Freitag , 7. August 2020
Der B-Platz des VfL Lüneburg (im Vordergrund) soll regionalligatauglich gemacht werden. Zwischen A- und B-Platz soll u.a. eine neue Sitzplatztribüne mit 600 Sitzplätzen gebaut werden, die auch als Schallschutz dient. Foto: be

Es hängt nur noch an den Vereinen

Geht es nach der Stadt Lüneburg und Oberbürgermeister Ulrich Mädge, dann wird Fußball-Regionalligist Lüneburger SK noch viele Jahre seine Heimspiele beim VfL Lüneburg auf den Sülzwiesen austragen. Allerdings nicht auf dem A-Platz, sondern daneben auf dem tiefer gelegenen B-Platz. Der soll regionalligatauglich gemacht werden. Mädge präsentierte seine neuesten Erkenntnisse nun auf der jüngsten Sitzung des Sportausschusses.

„Wir haben keine städtische Fläche für einen Neubau“, sagte Mädge noch einmal und zeigte gleich, dass dem Wunsch des LSK nach einer eigenen Fläche nicht stattgegeben werden kann. Das liegt daran, dass die angedachte Fläche auf dem Gelände der Theodor Körner Kaserne vom Bund nicht freigegeben wird. Somit kommt für die Verwaltung nur der Ausbau der Anlage des VfL infrage. „Wir haben nicht jahrelang Zeit“, so der OB. „Wir stoßen an die Baugenehmigungspflicht.“

Deshalb sind folgende Umbaumaßnahmen geplant:
1. Tausch der Spielfläche von A- auf den B-Platz.
2. Bau einer geschlossenen Tribünenanlage an der Längsseite zwischen A- und B-Platz, die gleichzeitig als Lärmschutz fungiert.
3. Bau von Stehrängen an den Stirnseiten und der zweiten Längsseite. So sollen 1200 bis 1500 Zuschauer Platz finden.
4. Verlagerung des Einlasses auf der Längsseite, die an die Sülz­wiesen grenzt, um Verkehr und Parkprobleme der Anwohner am Sültenweg zu vermeiden.
5. Bau einer Kaverne (unterirdischer Hohlraum) für Regen- oder Brauchwasser, um den Platz in den Sommermonaten ausreichend bewässern zu können.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 1,5 Millionen Euro. Die waren eigentlich im Haushalt für das Jahr 2021 eingeplant, wenn das Gelände in der Theodor Körner Kaserne frei geworden wäre. Nun wird geprüft, ob die Mittel für 2019 vorgezogen werden können. Im April 2017 hatte Mädge im VfL-Vereinsheim verkündet, dass dieses Geld aus dem Verkauf vom Gelände im Wilschenbruch stammen werde.

Davon war im Sportausschuss nicht mehr die Rede. Da verkündete der Oberbürgermeister, dass sich die Stadt das Geld aus dem aber deutlich überzeichneten Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ holen will.

Grundvoraussetzung für Mädge ist allerdings, „dass es eine Verständigung zwischen den Vereinen geben muss“. Denn bei Fertigstellung sollen der LSK und der VfL einen Vertrag schließen, der mindestens zehn Jahre plus Option auf weitere zehn Jahre beinhaltet.

LSK-Vorstand Alexander Diercks kündigte zeitnahe Gespräche mit dem VfL noch in dieser Woche an. Grundsätzlich befürwortet er den Umbau des B-Platzes, damit dieser „wirklich regionalligatauglich wird.“ Aber für ihn „ist dies keine endgültige Lösung“. Der LSK strebe weiter ein eigenes Stadion an. Dierks: „Wir brauchen eine eigene Heimat. Es ist doch ein Wunder, dass es uns überhaupt noch gibt.“

Mit der Anlage in der Goseburg – in die der LSK viele Stunden Eigenarbeiten steckt und gesteckt hat – ist ein Anfang gemacht. Dies lobte der Bürgermeister ausdrücklich.