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Vereins- und Verbandsvertreter diskutierten vier Stunden lang kontrovers über das künftige Gesicht der Regionalligen. Fazit: Es bleibt wohl alles beim Alten. Foto: BFV

Ein Meister wird’s weiterhin nicht schaffen

Alle Meister müssen aufsteigen – diese Forderung stand am Anfang der Diskussionen um eine Reform der Fußball-Regionalligen. Doch nach jahrelangen Diskussionen zeichnet sich immer mehr ab, dass es bei fünf Staffeln bleibt, aus denen insgesamt aber nur vier Mannschaften aufsteigen. „Das Ergebnis muss man so hinnehmen“, berichtete Jürgen Stebani, Spielausschussvorsitzender des Norddeutschen Fußballverbands, von einer Tagung der Drittliga- und Regionalliga-Vertreter aus dem Norden, Nordosten und aus Bayern in Landsberg nahe Halle/Saale, „es gibt keinen Königsweg.“

Also bleibt wohl vorerst alles beim Alten. Die Staffeln West und Südwest erhalten je einen festen Aufsteiger. Aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern steigen insgesamt nur zwei Teams auf. In diesem Jahr ist der Nordost-Meister automatisch aufgestiegen, während der Nord- und Bayern-Vertreter Relegationsspiele austragen müssen. 2020 darf dann der Nord-Champ direkt hoch in die 3. Liga. Für die Fortsetzung dieser Regel sprachen sich 35 Vereinsvertreter aus, 12 stimmten dagegen.

Offiziell muss diese Regelung noch vom DFB-Bundestag im September bestätigt werden – Widerstand aus den mitgliederstarken West- und Südwestverbänden ist dort aber nicht zu erwarten. „Es ist nicht möglich, dass aus fünf Regionalligen vier gemacht werden, ohne dass es irgendwo in Fußball-Deutschland große Probleme gibt“, sagte DFB-Vizepräsident und Sitzungsleiter Rainer Koch dem kicker.

Insbesondere die Nordost-Vereine hatten vehement gegen eine Zerschlagung ihrer Staffel protestiert, die die Drittligisten vor kurzem noch mit klarer Mehrheit gefordert hatten. Argumentiert wurde vor allem mit dem drohenden Wegfall attraktiver DDR-Derbys und mit dem Fahrtkosten-Problem. Union Fürstenwalde etwa müsste hin und zurück fast 1000 Kilometer fahren, um in Oldenburg, Jeddeloh oder Flensburg antreten zu können. Im Süden würde ein Duell Memmingen – Bautzen sogar einen Weg von rund 1200 Kilometern bedeuten.

Der Norddeutsche Fußballverband wollte daher auch keine Streichung einer Liga, zumal diese auch eine Absteigerschwemme Richtung Oberligen ausgelöst hätte. Der Lüneburger SK Hansa hatte sich für die Tagung in Landberg entschuldigt.