Donnerstag , 1. Oktober 2020
Patrick Forkel (l.) und Lennart Warncke vom TSV Adendorf. Foto: be

Leidenschaftliche Zocker

Seit Mitte April messen sich die Teams aus dem Fußball-Kreis Heide-Wendland an der Spielkonsole. Um die spielfreie Zeit zu überbrücken, rief der Verband eine Kreismeisterschaft auf der PlayStation 4 ins Leben. Im online-Modus „1 gegen 1“ traten zu Beginn insgesamt 45 Teams in drei Staffeln vom heimischen Sofa gegeneinander an. Nun sind noch vier Teams übrig geblieben. Zwei davon kommen aus dem Landkreis Lüneburg: Die Teams des TSV Adendorf und der SV Scharnebeck.

Ein Team besteht dabei aus zwei Spielern. Vor dem Viertelfinale am vergangenen Sonntag waren mit Scharnebeck I und II, Barendorf und Adendorf noch vier hiesige Clubs im Rennen. „Überraschend“, wie Lennart Warncke und Patrick Forkel vom TSV Adendorf meinen, musste Scharnebeck II gegen Bodenteich die Segel streichen. Zuvor hatten die Scharnebecker keines ihrer Gruppenspiele verloren und kassierten in 13 Partien lediglich 13 Gegentore.

Forkel und Warncke selbst setzten sich ebenfalls etwas überraschend gegen den TuS Barendorf durch. Die Barendorfer hatten ebenfalls keines ihrer Gruppenspiele verloren. Für die beiden 20- und 26-jährigen Ur-Adendorfer bietet die Kreismeisterschaft eine interessante Abwechslung in der fußballfreien Zeit. „Der Ehrgeiz ist schon groß. Wir trainieren viel im Duell gegeneinander und nach jeder Niederlage hinterfragen wir, woran es gelegen haben könnte“, meint Forkel.

Warncke beschreibt sich als leidenschaftlichen Zocker. Für ihn ist der Reiz, sich mit Fußballern zu messen, die man sonst meist nur auf dem Rasen trifft, besonders groß. „Mit Benedikt Harms und Patrik Peters aus den beiden Scharnebecker Teams habe ich sogar in der Jugend zusammengespielt. Das motiviert dann besonders.“

Die Partien des TSV Adendorf werden auf der Streaming Plattform Twitch live im Internet übertragen. „Unsere Mannschaft unterstützt uns da sehr. Mit 35 Zuschauern hatten wir gegen Barendorf den bisherigen Zuschauerrekord“, so Warncke. Im Halbfinale trifft Adendorf nun auf Scharnebeck, sodass auf jeden Fall ein Lüneburger Team das Finale erreichen wird. „Jetzt, wo wir im Halbfinale stehen, wollen wir das Ding auch gewinnen“, sagt Forkel. Warncke schiebt die Favoritenrolle zwar zu den Scharnebeckern, ergänzt aber: „Bei Fifa ist alles möglich. Eine Chance rechne ich uns auf jeden Fall aus.“

Die Gegner, Patrik Peters und Jan-Luca Pfeifer von der SVS, setzten sich in einem internen Turnier gegen ihre Mitspieler durch. „Es wurden alle aus der Mannschaft gefragt, wer Bock hätte anzutreten. Aus allen Interessierten gab es dann ein internes Turnier, bei dem wir uns durchgesetzt haben“, so Peters. Pfeifer ergänzt mit einem Schmunzeln: „Es nahmen 13 oder 14 Spieler aus der Ersten und Zweiten teil. Manchen musste man sogar erstmal erklären, wie der online-Modus funktioniert.“

Jedes Wochenende verbringt der 21-jährige Peters einige Stunden vor der PlayStation und misst sich im online-Modus „Weekend League“. Sein 22-jähriger Mitspieler zockt ebenfalls seit 2011 regelmäßig über das Internet. „Eigentlich dachte ich, dass wir beide schon sehr gute Fifa-Spieler seien. Als wir jedoch unser erstes Spiel nur knapp gewannen, merkte ich, dass es wohl doch noch andere gute Spieler gibt“, meint Pfeifer.

Das Adendorfer Team kann Peters nach eigener Aussage ganz gut einschätzen: „Ich kenne die Jungs, unsere Chancen sehe ich bei 50:50. Es wird sicher eine spannende Partie, den Sieg würde ich aber natürlich gerne mitnehmen.“ Pfeifer gibt zu: „Vor den online-Partien bin ich meistens sogar aufgeregter als vor den Spielen auf dem Rasen.“

Neben dem Halbfinale Adendorf gegen Scharnebeck treten im Uelzener Derby Bodenteich und Barum II gegeneinander an. Beide Partien sind für das Wochenende geplant. Anstoßzeiten und Links zu den Twitch-Kanälen, über die die Partien übertragen werden, sind unter www.heide-wendland.de zu finden oder bei Facebook beim NFV-Kreis Heide-Wendland.

Patrik Peters (l.) und Jan-Luca Pfeifer von der SV Scharnebeck. Foto: privat