Samstag , 19. September 2020
SVG-Boss Andreas Bahlburg muss bei den Planungen für die nächste Saison eng kalkulieren. Foto: be

SVG will den Kader verkleinern

Die aktuelle Saison der Volleyball-Bundesliga (VBL) ist wegen Corona längst abgebrochen – und die kommende vielerorts mit dicken Fragezeichen versehen. „Unsere Sponsoren stehen hinter uns, die haben uns Rückendeckung gegeben“, vermeldet Andreas Bahlburg, Geschäftsführer der SVG Lüneburg, erleichtert. Aber: „Auch wir werden den Gürtel enger schnallen müssen.“

Es ist zurzeit nicht angesagt und kaum möglich, Geldgeber zu halten oder zu gewinnen oder Verhandlungen mit Spielern zu führen. Dem trägt auch die VBL Rechnung, indem sie die Frist für den Lizenzantrag vom 15. April auf den 15. Mai und für die wirtschaftliche Lizenzierung auf den 1. Juni verschoben hat. Bahlburg trug die Entscheidung mit, „um Dampf aus dem Kessel zu nehmen“.

Denn die Bundesligisten plagen nicht nur Zukunftssorgen, sondern auch die Folgen des Saisonabbruchs, durch den Zuschauer- und TV-Einnahmen wegbrechen. Bahlburg spricht von einem „Verlust im mittleren fünfstelligen Bereich“. Die Erstklassigkeit hat sich so für das insolvente Bundesliga-Schlusslicht Eltmann höchstwahrscheinlich ebenso erledigt wie für Zweitligist Moers. Inklusive Aufrücker VCO Berlin würde die künftige Liga im Augenblick wieder zwölf Teams umfassen – wenn denn alle den Frühling überstehen. Vor allem bei den United Volleys Frankfurt und den AlpenVolleys Haching, die jeweils mit großem finanziellen Aufwand zum Angriff auf die Spitze geblasen hatten, wurden zuletzt sehr nachdenkliche Töne angeschlagen.

Die SVG geht vielleicht nur mit einem Zehner- oder Elferkader in die nächste Saison, setzt auf Akteure, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind, und stockt bei Bedarf auf, verrät Bahlburg. Sechs Spieler besitzen einen Vertrag auch für die kommende Saison: Kapitän Viktor Lindberg, Tyler Koslowsky, Florian Krage, Jannik Pörner, Michel Schlien und Leo Durkin. Normalerweise steht irgendwann im April das Gerüst des Teams für die kommende Saison. Diesmal wird es wohl deutlich später überhaupt erst aufgebaut.