Freitag , 25. September 2020
Volle Ränge beim Budenzauber der SV Eintracht in der Sporthalle Oedeme - wie hier im Vorjahr bei der Partie des Vastorfer SK gegen den TSV Bardowick - wird es in diesem Winter nicht geben. Foto: be

Es hat sich ausgezaubert

Lüneburg. Corona und Hallenfußball – das passt nicht zusammen. Wo ansonsten bis zu zwanzig Teams vor vollen Rängen ihre Künste präsentieren, werden in diesem Winter wohl alle Türen verschlossen bleiben. „Es tut uns in der Seele weh, aber das ist leider so, dass wir unser Turnier absagen müssen“, sagt Oliver Vogt, Organisator des Budenzaubers der SV Eintracht. „Zu 99 Prozent ist das Thema durch.“ Der LSK, Barendorf, Bardowick und Neetze haben ihre Hallenturniere bereits gestrichen.

Zahl der Spieler und Zuschauer viel zu hoch

Nach den aktuellen Verordnungen in Niedersachsen stehen mehrere hohe Hürden dem Spaß in der Halle im Weg. Zum einen dürfen sich während einer Veranstaltung nicht mehr als 50 Personen – also Aktive, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle – im Innenraum befinden. Zum anderen müsste für jedes Team eine eigene Kabine zur Verfügung stehen. Außerdem können die Veranstalter nicht mit den üblichen Zuschauerzahlen kalkulieren.

„Bei uns gehen an zwei Tagen bis zu 1000 Leute rein und raus“, rechnet David Keese, Obmann des TuS Barendorf aus. „Da dürften wir wahrscheinlich gar keine Zuschauer mehr reinlassen. Ich bezweifle, dass die Gemeinde überhaupt ein solches Turnier genehmigen würde.“ Deutlich weniger Teams, eine leere Tribüne und der Verzicht auf den Verkauf von Speisen und Getränken wäre die einzige Alternative. „Aber dann rechnet sich das alles nicht“, sagt Keese. In Barendorf wie anderswo sollen Hallenturniere den Etat der Abteilung sichern.

Schon die Freiluft-Saison fordert alle Vereine

Doch der Aufwand würde in keinem Verhältnis zu einem möglichen Gewinn stehen. „Wir müssten an jede Tür und an jeder Ecke einen Ordner stellen“, meint Vogt. „Du musst aufpassen, dass sich immer nur eine Person in den Toiletten aufhält. Und du kannst ja auch keine selbstgemachten Brötchen oder Frikadellen verkaufen.“

Zudem haben die Ehrenamtlichen bei der SV Eintracht schon jetzt alle Hände voll zu tun, um die Hygiene-Vorgaben bei den Heimspielen der Bezirksliga-Herren, der Oberliga-Frauen und aller anderen Teams im Verein umzusetzen. Vogt: „Auch deshalb gibt es zurzeit niemanden im Vorstand, der den Budenzauber ausrichten will.“ Vergleichbar ist die Situation in den anderen Vereinen, in denen mit großem zeitlichen und personellem Aufwand gerade erst Hygiene-Konzepte für die Freiluft-Saison ausgearbeitet wurden.

Im Sommer könnte mehr möglich sein

Mit bangem Blick schaut Vogt bereits auf den kommenden Sommer, dann soll eigentlich wieder das internationale Schiedsrichter-Turnier auf der Hasenburg steigen. „Die Planung ist zurzeit unmöglich.“ Die Barendorfer wollen zumindest ein vereinsinternes Hallenturnier veranstalten und im Sommer eine alte Tradition wieder aufleben lassen. „Wir planen als Alternative ein Fußballturnier der Barendorfer Straßen“, verrät Keese. Im Freien und mit ein paar Monaten Abstand, so hofft er, sind größere Veranstaltungen dieser Art wohl wieder möglich.

Von Andreas Safft

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