Update: Kreis und Bezirksjugend pausieren ab sofort

Bundesweiter Abpfiff für den Amateurfußball ab Montag, 2. November, für vier Wochen - auch in Niedersachsen hat der Beschluss der Bund-Länder-Zusammenkunft Folgen. Nur noch an diesem Wochenende sind Punktspiele möglich. Und die sollen, darauf hat sich das Präsidium des Niedersächsischen Fußball-Verbands verständigt, möglichst noch angepfiffen werden.

Eine dieser Regelungen, die am 2. November in Kraft tritt, untersagt den Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen bis Ende November. „Wir haben uns bisher immer an den jeweiligen behördlichen Verfügungslagen orientiert und werden auch diesmal die behördlichen Vorgaben zum Schutz der Gesundheit unserer Mitglieder 1:1 umsetzen“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath laut einer Pressemitteilung des Verbands.

In vielen Kreisen, die besonders stark von Corona betroffen sind, ruht der Spielbetrieb bereits, teilweise auch für die ranghöheren Vereine. Der NFV-Kreis Heide-Wendland hat sich dem Beschluss angeschlossen, ebenso die Bezirksjugend. Die Regionalliga Nord der Herren mit dem LSK soll noch spielen, die Regionalligen der Frauen und Jugend sind abgesetzt.

Während also auf Kreisebene der Ball ruht, soll in der Bezirks- und Landesliga noch gespielt werden. Das sorgt zwar bei einigen Vereinsvorständen und Trainern für Unmut, aber Jürgen Stebani, Vorsitzender des Bezirksspielausschusses, sagt: "Es ist die klare Vorgabe des Verbandes, nach Verfügungslage zu entscheiden.“ Und die sieht eben vor, dass an diesem Wochenende noch gespielt werden kann, ehe ab Montag der Sport ruhen muss. Dennoch geht Stebani von einigen Spielabsagen aus: "Wenn die Vereine sich einigen, können sie ihre Spiele absagen. Das werden wir nicht verwehren."

In der der Bezirksliga sind bereits folgende Spiele abgesagt:
Lüchow - Neetze
Barendorf - SV Eintracht
Bodenteich - Küsten
Vastorf - Römstedt
Eddelstorf - Rosche

In der Landesliga ist die Partie Gellersen - Verden schon abgesetzt.

6 Kommentare

  1. Ich möchte nicht wissen, wie viele kleine Vereine jetzt danach nicht mehr existieren! Wegen ein paar Idioten, die nicht zum Wohle der Allgemeinheit ein paar simple Regeln einhalten können.

    Und einige Lokale werden wir wohl auch nicht mehr von innen sehen.

    Wir müssen jetzt alle zusammen halten, denn wir leben alle mit dem gleichen Problem! Aus der Reihe tanzen ist nicht mehr, denn es ist eher 5 nach 12 als 5 vor 12!!!

    • Hans-Peter Wirtz

      Sicher ist es richtig, dass einige Uneinsichtige die Fortschreitung der Pandemie vorangetrieben haben.

      Auf der anderen Seite muss man gleichzeitig die Entscheidungen der Regierung hinterfragen. Es werden Bereiche des Lebens eingeschnitten, wo nachgewiesenermaßen kaum bis keine Infektionen stattfinden – und falls doch eine Infrastruktur geschaffen ist, die die Nachverfolgung der Kontakte ermöglicht. Beste Beispiele sind Restaurants oder auch der Sport im Freien. Warum wird der Fußballbetrieb unterbrochen, wobei nachgewiesen ist, dass dort kaum Infektionen stattfinden. Warum kann man nicht einfach den Zugang zu Umkleidekabinen beschränken oder verbieten? Warum muss der Wirtschaftssektor der Gastronomie wieder bluten, wo entsprechende Infektionsschutzmaßnahmen absolut finktionieren? Gleichzeitig ist es aber anscheinend in Ordnung, wenn sich 80 Schüler gleichzeitig in einen Schulbus quetschen. Die Begründungen der Regierung zu diesen Missständen sind nicht gegeben.

      • Man hat mal wieder den richtigen Zeitpunkt zum Handeln verpennt. Dieser lag so um den 2. Oktober. Da trat, für jederman erkennbar, die Entwicklung der Infektionszahlen in den exponentiellen Bereich. Man sah aber dem Treiben in den Bars, auf öffentlichen Plätzen, bei den Partys und privaten Feiern tatenlos zu.

