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Adrian Wozny (l.) und Dominik Milberger (r.) gehören zu den jungen Reppenstedter Spielern, die den TuS in der Kreisliga vorangebracht haben. Foto: phs

„Wir sind nicht auf einen Spieler angewiesen“

Acht Siege am Stück – der TuS Reppenstedt ist die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Kreisliga. 33 Punkte hatte er am Ende der letzten Saison, jetzt steht er schon bei 34. Am Freitag bestreitet er sein letztes Spiel des Jahres in Barskamp. LZsport sprach mit Trainer Stephan Hiller über den neuen Reppenstedter Höhenflug.

LZsport: Stephan, zuletzt ging es für Reppenstedt meist nur um den Klassenerhalt, jetzt seid ihr Tabellenführer. Überrascht?

Hiller: Ich hatte zwar nie Zweifel daran, dass die Jungs es drauf haben. Aber dafür, dass wir so viele Neuzugänge im Sommer hatten, haben die Räder sehr schnell ineinander gegriffen und wir sind schnell ein Team geworden – das hat mich schon überrascht. In den ersten Spielen haben wir auch schon top gespielt, aber vor dem Tor hat es nicht funktioniert, wir haben zu viele Chancen liegen gelassen. Daran haben wir gearbeitet und ernten jetzt die Früchte.

LZsport: Was macht die neue Stärke aus?

Hiller: Wir haben die richtige Mischung gefunden aus alten Hasen wie Purwin, Kulisch, Grabowski und Tillig und aus den jungen Spielern. Das ergänzt sich stark.

LZsport: Ihr habt gemeinsam mit Ochtmissen die meisten Tore der Liga geschossen, aber keinen Toptorjäger wie andere Mannschaften. Spricht das auch für einen ausgeglichenen Kader?

Hiller: Ja, es gefällt mir, dass wir das auf viele Schultern verteilt haben und nicht auf einen Spieler angewiesen sind. Wir können auch Ausfälle bisher gut kompensieren, weil die Spieler sehr flexibel einsetzbar sind. Auch im Moment haben wir keine feste Startformation.

LZsport: Eure besten Torschützen sind drei Youngster. Was sind das für Spielertypen?

Hiller: Ramon Werner ist mehr der Kämpfertyp, ein flinker, wuseliger Wadenbeißer. Adrian Wozny ist ein großgewachsener Techniker, es macht Spaß, ihm zuzuschauen. Dominik Milberger hat in der letzten Saison noch ein bisschen Welpenschutz genossen. Jetzt macht er das, was ich von ihm erwarte, geht selbstbewusst mit Tempo in den Strafraum. Und ein großes Lob auch an die Leute, die wir aus der Zweiten hochgezogen haben. Sie machen ihren Job richtig gut.

LZsport: Ein einstelliger Tabellenplatz war euer Saisonziel, ihr könnt jetzt schon fast einen Haken dahinter machen. Gibt’s als Tabellenführer schon neue Ziele?

Hiller: Wir wissen das einzuordnen. Es kann auch ganz schnell wieder nach unten gehen. Wenn man zwei, drei Spiele verliert, ist man schnell wieder Sechster oder Siebter. Wenn wir am Ende unter die ersten Fünf kommen, haben wir eine super Saison gespielt. Aber wo wir jetzt schon mal Tabellenführer sind, wollen wir damit auch in die Winterpause gehen. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen. In Dahlenburg hätte es schon passieren können, dass wir verlieren. Zur Halbzeit stand es nur 2:2, da fehlte ein bisschen was. Die Jungs haben es hoffentlich verinnerlicht, dass wieder mehr kommen muss, denn wenn man oben steht, sind die Gegner doppelt motiviert.

Interview: Frank Lübberstedt