Sonntag , 27. September 2020
Auch wenn man sich manchmal ganz schön abstrampeln muss - Spaß soll der Sport in jedem Fall machen.

Mal andere Gesichter sehen…

„Das Wie ist eigentlich egal. Es kommt darauf an, dass man sich überhaupt bewegt.“ Weise Worte von Diplom-Sportwissenschaftlerin Janina Thießel zu Beginn unserer Serie „Fit im Trend“. Auf neun verschiedene Arten habe ich versucht, meinem Körper etwas Gutes zu tun. Ob ich nun der Älteste in der Gruppe war oder der Jüngste, blutiger Anfänger oder doch schon ein bisschen vorgebildet – überall hat’s Spaß gemacht, auch wenn ich mir ab und zu einen Muskelkater oder aufgeschrammte Knie abgeholt habe. Und nicht nur einmal habe ich gedacht: Mensch, das ist ja schön hier, da gehst du wieder hin.

Noch ein Zitat von Janina Thießel: „Die Leute kommen in die Stunden, um sich mit anderen zu treffen. Nicht allein der Sport zählt, sondern auch das Gruppengefühl.“ Wie wahr. Überall habe ich Frauen und Männer vorgefunden, die sich auf die Stunde und aufeinander gefreut haben, die oft noch lange nach Ende der Übungseinheit zusammensaßen und miteinander klönten. Mal ein anderes Gefühl als nur stundenlang durch den Wald zu rennen und allein der Musik vom MP3-Player zu lauschen. Ein echter Teamgeist kann halt auch jenseits der klassischen Mannschaftssportarten entstehen.

Unterschätzen werde ich jedenfalls kein Sportangebot mehr: Bei modernen Angeboten wie 4D Pro oder HIIT war ich ja auf Schweiß und Schmerzen eingestellt, aber auch die Rückengymnastik in Neetze oder das Montagsmänner-Turnen in Scharnebeck lassen sich nicht mal eben mit links wegturnen.  Und es gibt Grundsätze, die über eine einzelne Sportart hinaus gelten: Mal taten wir beim Yoga mit exakt der gleichen Übung wie beim Karate etwas für die Körpermitte, mal endete Jump & Jab mit Pilates-Einheiten. Und wenn ich mal irgendeine Schrittfolge nicht ganz 100-prozentig exakt hinbekomme, habe ich die nächste Aussage von Janina Thießel in den Ohren: „Es muss aus
den Köpfen raus, dass man bestimmte Sachen nur so und so machen sollte und nicht anders.“ Also weg mit dem Perfektionismus, her mit dem Spaß!

Die wichtigste Lektion für mich ist aber, dass ein einziger Sport wie zum Beispiel die Lauferei auf Dauer einfach zu einseitig ist. Der Mensch braucht halt nicht nur Kondition, sondern auch Kraft, Koordination, Beweglichkeit und einen Schuss Schnelligkeit. Und er braucht neue Reize, Abwechslung, hin und wieder auch mal andere Gesichter um sich herum. Er braucht, wenn sein Leben vielleicht zu hektisch ist, einen Ruhepol wie Yoga. Oder wenn er den ganzen Tag nur sitzt, etwas zum Auspowern wie Karate. Anfang Februar ist vielleicht nicht der übliche, aber in jedem Fall ein sinnvoller Termin für einen guten Vorsatz. Und meiner lautet nun: Ich mache auch weiterhin mindestens einmal pro Woche einen Sport, für den ich keine Laufschuhe benötige. Und Barfußlaufen gilt nicht!