Auch auf dem Sportplatz des Dahlenburger SK wird es in dieser Saison keine Spiele mehr geben. (Foto: be)

NFV bricht Fußball-Saison ab

Die Spielzeit ist abgebrochen, zudem werden alle Partien annulliert. Damit ist eine fünfmonatige Hängepartie zu Ende gegangen

Lüneburg. Die Fußball-Saison in Niedersachsen ist Geschichte. Der Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) und die 33 Kreisvorsitzenden entschieden sich mehrheitlich (86 Prozent) für einen Abbruch der Saison. Zudem wird die Serie annulliert, so als hätte es sie nie gegeben. Das gilt von der Oberliga abwärts bis in die niedrigste Kreisklasse.

Unklar ist nur noch die Auf- und Abstiegsregelung an der Schnittstelle Regionalliga/Oberliga. Spitzenreiter SV Ramlingen/Ehlershausen sowie der Tabellenzweite 1. FC Germania Egestorf/Langreder können somit weiter auf den Einzug in die 4. Liga hoffen.

„Das war eine erstaunlich harmonische Stimmung und eine sachliche Diskussion. Ich halte die Annullierung für die sauberste Lösung“, sagt Jürgen Stebani, Spielausschuss-Vorsitzender im NFV. „Das ist natürlich bitter für die Mannschaften, die oben in der Tabelle stehen.“

Wenn möglich, soll der Landespokal noch ausgespielt werden. Dies gilt für die beide Stränge (3. Liga und Profis/Amateure), aus dem die zwei Teilnehmer für den auch finanziell lukrativen DFB-Pokal ermittelt werden.

Der Vorstandssitzung vorausgegangen war eine Erhebung eines Meinungs- und Stimmungsbildes in den 33 NFV-Kreisen und vier NFV-Bezirken. „Meine Vorstandskollegen sind in den Kreisen und Bezirken mit ihren Vereinen in einen intensiven Dialog zum weiteren Umgang mit der Saison eingetreten. Hierbei bestätige sich niedersachsenweit mit großer Mehrheit die Variante des Abbruchs in Form der Annullierung“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath.

In der Vorstandssitzung wurden auch Stimmen erörtert, die sich gegen einen Saisonabbruch ausgesprochen hatten. So ging Distelrath u. a. auf einen an ihn adressierten Offenen Brief von 14 Vereinen aus dem NFV-Bezirk Braunschweig ein, die darum gebeten hatten, die weitere Entwicklung der Pandemie abzuwarten. Letztlich setzte sich die Vernunft durch.

Von Ulrich Pott