelfilze – Teil 1: Festlegungen für Kunststoffrasen“ eingehalten werden.

    Vorteile von Kunststoffrasen gegenüber Naturrasennach: Deutscher Fußballbund e. V. (2006): „DFB-Empfehlungen für Kunststoffrasenplätze“, Fragen und Antworten, Frankfurt am Main, S. 10 ff.

    • Gleichmäßige Spieleigenschaften auf dem gesamten Platz

    • Weitgehend witterungsunabhängige, ganzjährige Nutzung, keine Probleme bei Frost-/Tauwechsel-perioden und Starkregenzeiten – somit eine Minimierung von Spielausfällen, Platzsperrungen und Trainingsbeschränkungen

    • Geringe Pflegeaufwendungen (Pflegekosten/m2/Jahr: Naturrasen 3,90 Euro; Kunststoffrasen 1,10 Euro bis 1,30 Euro)• Förderung des technischen Spiels durch hohe Ebenheit und gleichbleibende Oberflächeneigenschaften

    • Mehr Nutzungsstunden (Naturrasen: 400 bis 800 Nutzungsstunden pro Jahr; Kunststoffrasen: 2.000 bis 2.500 Nutzungsstunden pro Jahr)

    • Eher geringeres Verletzungsrisiko

    Deutscher Fußball-Bund e. V. (2006): „DFB-Empfehlungen für Kunststoffrasenplätze“, Fragen und Antworten, Frankfurt am Main, S. 10 / ➼ http://www.ksb-hi.de/images/pdf/4_3_4_Empfehlung_Kunststoffrasenplaetze_DFB.pdf

    Vgl.: ➼ https://football-technology.fifa.com/de/news/news-releases/ekstrand-auf-kunst-und-naturrasen-besteht-insgesamt-das-gleiche-verletzungsrisiko/

    Siehe auch das Fazit (S. 65 bis 67) hier:

    „Ein Kunstrasenplatz wird ökologisch nachhaltiger, je höher die Nutzungsdauer ist.Ein geringerer Wasserverbrauch,die Vermeidung eines Düngemitteleintrages und die Weiter-entwicklung der Recyclingverfahren sind Argumente für den Kunstrasen bei dem direkten Vergleich mit einem Naturrasenplatz.
    […]
    Der Naturrasenplatz ist bis zu einer Nutzungsdauer von 830 Stunden pro Jahr ökonomisch nachhaltiger, über 830 Stundenhinaus ist es ökonomisch nachhaltiger, einen Kunstrasenplatz anzuschaffen.“

    https://opus.ostfalia.de/frontdoor/deliver/index/docId/543/file/Lange_2015_Naturrasen_Kunstrasen_Breitensport.pdf

    • Zur Erklärung: Sand aus der Sahara hat den Vorteil, das er über Jahrhunderte durch Verwehungen blank geschliffen ist und die komplette Oberfläche glatt ist. Dieser Vorteil für Kunstrasenplätze ist allerdings ein Nachteil für die Bauwirtschaft, der Saharasand ist aufgrund seiner glatten Eigenschaft zum Bauen nicht geeignet, er verzahnt sich nicht mit den anderen Baumaterial. Daher gibt es derzeit auch weltweit einen Steigenden Mangel an Bausand, weil der massig vorhandene Wüstensand nicht geeignet ist.