Sonntag , 25. Oktober 2020
Tanja und Bjoern Scheele mit Bolle. Foto: kab

Mit Bolle an den Kanal

Wendisch Evern. Die Lieblingsrunde von Tanja und Bjoern Scheele aus Wendisch Evern findet auch Labrador Bolle richtig klasse. ,,Es geht unter anderem am Elbe-Seitenkanal entlang, da springt er zu gerne mal ins Wasser“, erzählen die beiden. Anhalten müssen sie für die Badesession ihres Hundes aber nicht. Wenn Bolle genug hat, kommt er hinterhergefegt.

Die ersten zwei Kilometer sind nicht ohne

Nicht nur das schätzt das sportliche Paar an dem etwa 11,4 Kilometer langen Rundkurs über Hagen und zurück, der unweit von ihrem Zuhause in der Feldstraße in Wendisch Evern beginnt. ,,Die Strecke ist total abwechslungsreich und für die Verhältnisse hier ganz schön bergig“, versichert Bjoern Scheele. Damit meint er vor allem die ersten zwei Kilometer, die über den langen Niendorfer Weg hoch zum Sport- und Tennisplatz nicht ohne sind. ,,Das ist auf jeden Fall das schwerste Stück und zieht sich“, weiß der 47-Jährige nur zu gut. Die Erlösung aber kommt direkt danach – bis hinunter zum Kanal läuft man ausschließlich bergab.

Zwar geht es dann neben dem Wasser vier Kilometer lang monoton geradeaus, langweilig aber wird es Tanja Scheele nie: ,,Da ist immer was los, schon alleine durch die großen Schiffe, die an einem vorbeifahren. Und man kann so ewig weit gucken. Auch im Winter ist hier eine ganz besondere Stimmung.“

Markierungssteine prima für das Intervalltraining

Statt auf die Tartanbahn zu gehen, nutzen die Scheeles den Schotterweg am Kanal auch für ein alternatives Intervalltraining. Alle 100 Meter stehen Markierungssteine am Rand. ,,Da kann man super Sprints einbauen“, zählt die 46-Jährige weitere Vorteile auf.

Kurz bevor sich der Elbe-Seitenkanal und die B 216 kreuzen, verläuft ihre Lieblingsstrecke links weg über eine Allee in Richtung Hagen und von hier über den Postweg zum Klostergut Willerding und schließlich an der Lüneburger Straße zurück nach Wendisch Evern.

Vor zehn Jahren haben sie und ihr Mann hier gebaut, wohnten vorher mitten im Herzen Lüneburgs – direkt hinter der Kneipe „September“ am Stint. ,,Das war schon cool, aber die Ruhe und das Weitläufige genießen wir jetzt sehr, und in der Stadt sind wir ja trotzdem schnell“, so Tanja Scheele.

Inzwischen lieber Triathlon als Marathon

Sie kam 2005 über einen Volkshochschulkurs bei Rüdiger Adamaszek zum Laufen, 2008 finishte sie ihren ersten Marathon. Ehemann Bjoern, auch als Tischtennis-Spieler für den MTV Soderstorf bekannt, brachte eine Wette 2009 an die Startlinie. Hamburg, Berlin, Wien – bis 2014 haben die beiden diverse Marathons mitgenommen. ,,Dann hatten wir irgendwie keine Lust mehr auf lange, intensive Laufeinheiten“, erinnert sich Tanja Scheele. Sie suchten die Abwechslung und wurden Triathleten. ,,Die größte Herausforderung war das Kraulen, aber in Reinhard Schreiber haben wir den besten Schwimmtrainer gefunden, nun klappt auch das.“

Nach einigen kurzen Triathlons wollten sie in diesem Jahr die ersten Mitteldistanzen in Dänemark und Frankreich in Angriff nehmen, doch die fielen der Corona-Pandemie zum Opfer. ,,Nun hoffen wir auf das nächste Jahr und trainieren fleißig weiter“, versichern die beiden.

Sie müssen zugeben: Inzwischen genießen sie die langen Radrunden noch mehr als das Laufen. Doch spätestens wenn Bolle seine Abkühlung braucht, geht‘s raus auf die geliebte Hausstrecke in Richtung Kanal.

Von Kathrin Bensemann

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