        Jetzt, wo der Zug abgefahren ist und sich zunehmend beschleunigt, soll Handlungsfähigkeit und Entscheidungskraft mit einigen Schüssen aus der Hüfte demonstriert werden. Nur Kunstschützen können dabei das avisierte Ziel treffen. Diese gibt es unter den Regierenden offenbar nicht, wenn man sieht, wo ihre Treffer landen. (Restaurants statt intensivste Schutzmaßnahmen für Alten-, Senioren- und Pflegeheime).

  2. Kinder, die, je kleiner sie sind, ohne Maske in der Schule sind, müssten Zuhause bleiben. Ich war in verschiedenen Lokalen in den letzten Wochen. Die Leere dort kann gar nicht zu Ansteckungen führen. Das ist Quatsch mit den Schließungen. Und in welchem Kino gab es Infektionen? Gerade im ehe schon trüben November wird den Menschen nun auch noch Ablenkung genommen.

    Das Wchtigste ist Abstand! Und nicht Maske! Um 5 nach 12 solche Entscheidungen zu treffen, ist beinahe fahrlässig. Als es 5 vor 12 war, war es wohl noch zu früh?

    Wer jetzt nicht den Ernst der Lage sieht, ist entweder blind oder es ist ihm egal, was aus ihm wird. Er sollte aber nie vergessen, dass er mit Ignoranz auch anderen schadet!

  3. Ich verstehe nicht, warum der Lüneburger Fussballkreis schon vorauseilt und die Spiele bis zum 1.11. auch abgesagt hat. Wenn man beobachtet, wie Jugendmannschaften an der frischen Luft ohne in Umkleiden zu gehen Fußball spielen, kann man sich kaum vorstellen, dass sich dort jemand anstecken kann. Für die Hallensaison sehe ich es auch als richtig an diese abzusagen, aber draußen Sport sollte erlaubt sein unter Auflagen. Für die Kinder ist es wichtig sich draußen zu bewegen. Nun werden sie alle wieder in den Häusern hocken an den Bildschirmen und unausgeglichen mit wenig Widerstandskraft in die Erkältungssaison gehen.

    • Mit dem Frischluftargument hast du recht. Training unter Einhaltung der gebotenen Hygieneregeln ist hundertmal besser als eng aufeinanderhockendes Komasaufen an der Bushaltestelle. Aber mal ganz ehrlich Falk, Leute, die sich am Sonnabend und Sonntag nochmal schnell in Restaurants und Cafés zusammenquetschen, weil die Verordnungen ja erst am Montag in Kraft treten: Was geht in denen vor?

      Und die vorauseilende Beachtung der Corona-„Maßnahmen“ vom 2. November kann auch ihr Gutes haben. Dafür steht der ungewöhnliche Einsatz für zwei NRW-Polizisten im sauerländischen Werdohl. Statt sich mit den für die Region üblichen Schützenfestschlägereien, Suizidversuchen und Verdachtsfällen auf Inzest herumzuplagen, vermeldete das Presseportal der Polizeibehörde Märkischer Kreis am 26. Oktober folgendes: „Ein neuer Bulle ist geboren: Zwei Werdohler Polizeibeamte leisteten am Sonntagmorgen Geburtshilfe am Weidezaun. Ein Spaziergänger entdeckte die kalbende Kuh am Rand einer Weide Am Höltchen. Sie hatte offenbar Probleme, ihren Nachwuchs auf die Welt zu bringen. Der Spaziergänger alarmierte die Polizei.“ (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65850/4744356) Nachwehen dürften allerdings vorprogrammiert sein. Zwar ist den beiden Einsatzkräften kein Vorwurf zu machen, setzten sie doch während des Geburtsvorgangs in professioneller Weise auf die bewährte „Good cop, bad cop“-Strategie („Das mit dem Hecheln machst du schon richtig toll!“ – „Ganz ehrlich: Ich kann dein Gestöhne nicht mehr länger ertragen! Jetzt hör auf herumzuheulen, du dumme Kuh, und press verdammt nochmal endlich! Los jetzt, Fresse halten und pressen! PRESSEN!!!“). Die Bevölkerung steht dem Bullennachwuchs skeptisch gegenüber, schließlich würden im Sauerland Landärzte, Seelsorger und Sexualtherapeuten weitaus dringender benötigt.