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Vereinsdialog beim TuS Hohnstorf

Gepflegte Rasenplätze, eine Dreifeldsporthalle, ein Kommunikationszentrum, eine junge Vorstandsmannschaft und keine finanziellen Probleme. Die Voraussetzungen für ein intaktes Vereinsleben können im Mehrspartenverein TuS Hohnstorf/Elbe von 1925 kaum besser sein. Der TuS Hohnstorf bietet seinen Mitgliedern sowohl in sportlicher als auch in geselliger Hinsicht eine
ganze Menge, für den zweijährigen Steppke bis zur 90-jährige Oma. Zu den rund 1150 Mitgliedern gibt es noch etwa 200 weitere Gesundheitssportler, die – weil von den Krankenkassen bezahlt – keine Mitglieder sein müssen. Dabei hat die Gemeinde Hohnstorf nur 2400 Einwohner.

Beim Vereinsdialog im Hohnstorfer Sportlerheim lobte NFV-Vizepräsident Hans-Günther Kuers denn auch das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins, ohne das diese Erfolge wohl nicht möglich wären. 219 Mitglieder zählt die Fußballabteilung, die den Verein jährlich rund 55 000 Euro kostet. Wie auch anderswo, kommt diese Summe nicht wieder über die Mitgliedsbeiträge der Fußballer allein herein. Da ist der Gesamtverein gefordert, der sich in Hohnstorf ohne Sponsoren aus seinen Beiträgen finanziert. Erwachsene zahlen 10 Euro, Kinder 5 Euro und der Familienbeitrag liegt bei 20 Euro pro Monat.

Zuschüsse zu den Fahrtkosten erhalten nur die Juniorenteams der Vereinsabteilungen. Geschäftsführerin Annette Kork erklärte, dass für die Unterhaltung der Dreifeldsporthalle, in der auch die
Jugendmannschaften trainieren, pro Jahr rund 36.000 Euro an Kosten anfallen, wovon der Verein ein Drittel trägt. Die anderen Drittel übernehmen die Gemeinde und Samtgemeinde Scharnebeck. Das ist bemerkenswert, denn üblicherweise nutzen Vereine Hallen und Sportplätze kostenlos. Zur Unterstützung des TuS Hohnstorf wurde 2005 eine Sport- und Kulturstiftung gegründet, deren Stiftungskapital derzeit bei zirka 120.000 Euro liegt. Da aber die Zinsen so niedrig sind, dass eine Ausschüttung nicht möglich ist, hat man sich etwas einfallen lassen und eine Neubauwohnung gekauft. Über die Miete rechnet man mit etwa 5000 Euro pro Jahr.

Als positives Beispiel für das Engagement vieler Ehrenamtlicher nannte der Vereinsvorsitzende Dirk Lindemann den Platzwart, der bei Trockenheit auch schon mal um drei Uhr nachts aufsteht, um die Bewässerungsanlage anzustellen.

Kinder für den Fußball zu begeistern, ist auch für den TuS Hohnstorf ein wichtiges Anliegen. Um auch in Zukunft genug Spielernachwuchs zu bekommen, empfahl Jan Baßler, die Zusammenarbeit mit den Schulen zu intensivieren, zum Beispiel über einen Nachmittagsunterricht. Allerdings fehlen dem Verein – wie anderswo auch – qualifizierte Übungsleiter, die dann Zeit haben, die Kinder zu trainieren. Junior-Coaches könnten die Lösung sein, so der stellvertretende NFV-Direktor. „Wir haben in Niedersachsen in drei Jahren über 2000 Jugendliche ausgebildet, die nachmittags ein Training leiten können.“ Als zusätzlichen Anreiz hätten diese Junior-Coaches die Möglichkeit, die Trainer-C-Lizenz zu erwerben. „Ihr müsst eure Kinder im Verein nach oben bringen und sie gut betreuen. Nur dann kann eine Fußballabteilung auf Dauer überleben“, betonte Kuers und forderte, dass sich ältere Spieler im Verein um den Nachwuchs kümmern müssen.

Abschließend diskutierte die Runde über eine Flexibilisierung des Spielbetriebs. Gerade im Jugendbereich kommen in kleineren Vereinen nicht mehr genügend Spieler zusammen. Auch die Bildung von Jugendspielgemeinschaften ist nicht immer eine Lösung. Kuers schlug vor, dass sich die Vereine im Kreis zu dem Thema „Staffeln mit 9er statt mit 11er Teams“ austauschen sollten. Der Kreisvorsitzende Röhling riet, den Kreisjugendobmann anzusprechen. In der Diskussion mit allen Beteiligten könne dann vielleicht eine Lösung gefunden werden.

Auf dem Foto hinten von links: Christian Röhling (Vorsitzender NFV-Kreis Lüneburg), Carsten Voigt (Schriftführer TuS-Fußball), Ortwin Kork (3. TuS-Vorsitzender, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Jens Kaidas (2. Vorsitzender, Liegenschaften), Olaf Redlich (Schatzmeister TuS-Fußball), Andreas Köhlbrandt (Obmann TuS-Fußball), Daniel Neckel (Vorstand TuS-Veranstaltungen), Roman Gerth (Jugendobmann TuS-Fußball), Vorn von links: Jan Baßler (stellvertretender Direktor NFV), Annette Kork (Geschäftsführerin TuS), Hans-Günter Kuers (NFV-Vizepräsident), Heinrich Meyer (Platzwart TuS), Dirk Lindemann (1. Vorsitzender TuS).