Dienstag , 22. September 2020

LSK grüßt nach 4:1 als Regionalligist

Rückfahrt nach Lüneburg: Die LSK-Spieler feiern noch auf dem Platz mit den Fans, von denen sie noch einen wunder vollen Pokal bekommen haben. Der NFV-Chef musste noch ein ganzes Weilchen warten, bis auch er das Pferdchen an Kapitän Iscan überreichen konnte.

Ein paar Stimmen:

Elard Ostermann: „Vor einer Woche haben wir 90 Minuten gefeiert, jetzt geht’s in die Verlängerung. Wir sind so stolz darauf, was wir geleistet haben.“

Benjain Tillack: „Ich habe ein Jahr gespielt, um diesen Moment zu erleben. Jetzt genieße ich ihn – und irgendwann überlege ich, wie es weitergeht.“

Gökhan Iscan: „Wir sind 20 Mann und 20 Freunde – und trotzdem leistungsorientiert. Im Trainingslager auf Mallorca konnten wir uns richtig einschwören.“ Zu seinem Abschied vom LSK: „Keine schweren Fragen heute. Ich geh‘ nach Hamburg zurück, mehr kann ich nicht sagen.“

Maximilian Wulf: „Wir wissen, was wir können. Und der Teamgeist war überragend.“

Sven Möller: „Als ich ausgewechselt wurde, war das nicht einfach für mich. Die sind alle meine Freunde geworden.“

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90. Schlusspfiff. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Der LSK grüßt nach 13 Jahren Unterbrechung wieder als Regionalligist. Wir melden uns später mit Stimmen zurück.

89. Konter über Iscan, der quer zu Borges gibt – 1:4.

86. Hübner sorgt für das 1:3. Die ganze Bank springt auf und rennt aufs Feld. Und die Fans singen sich in die Regionalliga. Wenn man auf die Tabelle schaut, würde sich ein Udo-Jürgens-Cover anbieten: „Mit 66 Punkten, da fängt das Leben an.“

83. Göttingen hält tapfer das 1:0 in Braunschweig. Das interessiert zwar hier niemanden mehr wirklich, doch als 14. hätte 05 eine Mini-Chance auf den Klassenerhalt, wenn Braunschweig über die Relegation aufsteigen sollte und Wilhelmshaven nicht in die Oberliga kommt. Alles sehr kompliziert – aber nicht die Sorge des LSK.

81. Das Pferdchen und die Medaillen sind jetzt schön drapiert auf einem Tisch neben dem Egestorfer Tor. Na, hoffentlich greift die Egestorfer Dorfjugend nicht heimlich zu, aber noch kicken die Knirpse nur ein paar Meter neben den Trophäen.

75. Nun kommt Borges für Hertting. 79. Hübner für den künftigen Dassendorfer Möller.

71. Iscan kommt für Saglam – seine letzten 20 Minuten im LSK-Trikot.

67. In Hörweite präsentiert sich NFV-Chef Karl Rothmund als Meckerrentner, er ist ja auch Germania-Mitglied. Kommentar von meinem Nachbarn: „Wenn man hier einen rumschreien hört, dann ihn.“

65. 1:2 – Egestorfs Abseitsfalle schnappt nicht zu, Ioannou bedankt sich, und die Fans singen „Nie mehr 4. Liga.“ Bestimmt nicht zum letzten Mal an diesem Nachmittag.

55. 1:1! Gierke flankt, Waldschmidt klärt per Kopf – in die eigenen Maschen. Passend dazu: Ich sitze die ganze Zeit neben einem unscheinbaren Karton – in diesem verstecken sich die Medaillen und ein Niedersachsenpferd. Hier gibt’s also keine Schale und keinen Pokal, sondern einen Gaul als Trophäe. In zirka 40 Minuten?

48. Das Spiel läuft schon wieder – schade, der Kuchen am Imbissstand sah sehr lecker aus.. Keine Wechsel.

Halbzeit: Am LSK-Aufstieg sollte es nun wirklich keine Zweifel mehr geben. Aber die Jungs wollen sich bestimmt nicht mit einer Niederlage aus der Oberliga verabschieden. Egestorf begann druckvoll, zog ein starkes Flügelspiel auf und erzwang so auch die schnelle Führung. Die Gäste wirkten anfangs schon seeeehr nervös, bekommen aber allmählich ihre Nerven wie das Spiel in den Griff.

45. Kein Tag für ein Braunschweiger Fußballwunder – Göttingen führt 1:0. Zwischendurch hatte Möller noch das Außennetz getroffen.

40. Langsam kommt Struktur ins Lüneburger Spiel, auch wenn die ganz großen Chancen noch fehlen. Das Geschehen verlagert sich aber spürbar Richtung Germania-Tor.

37. Nochmals Saglam – diesmal setzt er einen Heber aufs Tornetz.

36. Die erste herausgespielte Lüneburger Chance. Tillack legt per Kopf für Saglam auf, doch der zielt zu hoch.

34. Jetzt ist Schierholz fast auf und davon, doch Atug hält den Egestorfer auf.

31. Bönig taucht frei vor LSK-Keeper Wulf auf, doch der Torwart pariert. Braunschweig hat inzwischen auch einige gute Chancen vergeben.

21. Gelbe Karte für Wolk für ein hartes Einsteigen im Mittelfeld. Egestorf, das zeigen die ersten Minuten, ist mit den Gedanken längst noch nicht in der Sommerpause, will dieses Ding gewinnen.

19. Braunschweig trennen aktuell 13 Tore vom Titel. Noch gab’s aber nur eine Chance…

16. Das Spiel hat sich beruhigt. Der LSK spielt mit der Elf der Vorwochen: Wulf – Ioannou, Grahle, Atug, Penz – Wolk, Saglam – Gierke, Möller – Tillack, Hertting.

11. Spielminute: Das Laptop hatte leider ebenso Startprobleme wie der LSK. Egestorf führt seit der 4. Minute durch Bönig, der nach Schikoras Querpass frei einschießen durfte.

13.35: Wir sind kurz vor Soltau – die Sonne scheint. Kann sich jemand noch an den letzten Spieltag vor einem Jahr in Langenhagen erinnern? 90 Minuten Dauerregen von der heftigen Sorte.

Eine Ergänzung zum Thema „der letzte Spieltag hat seine eigenen Gesetze“: Schweinfurt 05 musste gestern unbedingt gewinnen, um nicht aus der Regionalliga abzusteigen, lag fünf Minuten vor Schluss aber 1:3 zurück. Endergebnis: 4:3. Aber wir wollen nichts beschreien. Holt der LSK einen Punkt oder auch drei in Egestorf, kann Braunschweig gern auch 999:0 gewinnen…

12.50: Moinsen! Noch 130 Minuten bis zum Anstoß. Der LSK tritt heute zu seinem mutmaßlich letzten Spiel in der Fußball-Oberliga bei Germania Egestorf an. Die Lüneburger haben vor diesen finalen 90 Minuten einen Vorsprung von 3 Punkten und 13 Toren auf die Freien Turner Braunschweig, die zeitgleich Göttingen 05 empfangen. Was kann da noch schief gehen? Der LSK könnte zum Beispiel 0:2 in Egestorf verlieren, Braunschweig parallel 12:0 gegen Göttingen gewinnen. Extrem unwahrscheinlich – aber nicht unmöglich.