Mittwoch , 23. September 2020
LSK-Kapitän Lukas Pägelow glaubt nicht mehr an eine Fortsetzung dieser Saison. Foto: be

Langeweile sorgt für verrückte Ideen

Kein Mannschaftstraining, keine Spiele – die Fußballer sind schwer genervt von den Einschränkungen durch das Corona-Virus. Da hilft auch das Zocken an der Konsole nur bedingt. LSK-Kapitän Lukas Pägelow im Interview.

LZsport: Hallo Lukas, was machst du gerade?

Pägelow: Ich komme gerade vom Laufen zurück. Wir haben ja jeder einen individuellen Trainingsplan bekommen, an den ich mich natürlich halte.

LZsport: Was beinhaltet der Plan?

Pägelow: Hauptsächlich Laufeinheiten und dazu ein paar Stabilisations- und Kraftübungen.

LZsport: Rechnest du noch damit, dass die Saison fortgesetzt wird?

Pägelow: Ich denke nicht, dass wir in dieser Saison noch spielen. Wie stehen mit der Corona-Epidemie ja erst am Anfang. Selbst wenn es noch Spiele geben sollte, dann wahrscheinlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und ohne Zuschauer zu spielen, macht für uns in der Regionalliga keinen Sinn. Aber es gibt jetzt wichtigere Sachen als Fußball.

LZsport: Es heißt, um dem Verein in der schwierigen Phase zu helfen, haben die LSK-Spieler auf Teile ihres Gehalts verzichtet. Stimmt das?

Pägelow: Das ist unterschiedlich von Spieler zu Spieler. Manche haben das gemacht, bei manchen ist das aber nicht möglich.

LZsport: Am Sonntag habt ihr nach deiner Idee auf Facebook ein virtuelles Spiel gegen St. Pauli ausgetragen, bei dem die Fans mit ihren Kommentaren den Spielverlauf erdacht haben.

Pägelow: Ja, wenn man Langeweile hat, kommen einem verrückte Ideen. Im Moment haben sicherlich alle Mannschaften in der Regionalliga an der Krise zu knabbern – außer den zweiten Mannschaften vielleicht. Da tun solche Aktionen wie am Sonntag mal ganz gut.

LZsport: Was machst du ansonsten gegen die Langeweile?

Pägelow: Ein paar Sachen, die man sonst gern mal aufschiebt. Aufräumen oder was für die Uni machen. Und ab und zu natürlich zocken auf der Playstation gegen den einen oder anderen Mannschaftskollegen. So kann man das Mannschaftsgefüge ein bisschen aufrechterhalten.

LZsport: Der LSK versucht gerade über Spenden seine fehlenden Einnahmen zumindest teilweise zu kompensieren. Wie ist es um die Solidarität bestellt?

Pägelow: Viele sind sehr solidarisch mit dem LSK, das ist super. Man merkt, dass es Fans und Unterstützer gibt, die in schweren Zeiten ihr letztes Hemd geben. Unternehmer, die trotz ihrer eigenen Probleme dem Verein etwas spenden.