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HVL-B-Jugend will Spiele genießen

Allein die Teilnahme an der Qualifikation zu den deutschen Jugendmeisterschaften ist schon eine positive Überraschung, doch nun haben die Handballerinnen der weiblichen B-Jugend des HV Lüneburg Blut geleckt, wollen weiter auftrumpfen. Auch wenn sie es manchmal noch gar nicht wirklich fassen können, dass sie zu den zwölf besten B-Jugend-Mädchen-Mannschaften Deutschlands gehören, die jetzt in vier Gruppen à drei Teams vier Final-Four-Teilnehmer ausspielen. „Wir fahren jetzt durch ganz Deutschland, um Handball zu spielen. Wie cool ist das denn?“, fragt etwa Rika Spiller, eine aus dem 12 Spielerinnen umfassenden Kader. An diesem Wochenende geht es mit den ersten Quali-Spielen in Oedeme los.
Die Lüneburgerinnen machten mit dem Titelgewinn in der Oberliga Niedersachsen/Bremen die Quali-Spiele überhaupt möglich, gerechnet hatten sie vor der Saison damit nicht wirklich. „Wir dachten uns, dass wir es theoretisch schaffen können“, sagt Rückraumspielerin Leonie Ulinski. „Als es dann so weit war, war es trotzdem überraschend.“ Denn eigentlich war der VfL Oldenburg stärker besetzt, hatte auch die HSG Badenstedt etliche Auswahlspielerinnen mehr im Kader als der HVL. „Wir sind eben eine Mannschaft“, sagt Rika Spiller, die damit gleich die große Stärke hervorhebt. Die Mannschaft ist der Star.

Das verdeutlicht auch Torhüterin Alina Prüfer. „Bei uns gibt es kein Rumgezicke. Wir haben alle das gleiche Ziel, wollen alle gewinnen.“ Rika ergänzt: „Und alle geben immer ihr Bestes, auch wenn es mal nicht so läuft.“ Wie etwa in den Spielen gegen Oldenburg jeweils in der ersten Halbzeit. Doch nach dem Wechsel trumpfte der HVL jeweils stark auf, verlor so in Oldenburg nur knapp und gewann im Rückspiel in Lüneburg mit drei Treffern Differenz. „Die zweite Halbzeit in Oldenburg war unsere beste in der ganzen Saison“, sagt das Trio unisono.
Und deshalb gibt es nun die Saison-Zugabe. Am Sonnabend um 15 Uhr treffen die HVL-Mädels im ersten Spiel in Oedeme auf den bayerischen Meister TSV Ismaning, einen Tag später wartet um 14.30 Uhr der SV 64 Zweibrücken, Oberligameister Saarland/Pfalz/Rheinhessen. „Zweiter wollen wir schon werden, Dritter ist doof“, sagt Rika Spiller zu den Zielen des Teams. Ihre Trainerin Andrea Berndt warnt: „Wir gehen als klarer Außenseiter ins Rennen. Dass wir überhaupt dabei sind, ist ja schon nicht schlecht.“ Zumal dies Lüneburger Handballer noch nie geschafft haben.
Nervös sind die Mädels noch nicht, das kommt erst kurz vor den Spielen: „Klar, sind wir dann aufgeregt. Es ist ein cooles Gefühl, so etwas zu spielen, vor so vielen Zuschauern“, sagt Leonie Ulinski, die es gut findet, erst zu Hause anzutreten. „Da haben wir die volle Unterstützung der Halle.“ Grundsätzlich wollen sie vor allem „Spaß haben“, so Rika Spiller. Gar nicht aufgeregt ist Torhüterin Alina Prüfer, die sagt: „Aufgeregt bin ich nie.“ Als Torhüterin hat sie die Ruhe weg, selbst wenn sie überragende Leistungen abruft wie beim Heimsieg gegen Oldenburg, wo sie die Gäste mit ihren Paraden zur Verzweiflung trieb. Während die HVL-Spielerinnen nach der Schlusssirene vor Freude wild durch die Hallen sprangen, ballte sie einmal kurz die Faust, um dann seelenruhig zu den Mitspielerinnen zu gehen.
Und wenn es nun völlig in die Hose geht? „Handball ist immer noch ein Hobby“, so Rika Spiller. „Wir haben ja auch noch unser normales Leben.“ Alina Prüfer gibt das Motto für die vier Spiele – nach den beiden Heimpartien folgen noch die Auswärtsspiele in München (4. Mai) und Zweibrücken (17. Mai) – aus: „Wir wollen als Mannschaft erfolgreich sein.“