Sonntag , 27. September 2020

Keine Mitgift für LSK Hansa

Der 1. April 2014 wird ein historisches Datum für den LSK Hansa, denn an diesem Tag wird Investor Uwe Gerner das Grundstück in Wilschenbruch endgültig übernehmen. Und dann müsste zeitnah auch die Kaufsumme in Höhe von 4,05 Millionen Euro fließen an die Stadt Lüneburg, die Heiligen-Geist -Stiftung sowie an den alten LSK von 1901, dem rund 60 Prozent des Areals gehört hatten, beziehungsweise an dessen Insolvenzverwalter Dirk Decker.

Wie hoch sind nach fast 13 Jahren Insolvenz die Verbindlichkeiten des LSK; wie hoch wird der Erlös sein? Selbst eine grobe Schätzung lässt vermuten, dass nichts für die geplante neue LSK-Spielstätte in der Theodor-Körner-Kaserne übrig bleiben wird. Am 30. Juni 2001, dem Tag der Insolvenz, betrug die Schuldensumme 2,2 Millionen Mark (ca. 1,1 Millionen Euro). In einem Schreiben von Deckers Kanzlei an das Lüneburger Amtsgericht wurden Kosten des Insolvenzverfahrens in Höhe von 63300 Mark (ca. 32000 Euro) sowie „die während des Verfahrens zu befriedigenden Masseverbindlichkeiten mit DM 30000 monatlich“ beziffert – das wären nach 153 Monaten Insolvenz umgerechnet mehr als 2,3 Millionen Euro.

Selbst ohne Berücksichtigung weiterer Kosten würde der LSK mittlerweile mehr als 3,4 Millionen Euro zahlen müssen, um alle Forderungen befriedigen zu können. „Wir können nicht verantwortungsvoll auf einen Überschuss spekulieren“, weiß Kayser. Auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte im Zusammenhang mit dem Platz in der Theodor-Körner-Kaserne nur davon gesprochen, dass der LSK Hansa sich an der Unterhaltung beteiligen müsse – davon, dass sich der Verein auch an den Baukosten beteiligen müsse, hatte er nicht gesprochen.

Fragt sich nur noch, was aus dem LSK von 1901 wird, wenn eines fernen Tages die Insolvenz abgeschlossen ist, der Verein buchstäblich aber nichts mehr besitzt. LSK-Präsident Manfred Harder: „Dann kann der LSK ganz schnell abgewickelt werden.“ Sprich: mangels Masse endgültig von der Bildfläche verschwinden.

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