Montag , 5. Dezember 2022
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Tag Archives: Behindertenwerkstatt

 Schlaglicht: Mindestlohn in Werkstätten eine Frage des Respekts

Menschen mit einer Behinderung, die in einer Werkstatt arbeiten, sind vom Mindestlohngesetz ausgeklammert. LZ-Reporterin Anna Petersen erkennt darin eine „strukturelle Form der Diskriminierung“. In ihrem Kommentar stellt sie Thomas Breuer vor, der 39 Stunden pro Woche bei Wind und Wetter schuftet – und dafür den Werkstattlohn erhält: 390 Euro pro Monat. Damit gilt er bei seinem Auftraggeber als Spitzenverdiener.

 Kein Mindestlohn für Menschen mit Behinderung

Etwa 900 Menschen sind in den Werkstätten unter dem Dach der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg oder an einem Außenarbeitsplatz in einem lokalen Unternehmen tätig. In der Wäscherei wird gewaschen, gebügelt und gefaltet.

In deutschen Behindertenwerkstätten gibt es keinen Mindestlohn. Dort liegt das Durchschnittsgehalt nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) bei gerade einmal 211 Euro im Monat. Eine Zahl, die Zündstoff birgt: „Das ist definitiv zu wenig“, stellt Katja Zobel von der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg klar. Sie hofft, dass das Entgeltsystem demnächst auf neue Füße gestellt wird. Die BAG WfbM stellt zwei konkrete Vorschläge zur Diskussion.