Donnerstag , 13. August 2020
Einsatz für die Jugend, hinten v. l.: Antonia Böge, Mattis Dietrich, Philine Uhlemann, Marie Meinberg, Lisa-Marie Wienecke und Friederike Hahn sowie vorn v. l.: Melina Glor und Lina Oskamp. Foto: t & w

Die Sportjugend will bekannter werden

Sie wollen jungen Sportlerinnen und Sportlern mehr Gehör verschaffen, das Ehrenamt für sie attraktiver machen – und ein Netzwerk aufbauen, um miteinander ins Gespräch zu kommen: Ambitionierte Ziele, die sich das neue Team der Lüneburger Sportjugend gesteckt hat, die Voraussetzungen aber stimmen. „Wir sind ein bunter Haufen aus ganz unterschiedlichen Sportarten und Vereinen“, erklärt Melina Glor. „Und wir sind hochmotiviert.“

Die 20-Jährige gehört neben Friederike Hahn und Dana Burmeister bereits zum alten Stamm der Sportjugend. Ab sofort bilden die drei mit Lina Oskamp und Marie Meinberg den neuen Vorstand – und werden von weiteren bekannten Gesichtern aus dem Lüneburger Sport unterstützt: Antonia Böge von den Rope Skippern des MTV Treubund ist dabei, Mattis Dietrich, Athlet der Lüneburger SV, sowie Lisa-Marie Wienecke vom TSV Gellersen und Philine Uhlemann, die bei der Eintracht Lüneburg kickt.
Die Sportjugend hat Nachholbedarf. „Wir müssen präsenter werden, die Jugend in den Vereinen weiß oft gar nicht, dass es uns gibt“, sagt Lina Oskamp (21). Die Sportjugend Lüneburg ist die Jugendorganisation des Kreissportbundes Lüneburg, vertritt rund 22.000 Kinder und Jugendliche aus ca. 160 Sportvereinen in Stadt und Kreis.

Lina Oskamp war 2019 Beauftragte für den „Go Sports Day“, bei dem Kinder und Jugendliche das Angebot einiger Vereine kostenlos testen konnten. Diese und ähnliche Aktionen soll es wiedergeben, müssen aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Auch Kooperationen mit dem FC Dynamo und dem Jugendzentrum Kaltenmoor sind in Planung. „Integration funktioniert am besten über den Sport“, weiß Lina. Das Team setzt auf die Unterstützung von Nurka Casanova, die über die Koordinationsstelle „Integration in und durch Sport“ beim Kreissportbund Lüneburg (KSB) seit Jahren Projekte organisiert.

Friederike Hahn, mit 38 Jahren die Älteste an Bord, liegt der richtige Umgang mit dem Thema „sexualisierte Gewalt im Sportverein“ am Herzen. „Viele Vereine sind da noch unsicher, aber es sollte nirgendwo tabuisiert werden“, so die Bardowickerin, die regelmäßig in Fortbildungen zu dem Thema referiert. Die Sportjugend überlegt nun, wie sie den Nachwuchs über Aktionen sensibilisieren kann.

„Jeder macht das, was ihm gut liegt“ – ist das Motto des neuen Teams. Antonia Böge hat ihren Schwerpunkt gefunden. Sie ist nicht nur im Verein als Rope Skipperin aktiv, sondern hat auch Erfahrungen als Übungsleiterin und Referentin. „Ich war FSJlerin beim MTV Treubund und durfte dort quasi alles machen“, berichtet sie. Sie will nun angehenden Übungsleiterinnen Tipps geben, wie man sich Respekt vor Gruppen verschafft und sich selbst stärken kann. Das Projekt, das sie mit Melina Glor plant, hat bereits einen Namen: „Jung, aber oho.“

Daran knüpft sich die Frage, wie das Ehrenamt für den Nachwuchs attraktiver wird. Mit der Aktion „Soziale Talente“ hat die Sportjugend in den vergangenen Jahren junge Engagierte aus Vereinen geehrt. Sie soll 2021 in die nächste Runde gehen, um die hervorzuheben, die unermüdlich im Einsatz sind.

An der Männerquote muss die Sportjugend noch schrauben. Mattis Dietrich (19) ist zurzeit der Hahn im Korb, bekommt demnächst aber Unterstützung von Lucas Reinhardt. Der Fußballer vom Ochtmisser SV ist der neue FSJler beim Kreissportbund Lüneburg und damit automatisch im Team gesetzt. Mattis Dietrich freut sich über die Möglichkeit, sich über die Sportjugend für seine Altersklasse engagieren zu können. Er will vor allem die Social-Media-Kanäle bespielen, hofft auch hier viele junge Sportlerinnen und Sportler erreichen zu können. Mit einer kleinen Serie über den Instagram-Account ksb_luenburg hat er bereits einige Tipps wie etwa zur Ausdauer zusammengestellt.

Alle sechs Wochen will sich die Sportjugend zu Sitzungen treffen. „Wer teilnehmen oder uns unterstützen möchte, kann sich gerne melden“, wirbt Melina Glor. Denn das wird den Erfolg ihrer Arbeit in den kommenden zwei Jahren ausmachen: „Dass wir auch vom Nachwuchs aus den Vereinen erfahren, wo der Schuh drückt oder was sie von uns erwarten.“ Kontakt: glor@sportjugend-lueneburg.de