Donnerstag , 6. August 2020
Die Hand dem anderen reichen - das ist vorerst nur im übertragenen Sinn möglich. Foto: Archiv

Echter Sportsgeist

Was hat Corona nur aus unserem Sport gemacht? Drei Wochen ist es gerade einmal her, dass der NFV-Kreis Heide-Wendland seinen Kickern empfohlen hat, bei den Spielen am Wochenende auf das übliche Händeschütteln zu verzichten. Es gab keine Spiele, längst auch kein Training mehr. Und der Alltag fast aller Sportlerinnen und Sportler hat sich massiv geändert.

So viel Leid und so viele Einschränkugen die Pandemie mit sich bringt, so tröstlich ist es doch zu beobachten, wie viele Vereine und Institutionen, wie viele einzelne Aktive auch sich etwas einfallen lassen, um die Folgen zu lindern.

Wir haben in der LZ einige Aktionen vorgestellt: den Verein, der für die ältere Leute im Ort einkauft; den Club, der einen Stadtlauf im eigenen Garten absolviert, um Geld für MS-Kranke zu sammeln; die vielen Sportlerinnen und Sportler, die Videos mit Übungen ins Netz stellen – damit die Leute sich bewegen, aber auch, damit sie sich nicht so einsam fühlen.

Vereine, die finanziell auch nicht auf Rosen gebettet sind, erlassen ihren Wirten vorerst die Pacht. Sport als eine große Familie, hier ist es kein Spruch. So vieles passiert auch, ohne dass es die Beteiligten an die große Glocke hängen. Beispiel von heute: Die Fußballer des TSV Bardowick spenden 300 Euro aus der Mannschaftskasse an die Lüneburger Kindertafel.

Alle Vereine leiden jetzt, verlieren Zuschauereinnahmen oder Sponsorengelder, müssen vielleicht um die Finanzierung der kommenden Saison bangen. Trotzdem: In schweren Zeiten an andere denken, nicht an sich selbst, dem Schwachen die Hand reichen, wenn auch vorerst nur symbolisch, das zeichnet echten Sportsgeist aus.

Andreas Safft