Dienstag , 22. September 2020
Der SC Lüneburg, der ohnehin seit Jahren in Ochtmissen trainierte und spielte, tritt nun dem OSV bei. Foto: be

Fusion so gut wie besiegelt

Die Fußball-Fusion des Ochtmisser SV mit dem SC Lüneburg ist so gut wie besiegelt. Zwar läuft die Mitglieder-Abstimmung beim OSV noch, aber eine nötige Mehrheit für das Projekt steht bereits fest, wie die LZ erfuhr. Damit wird der SC Lüneburg im OSV, der zwei neue Herrenfußballmannschaften bilden wird, aufgehen. Trainer der 1. Herren wird Thorsten Sasse, der früher die 2 Herren des SC trainierte. Einen ausführlichen Bericht zu den Kaderplanungen des OSV lest ihr am heutigen Dienstag in der LZ.

Vor sechs Jahren hatte sich der SC Lüneburg gegründet. Im Juni 2014 brachte die LZ den ersten ausführlichen Artikel über den neuen Verein. Hier der damalige Bericht:

Gute Jungs stehen in der Pflicht

SC Lüneburg startet mit 21 Fußballern in seine erste Saison

21 Fußballer stehen überpünktlich auf dem Nebenplatz des Ochtmisser SV, lassen die Pille beim Spiel Fünf gegen Zwei in drei Kreisen rollen. „Das geht ja genau auf“, freut sich ihr Coach Markus Harms, „so werden wir jetzt immer die Einheiten beginnen.“ Früher als jede andere Mannschaft in der Region hat der frisch gegründete SC Lüneburg das Training aufgenommen – man hat offenbar sehr viel vor.

Auf den ersten Blick hat sich hier ein bunt zusammengewürfelter Haufen zusammengefunden. Alte FC-Hansa-Trikots und Vastorfer Trainingsjacken sind hier genauso zu sehen wie Leibchen von Real Madrid. Auf den zweiten Blick fällt aber auf, dass viele Spieler herzlich miteinander verbunden sind. Ein Großteil spielte in der Jugend beim VfL Lüneburg oder beim LSK, wanderte später mit Coach Otto Jurischka, heute 1. Vorsitzender des SCL, zum MTV Handorf und später zum LSK II. Nun ziehen sie ihr eigenes Ding durch. „Das sind gute Jungs“, sagt Harms. „Die wollen ihren Verein mit gestalten. Sie stehen in der Pflicht.“

Trainer Markus Harms beim ersten Training des SC Lüneburg. Foto: saf

Harms hatte einige Leute aus dem Kader beim LSK, für den er bis 2007 auflief, trainiert. Mittlerweile ist er nach einem Pädagogikstudium in den Norden zurückgekehrt, beendet zurzeit sein Refendariat am Gymnasium in Hittfeld. Sein Kader besteht vor allem aus alten VfLern oder aus Spielern, die Jurischka beim MTV Handorf oder beim LSK II trainiert hatte. Vom TuS Reppenstedt kommen Nils Kieseleit, Malte Hagenow und Michél Klagholz, vom Vastorfer SK Marc Heuer und Lars Halbensleben. Hendrik Halbensleben, Nils Fior, Tim Dohle und Lars Jurischka – letzterer war sogar schon in der Oberliga für Maschen am Ball – hatten zuletzt ebenso wie Edgar Zinn pausiert.

Für die 2. Kreisklasse ist der SCL angemeldet. Aufstieg lautet das klare Ziel von Harms wie Jurischka. Der Vereinsvorsitzende sieht den SCL ausdrücklich „nicht als Konkurrenz für andere Vereine. Aber für eine Thekenmannschaft wäre mir die Zeit zu schade. Da würde ich lieber im Garten arbeiten.“ Den Vorstand komplettieren Rainer Beister, der vor allem fürs Finanzielle zuständig ist, sowie dessen Sohn, HSV-Profi Maximilian Beister, der dem SCL bereits überregionale Schlagzeilen beschert hat. Und Hüseyin Özdemir, ehemaliger Ochtmisser Coach, unterstützt Harms als Assistent bei der Trainerarbeit.

Doch aller Anfang ist schwer. „Bis man einen Verein ordnungsgemäß angemeldet hat, ist der Papierkrieg gewaltig“, stöhnt Beister. Viele der Spieler wurden von ihren alten Vereinen noch nicht freigegeben. „Unser langfristiges Ziel ist eine eigene Heimat“, verdeutlicht Beister. Doch erst einmal fühlt man sich in Ochtmissen gut aufgehoben. Beim OSV präsentiert sich der SCL erstmals der Öffentlichkeit, startet am kommenden Sonnabend ab 14 Uhr beim Jürgen-Behne-Cup.