Samstag , 26. September 2020

Fünf sind mindestens einer zuviel

Merkwürdig ist es schon, dass der MTV Treubund und die SV Eintracht am letzten Spieltag der Fußball-Landesliga aufeinandertreffen. Wenn die Partie remis ausgeht und damit beide Teams endgültig gerettet sind, wird man beim Absteiger MTV Soltau sicher stinksauer auf den Staffelleiter sein. Noch merkwürdiger ist aber, dass diese drei Teams überhaupt noch einen Absteiger ermitteln müssen.

16 Teams, fünf Absteiger das sorgt nicht nur hin und wieder, sondern regelmäßig für Dramen in der Landesliga. Beispiele gefällig? 2010 stiegen Celle und Worpswede mit je 41 Punkten ab, 2011 Drochtersen/Assel II mit 40 Zählern, 2012 Hagen/Uthlede mit nur 37 Punkten, 2013 Güldenstern Stade und Verden mit je 40 Punkten. Und in diesem Jahr werden, sollte Soltau wie erwartet gegen Osterholz gewinnen, sogar 43 Zähler nicht für die Rettung reichen. Dem HSV reichten in der Bundesliga 27 Zähler und hatte dabei sogar vier Spiele mehr ausgetragen.

MTV Treubund und Eintracht haben mehr Spiele gewonnen als verloren und weisen ein positives Torverhältnis auf. Da ist es brutal, dass beide Teams den Klassenerhalt immer noch nicht im Sack haben. Umgekehrt standen der SV Ilmenau, Hambergen und RW Cuxhaven nach der Hinrunde praktisch schon als Absteiger fest, liegen mittlerweile mehr als 30 Punkte hinter dem rettenden Ufer. Spiele mit Beteiligung dieser Schießbuden haben längst keinen sportlichen Wert mehr.

Es hilft über kurz oder lang wohl nur eine weitere Ligenreform. Das Leistungsgefälle ist auch in den Bezirksligen gewaltig. Der Schritt zurück zu zwei oder wenigstens drei Staffeln wäre inzwischen schwer angesagt, damit sich die Zahl der Aufsteiger in die Landesligen reduziert. Das wäre die elegantere Lösung als das Streichen der Aufstiegsrunde – dass dieser zusätzliche Neuling durchaus eine Bereicherung für die Landesliga sein kann, hat zuletzt Eintracht Elbmarsch eindrucksvoll bewiesen.
Andreas Safft