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Die SVG kassierte eine 2:3-Heimniederlage gegen die Alpenvolleys. Foto: be

Am Ende fehlt die Kraft

Ohne Drama geht es für die SVG Lüneburg derzeit nicht. Im zweiten Tiebreak-Spiel innerhalb von vier Tagen fehlte dieses Mal aber im Gegensatz zum 3:2-Erfolg in Bühl das Happyend. 2:3 (25:21, 37:39, 25:21, 20:25, 9:15) hieß es im vorletzten Heimspiel der Bundesliga-Hauptrunde gegen die Alpenvolleys Haching. Damit ließ die SVG wieder einmal wertvolle Punkte im Kampf um eine gute Platzierung für die Playoffs liegen. 2:3 obwohl ein 3:2 oder gar 3:1 möglich war, nur ein Punkt statt zwei oder drei Zähler – das ist kein Drama für den Tabellensechsten, aber es war eben erneut­ höchst ärgerlich, weil unnötig.

Trainer Stefan Hübner gab in der Anfangssechs mal wieder Cody Kessel eine Chance (statt Matthias Pompe), ansonsten spielte das zuletzt erfolgreiche Team. Und Kessel stand gleich im Blickpunkt, die Gäste hatten sich ihn bei ihren Aufschlägen ausgeguckt. Aber Kessel überzeugte in der Annahme (58 Prozent) ebenso wie Ray Szeto (72 %) und Libero Tyler Koslowsky (62 %). Und Kessel war am Ende drittbester Scorer (18 Punkte) hinter Szeto (25) und Ryan Sclater (24).

Alles gute bis sehr gute Parameter – der Gegner stand dem allerdings in nichts nach und erwies sich als eine äußerst harte Nuss. So waren die Alpenvolleys in der Feldabwehr gut gestaffelt, kampfstark, präzise abwehrend – ein Kontrahent, wie er sich in dieser Qualität bisher nur selten bei der SVG vorgestellt hat. Und von der Atmosphäre in der Gellersenhalle ließen sich die Gäste auch nicht beeindrucken.

So entwickelte sich schnell ein Match auf höchstem Niveau, in dem die Alpenvolleys von den vielen langen Ballwechseln die meisten gewannen, cleverer agierten und letztlich weniger leichte Fehler machten. Und die besseren Nerven zeigten sie auch, holten sich den zweiten, äußerst dramatischen Satz, der mit 45 Minuten nahezu doppelt so lang war wie normal: Mit dem zehnten Satzball war das 39:37 für Haching verbucht, nach fünf abgewehrten Satzbällen der SVG.

Die SVG kam aber gut zurück. Zuspieler Adam Kocian wählte nun immer öfter auch erfolgreich das erste Tempo für die Mittelblocker Michel Schlien und Noah Baxpöhler, die auch in der Block-Abwehr punkteten. Und Kocian, später angesichts von zehn eigenen Punkten – ungewöhnlich für einen Zuspieler – zum MVP gekürt, wurde zu einem der gefährlichsten Aufschläger, servierte in 23 Versuchen fünf Asse. Satz drei ging an die SVG, doch die Alpenvolleys ließen um keinen Millimeter nach und glichen erneut aus.

Mitte des Tiebreaks brach die SVG entscheidend ein, geriet mit 5:11 in Rückstand. „Da haben letztlich vielleicht auch ein wenig Kraft und Konzentration nachgelassen nach dem langen Mittwochspiel in Bühl und den Reise-Strapazen“, meinte SVG-Trainer Stefan Hübner. „In dieser ausgeglichenen Liga ist jedes Spiel eine große Aufgabe, da ist jedes Mal alles möglich.“