Freitag , 25. September 2020
Die AlpenVolleys konnten zweimal in der Gellersenhalle gewinnen. Das Duell in der CU Arena in der vergangenen Saison fand wegen der Corona-Ausbreitung nicht mehr statt. Foto: lüb

Auch AlpenVolleys ziehen sich zurück

Nächster herber Schlag für die Volleyball-Bundesliga (VBL): Nach dem TV Rottenburg verliert sie zwei weitere Mannschaften. Während die VBL den insolventen Volleys Eltmann keine Lizenz mehr erteilte, ziehen sich auch die AlpenVolleys Haching aus wirtschaftlichen Gründen zurück.

„Das Aus von drei Teams trifft die 1. Bundesliga Männer natürlich hart“, sagt Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Bundesliga. „Von den anderen Standorten haben wir bislang positive Signale erhalten. Wir können Stand heute davon ausgehen, dass wir – einschließlich des Nachwuchsprojekts VCO Berlin, das turnusgemäß in die Liga zurückkehrt – mit zehn Mannschaften in die Saison 2020/21 starten werden, sollten sich die Corona-bedingten Einschränkungen nicht noch länger als erwartet hinziehen.“

Bei Eltmanns Lizenzentzug folgte der VBL-Vorstand der Empfehlung des Lizenzierungsausschusses. „Nach eingehender Prüfung aller vorliegenden Unterlagen und Informationen gab es keine andere Möglichkeit, als Eltmann die Lizenz zu entziehen“, sagt Jung. Gemäß Lizenzstatut erhielt der Verein eine Geldstrafe von 32.000 Euro und kann für die nächsten drei Jahre keine Lizenz in der 1. Liga bekommen.

Die AlpenVolleys Haching wollen keine Lizenz mehr beantragen. Im Sommer laufen alle Sponsorenverträge aus, Neuverhandlungen sind wegen der Corona-Krise schwierig. Zwei Partner mussten schon zuvor ihr Engagement reduzieren, sodass Geschäftsführer Hannes Kronthaler, ein Tiroler Bauunternehmer, einspringen musste. „Die Corona-Krise ist nicht der einzige Grund für das Ende, hat jedoch schlussendlich trotzdem den Ausschlag gegeben“, sagt er. „Seit Beginn der AlpenVolleys war es das Ziel, unser Budget um 30 Prozent – auf zwei Millionen Euro – zu steigern. Dies ist uns nicht gelungen. Aufgrund der Corona-Krise ist es unwahrscheinlich, dass wir unser bisheriges Budget halten können. Unter diesen Rahmenbedingungen ist das Risiko zu groß, und ich kann es als verantwortungsvoller Unternehmer nicht eingehen.“

„Wir bedauern den Rückzug der AlpenVolleys Haching. Die Mannschaft war über drei Saisons eine sportliche Bereicherung für die Volleyball-Bundesliga und fand über die Zeit auch bei den Fans immer größere Akzeptanz“, sagt VBL-Geschäftsführer Jung. „Ich möchte mich bei allen Beteiligten, die dieses außergewöhnliche Projekt so erfolgreich gemacht haben, recht herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement bedanken.“

Das deutsch-österreichische Projekt an den Standorten Unterhaching und Innsbruck spielte drei Saisons in der Bundesliga und etablierte sich dort in der Spitze. Der TSV Unterhaching, Stammverein und Lizenznehmer der AlpenVolleys, verzichtet auf die Möglichkeit, ohne den Partner aus Österreich eine Mannschaft für die 1. Bundesliga zu melden und wird in der 2. Bundesliga Süd spielen. „Die letzten Spiele in der Bayernwerk Sportarena waren gut besucht und haben uns gezeigt, dass Erstliga-Volleyball in Unterhaching eine Zukunft haben kann“, sagt Geschäftsführer Mihai Paduretu. „Wir hoffen sehr, dass wir mit unserer jungen Mannschaft aus der 2. Bundesliga aufsteigen können, sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder stabilisiert hat.“