Samstag , 24. Oktober 2020
2017 feierte der LSK - wer darf heute den Cup in Empfang nehmen? Foto: be

Mit Taktieren ist jetzt Schluss

Am heutigen Samstag brennt die Luft in Wendisch Evern. Ab 16 Uhr wird beim SV der zwölfte Sieger des LZsport-Cups ausgespielt, und schon die Halbfinalbegegnungen versprechen feurige Duelle. Zunächst treffen der TSV Gellersen und der VfL Lüneburg aufeinander – Meister und Vize der Bezirksliga, beide mit großen Ambitionen. Im Anschluss (17.20 Uhr) muss sich Titelverteidiger Lüneburger SK mit dem MTV Treubund auseinandersetzen, der den Regionalligisten 2015 und 2016 (damals allerdings mit einem Duell der B-Teams) jeweils in der Vorschlussrunde aus dem Wettbewerb kegelte. Gewonnen hat der LSK die Trophäe längst noch nicht, denn drei ehrgeizige Rivalen wollen da mehr als nur ein Wörtchen mitreden. Wie steht‘s um die Form und die personelle Lage bei den vier Teams?

VfL Lüneburg
Erstmals steht der VfL unter den letzten vier Teams beim LZsport-Cup. Co-Trainer Mike Dunst sieht durchaus eine Chance, nach der Eintracht auch den nächsten Landesligisten zu schlagen: „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe. Wir machen uns jedenfalls nicht in die Hose, wir waren ja schon gegen die Eintracht spielerisch besser.“
In dieser Partie schied allerdings Lindenblatt angeschlagen aus – Einsatz höchst fraglich. Dazu ist Tianaoelijaona, zweifacher Torschütze am Donnerstag, heute verhindert. Begeistert war Dunst insbesondere von Martin, der gleich mit zwei Toren und vielen starken Aktionen auf sich aufmerksam machte.

TSV Gellersen
„Ich darf vier Wochen vor dem ersten Punktspiel noch nicht zu viel erwarten“, weiß Gellersens Coach Sven Kathmann, der zudem diverse Spieler wegen Urlaubs oder kleinerer Blessuren nicht einsetzen kann. Was er sehr bedauert: „So ist der Druck von hinten auf die Etablierten noch nicht so da, wie ich mir das wünschen würde.“ Auch er erwartet ein enges Match mit dem VfL, sieht sein eigenes Team noch „auf einem Zwischenschritt zwischen der Bezirksliga und der Landesliga“.
Gellersen ist immerhin schon Landesligist, der VfL will es erst noch werden. In der Vorrunde vor eigenem Publikum probierte Kathmann vieles aus, es war noch viel Sand im Getriebe – kein Wunder, dass Gellersen so ein Elfmeterschießen gegen Bardowick benötigte. Falls sein Team auch den VfL schlagen sollte, würde sich für den Coach vielleicht ein Traum erfüllen: „Auch wenn es schon 1000 Jahre her ist, dass ich dort war – ich würde doch gern mal gegen den LSK spielen.“

MTV Treubund
Ein bisschen mehr Verletzungspech als andere Teams hat der MTV schon. Franke und Goldberg fallen für Monate aus, auch Winter, Maaß und Horn müssen weiter pausieren. Und nun hat sich auch Hüls bei der Arbeit verletzt – aber doch nicht so schwer wie anfangs befürchtet. „Es ist trotzdem noch ordentlich, was wir im Kader haben“, sagt Trainer Sören Hillmer. „Und der LSK ist kein schlechtes Los.“ Hilmer coachte den MTV auch, als der 2015 in Erbstorf dank zwei herrlicher Tore von Hattendorf den LSK mit 2:1 im Halbfinale schlug.
Ob sich das wiederholen lässt? „Das werden wir sehen. Unsere Defensive muss in jedem Fall stabil stehen“, weiß Hillmer. Diese wurde in der Vorrunde kaum gefordert, heute dafür sicher umso mehr.

Lüneburger SK
1:3 (0:2) ging der Test bei der TuS Dassendorf verloren. „Die erste Halbzeit war schlecht, die zweite gut“, fand LSK-Coach Rainer Zobel. Die Gäste überließen dem Hamburger Meister vor der Pause einfach zu viel Raum. Zudem präsentierte sich Dassendorf, gecoacht von Zobels Vorvorgänger Elard Ostermann, bärenstark. Einen guten Eindruck beim LSK hinterließ beim ersten Auftritt nach seiner USA-Reise vor allem Vobejda, der auch für das zwischenzeitliche 1:2 sorgte.
Heute steigt auch wieder der genesene Biyiklioglu ein, während die Angreifer Krottke und Kutschke noch angeschlagen sind. Zobel erwartet zwei Wochen vor dem Saisonauftakt beim LZsport-Cup noch keine Wunderdinge von seiner Crew. Denn: „Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt. Mit dem Schnelligkeitstraining fangen wir gerade erst an.“