Sonntag , 25. Oktober 2020
Kristina Lange läuft am Kanal kurz vor dem Hebewerk bisweilen auch mal mit einem Frachtschiff um die Wette. Foto: t&w

Alles dabei auf zehn Kilometern

Scharnebeck. Kristina Lange liebt die Abwechslung. Mal joggt die 36-jährige Scharnebeckerin mit der Laufgruppe der SVS, mal mit ihrem Freund oder ihrem Lieblings-Trainingspartner, mal mit Freundinnen zum Schnacken, „lieber in Gesellschaft als allein“. Und auch ihre Hausrunde bietet auf zehn Kilometern die unterschiedlichsten Eindrücke. Feld- und Waldwege, Schotter und Asphalt, einen großen Kanal und kleine Seen. Und sogar einen kleinen Treppenlauf.

Der Lauftreff ist einfach der Hammer

Die passionierte Reiterin, seit Anfang 2019 auch 2. Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Echem-Scharnebeck, hält sich seit Ewigkeiten mit Laufen fit, bestritt 2012 beim Hamburg-Staffelmarathon ihren ersten Wettkampf. Richtig ambitioniert ist Kristina Lange dabei, seitdem sie den Lauftreff der SV Scharnebeck für sich entdeckt hat. „Die sind einfach der Hammer“, schwärmt sie. Und das Training schlug bei ihr voll ein, Platz drei in der offenen Frauen-Wertung beim total verregneten Halbmarathon in Amelinghausen vor einem halben Jahr war dafür der beste Beweis.

Über die Felder geht’s erst einmal Richtung Elbe-Seitenkanal, bald taucht linkerhand das Reitgelände auf. Hier finden vom 20. bis 23. August das stark besetzte Scharnebecker Turnier statt, auf das sich Kristina Lange extrem freut. Eigentlich wollte der Verein über Himmelfahrt groß seinen 100. Geburtstag feiern, Corona kam dazwischen. Das Ersatz-Event wird auch sehr stark besetzt sein, auch wenn die internationalen Prüfungen kurzfristig gestrichen werden mussten. Leider darf der Verein längst nicht so viele Zuschauer wie sonst begrüßen. „Im Reitverein sind alle unfassbar motiviert“, schwärmt die 36-Jährige, „auch wenn es nicht das ist, was wir mal geplant haben.“

Da sie gerade vor ein paar Monaten eine interessante neue Stelle als Bilanzbuchhalterin in Hamburg angetreten hat, kommt das eigene Reiten zurzeit zu kurz, „der Tag hat halt nur 24 Stunden“. Bisweilen litt auch die Laufmotivation, da die Pandemie nicht nur alle Wettkämpfe ausfallen ließ, sondern über Monate auch das gemeinsame Training. Nun trifft sich die Gruppe wieder – und auch auf Kristina Langes privater Lieblingsrunde findet sich ein Abstecher zum Hebewerk und zum anschließenden Hügel hoch Richtung rechtes Kanalufer.

Das große Ziel ist erst einmal das Reitturnier

Da trifft man in der Vorbereitungszeit regelmäßig Fußballmannschaften, diesmal aber ein paar Adendorfer Eishockeyspieler beim Sommertraining. Im Wäldchen nahe der Erbstorfer Landstraße und auf den Feldwegen südlich von Scharnebeck ist aber in aller Regel nichts los. „Noch ein Kilometer“, kündigt Kristina Lange an. Auf dem Mühlenteich hat eine Ente zahlreiche Junge großgezogen. Die sind jetzt fast ebenso groß wie ihre Mutter, folgen ihr aber immer noch brav. Angler sind nicht mehr in Sicht. Idylle pur.

Kurz darauf ist sie wieder zu hause im Herzen von Scharnebeck. Ihre zwei Hunde begrüßen sie stürmisch. Für eine lockere Trainingsrunde war sie recht flott unterwegs, brauchte phasenweise keine fünf Minuten für den Kilometer. „Es wird langsam wieder“, freut sich Kristina Lange, die neue läuferische Ziele wiederfinden muss. Erst einmal wartet aber das große Reitturnier. „Das wird richtig fett“, verspricht sie.

Von Andreas Safft

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