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Wenn der Chef zum Gegner wird

Der letzte Spieltag der Hinrunde in der Fußball-Kreisliga ist der wichtigste – zumindest für Marco Meurer, den Trainer des TuS Erbstorf. Zum ersten, weil bei einer Niederlage gegen den MTV Treubund II der Erbstorfer Aufstiegstraum wohl schon nach der Hälfte der Saison vorbei wäre. Zum zweiten, weil Meurer auf seinen Ex-Klub trifft. Und zum dritten, weil er keine Lust hat, in der kommenden Arbeitswoche die Häme seines Chefs zu ertragen. Denn der heißt Ulf Henning und ist Trainer des MTV.

„Er hat mir schon mit Kündigung gedroht, falls wir gewinnen“, scherzt Meurer. „Aber da müssen wir schon einen Bomben-Tag erwischen.“ Immerhin hat sein Team sich mit 13 Toren in den letzten zwei Spielen wieder in die Spur geschossen.

Allerdings fehlt der beste Erbstorfer Schütze Hüls wegen einer Bundeswehr-Übung. Und nach Poplat hat mit Queßeleit ein weiterer Offensivmann den TuS verlassen. Er will nach Vastorf wechseln. Dafür plant Steffen Mäding zur Rückrunde seine Rückkehr nach Erbstorf nach seinem kurzen Gastspiel in Neetze. Dessen Bruder Malte Mäding ist inzwischen bei den Erbstorfern wieder ins Training eingestiegen, ebenso wie Mehrbach. Korko hat seine Rotsperre abgesessen.

Eine Niederlage kann sich der TuS nicht leisten. „Zwölf Punkte auf Platz zwei wären nicht mehr aufzuholen“, meint Meurer. Stabilität, Ordnung, Disziplin – diese Qualitäten trennen das Spitzenduo vom Rest der Liga. „Scharnebeck hat eine sehr eingespielte Mann“schaft, und die MTV-Spieler haben eine perfekte Jugendarbeit durchlaufen“, nennt der Erbstorfer Coach die Gründe für die Dominanz des Duos.

Die SVS will im Derby gegen Adendorf die Herbstmeisterschaft perfekt machen. Nach ihrem Erfolgserlebnis gegen Mechtersen rechnen sich die Adendorfer zumindest eine kleine Chance aus. Gleich fünf Teams haben theoretisch noch die Chance, die Hinrunde als Tabellendritter abzuschließen. Darunter der Vastorfer SK, der sich mit einem Heimsieg den Frust vom 0:1 beim MTV II von der Seele schießen will, und der TV Neuhaus, der einen Auswärtsdreier in Soderstorf einfahren will.

Der Ochtmisser SV empfängt den TuS Brietlingen – für Gäste-Trainer Daniel Baasch eine Reise an die alte Wirkungsstätte. Und er meint, dass für den OSV sogar mehr als Platz drei drin sein sollte: „Mit ihrer stark besetzten Mannschaft müssten sie eigentlich höher spielen.“ Sein eigenes Team liegt nur noch zwei Punkte vor der Abstiegszone. „Solange wir immer im Bereich des Klassenerhalts bleiben, ist alles gut“, sagt Baasch. Aber gegen ein kleines Polster bis zur Winterpause hätte er nichts einzuwenden. Allerdings stehen die Ex-OSVer Götzie und Grabka neu auf der Verletztenliste. Der gerade erst vom OSV zum TuS gewechselte Nuradini ist schon wieder weg. Ihn hat es beruflich nach München verschlagen.

Das Wiedersehen alter Bekannter gibt es auch zwischen dem VfL Lüneburg und dem LSK II. Mit einem Heimsieg könnten Krasnikov, Baich, Rose und Co. in der Tabelle an ihrem Ex-Klub vorbeiziehen. Auch Barendorf und sein Gast Bleckede liegen nur einen Zähler auseinander. Die Bleckeder feiern heute Abend zünftig den Geburtstag ihres Trainers Jens Zemke. Gibt’s am Sonntag das passende Geschenk hinterher?

In der Krise steckt Mechtersen. Gegen Ilmenau II soll nicht noch eine Partie gegen einen direkten Konkurrenten verloren gehen. „Der SVI ist ja ähnlich wie wir“, sagt Trainer Thomas Groppe. „Mal landen sie einen Achtungserfolg und kriegen dann wieder ordentlich Haue.“ Zu Saisonbeginn zehrte Mechtersen von einer recht guten Vorbereitung, doch inzwischen ist die Personaldecke und damit auch die Trainingsbeteiligung extrem dünn. Neben den langzeitverletzten Michalski und Sawert fällt Lübbermann noch länger aus, zudem sind wichtige Spieler der letzten Saison wie Burmann und Rode beruflich verzogen und nur noch sporadisch vor Ort. „Das alles können wir im Moment nicht auffangen“, so der Coach. Da wird auch das letzte Hinrunden-Spiel ein verdammt schweres.