Samstag , 24. Oktober 2020
Mona Hasenritter läuft gern von Lüneburg zum Waldgasthof Böhmsholz und zurück. Foto: t&w

Eine echte Alternative zum Wilschenbruch

Lüneburg. Egal, wohin Mona Hasenritter reist – die neue Umgebung erkundet sie immer im Laufschritt. So auch 2014, als sie von Kiel nach Lüneburg zog. „Ich kannte hier nichts und niemanden, bin einfach auf gut Glück losgelaufen.“ Und fand eine Strecke vor der Haustür, die noch heute ihr absoluter Favorit ist: Zwölf Kilometer von den Sülz-wiesen aus durch Wald und Wiesen in Richtung Heiligenthal und über den Waldgasthof Böhmsholz zurück.

Dabei genießt Mona Hasenritter bereits den ersten Kilometer durch die charakteristischen Linden der Schnellenberger Allee, die den Weg aus der Stadt in die Natur weisen. „Weil es zuerst schön bergan geht, hat man gleich einen kleinen Trainingseffekt“, erklärt die 36-Jährige. Am Ende der Allee läuft sie rechts in Richtung Reppenstedt direkt am gleichnamigen Gut Schnellenberg vorbei und biegt in der scharfen Rechtskurve links in den Böhmsholzer Weg und wieder links in den Wald hinein. Orientierung an der Stelle gibt das „Durchfahrt verboten“-Schild für Fahrzeuge.

Oft ein Halt für Fotos

„Ab dann hast du links Wald und rechts nur noch Felder, auf denen der Raps im Frühjahr herrlich gelb leuchtet. Da halte ich oft an und muss ein Foto machen“, schwärmt Mona Hasenritter, für die der Kurs eine echte Alternative zum Wilschenbruch ist – dem Laufrevier Nummer 1 der Lüneburger. „Hier ist es einsamer und nicht so prominent, das schätze ich.“

Denn Laufen bedeutet für die promovierte Rechtsanwältin vor allem Erholung vom Arbeitsalltag. Auf Zeiten schielt sie dabei nicht. „Eigentlich wollte ich mal was erreichen, bin aber irgendwie nie so richtig vom Fleck gekommen“, gesteht sie schmunzelnd.

In Kiel geboren und aufgewachsen, ist sie als Jugendliche vor allem gerudert. „Laufen gehörte aber immer zum Alternativtraining.“ Sie findet Gefallen daran und schafft ihren ersten Halbmarathon in Kiel in 2:10 Stunden. Auch in Lüneburg knüpft sie erste Kontakte über den Sport, schließt sich der Laufgruppe beim VfL Lüneburg von Trainerin Andrea Griebel an.

Mit einer Schnapsidee zum Bibermann

Sie ist es auch, die Mona Hasenritter zum Triathlon bringt – mit einer Schnapsidee: „Für eine Staffel beim Bibermann in Bleckede fehlte ein Schwimmer und ich habe mich in einer schwachen Minute bereit erklärt“, erinnert sie sich. Mona Hasenritter feilt an Kraft und Technik im Wasser, ,,und dann habe ich die anderthalb Kilometer ganz gut bewältigt, es war ein wunderbarer Tag.“

Sie kommt auf den Geschmack, nimmt die Olympische Distanz bei dem beliebten Triathlon des RSC Lüneburg ein Jahr später allein in Angriff. Ergebnis? „Ich war gut, aber ich bin eben keine schnelle Sportlerin.“ Dennoch ist sie dem Triathlon treu geblieben. ,,Die Vielfalt aus Schwimmen, Laufen und Radfahren und das Training in der Gruppe macht einfach Spaß und wird nie langweilig.“

Aber zurück zu ihrer Lieblingsstrecke: Die führt Mona Hasenritter kurz vor Heiligenthal wieder raus aus dem Wald und auf die Verlängerung des Schnellenberger Wegs – der Straßenname ist auf dem Kurs Programm. Dann läuft sie weiter geradeaus und links über die Straße Mariengarten auf den Böhmsholzer Weg. „Ab hier ist der Waldgasthof auch ausgeschildert, einfach folgen.“

Pfau aus Böhmsholz grüßt von Weitem

Nun dauert es nicht mehr lange – und die Läuferin wird mit einem lauten, durchdringenden Schrei begrüßt: Der blaue Pfau auf dem Gelände des Waldgasthofs macht schon von Weitem auf sich aufmerksam. „Wenn er in der Nähe ist, halte ich immer kurz an und bestaune das bunte Pfauenrad.“

Beim Foto-Termin bei Starkregen lässt sich leider kein Tier blicken – Mona Hasenritter aber genießt den Weg zurück nach Lüneburg dennoch in vollen Zügen. „Die Strecke ist bei jedem Wind und Wetter schön.“

Von Kathrin Bensemann

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