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Tag Archives: Landwirtschaft

Tag des offenen Hofes: Landwirtschaft zum Anfassen

Beim "Tag des offenen Hofes" in Wendisch Evern konnten sich Interessierte über die Arbeit in der Landwirtschaft informieren. (Foto: Bauernverband)

Wie werden unsere Lebensmittel produziert? Wie sieht der Alltag auf einem Bauernhof aus? Und gibt es überhaupt genügend Nachwuchs für den Beruf des Landwirts? Das alles waren Fragen, die beim "Tag des offenen Hofes" im Mittelpunkt standen. Der Hof Kruse und der Hof Schlüter hatten ihre Pforten für die Besucher geöffnet.

 Studenten als Bauernhofforscher

Jochen Hartmann, Johanna Wille, Tjark Hartmann und Linus Schürmann (v.l.) schauen sich einen Käfer genauer an. (Foto: t&w)

Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie, heißt es. Allerdings nutzt die beste Theorie ohne Praxis nichts. Und das ist auch den Studenten der Uni Münster bewusst. Vor eineinhalb Jahren, mit Aufnahme ihres Masters in Landschaftsökologie, haben sich Thomas Middelanis und Julia Binder zum Ziel gesetzt, ein Forschungsprojekt zu starten, das für ein besseres Verständnis zwischen Landwirtschaft und Lehre sorgt, aber auch konkrete Ergebnisse erzielt. Mit Jochen Hartmann aus Rettmer haben sie dafür einen Kooperationspartner gefunden.

 Drohnen retten Kitze vor dem Mähtod

Kitzretterin Alexandra Stolz: Die Jägerin lässt die Drohne aufsteigen, mit deren Hilfe die Jungtiere auch im Dichten Gras zielgenau gefunden werden können.

Schon die Vorstellung ist gruselig – hilflose Rehkitze, die durch Kreismäher regelrecht geschreddert werden. Das wollen Landwirte und Jäger künftig verhindern und setzen daher auf modernste Drohnentechnik. In Echem kamen die "fliegenden Augen" jetzt zum Einsatz.

 Feldberegnung: Liegt die Lösung im Kanal?

Aufgrund des Klimawandels gehen Landwirte von einem wachsenden Beregnungsbedarf für ihre Pflanzen aus, grundwasserschonende Alternativen werden gesucht. Vor diesem Hintergrund gerät auch der Elbeseitenkanal in den Fokus: Während der Bau von Speicherbecken entlang der Wasserstraße bislang offenbar am Geld scheitert, kann Hannes Kruse den Kanal schon heute direkt anzapfen. (Foto: t&w)

Aufgrund des Klimawandels gehen Landwirte von einem wachsenden Beregnungsbedarf für ihre Pflanzen aus, grundwasserschonende Alternativen werden gesucht. Vor diesem Hintergrund gerät auch der Elbe-Seitenkanal in den Fokus: Während der Bau von Speicherbecken entlang der Wasserstraße bislang offenbar am Geld scheitert, kann Hannes Kruse den Kanal schon heute direkt anzapfen.

 74 Übergriffe von Wölfen in nur drei Monaten

Auf ihrer Fachtagung in Echem befassten sich Herdenschutzfachleute unter anderem mit der Frage, wie Weidetiere auf schwierigem Gelände bestmöglich geschützt werden können. Hier erläutert Herdenschutzberater Mathias Brockob (2. v. l.), die Funktionsweise des Automatikwicklers, der das Aufstellen eines mobilen Zaunes in Hanglagen erleichtert. (Foto: Archiv/Mühlhausen)

Niedersachsen ist eines der Bundesländer, in denen die meisten Wolfsrudel leben. Zudem wächst die Zahl der Wölfe hier vergleichsweise stark. Und damit nehmen auch die Probleme zu. Experten der Landesarbeitsgruppe Herdenschutz haben bei Vorträgen und Exkursionen diskutiert, wie Weidetiere am besten geschützt werden können.

 Ist die Feldberegnung eine Gefahr für Bäche?

Der Hasenburger Bach dient neben Esterau, Wipperau und Röbbelbach im Landkreis Uelzen den Beregnungsverbänden seit 2020 als erstes Lüneburger Untersuchungsgewässer im Rahmen eines Pilotprojektes. (Foto: t&w)

Der Hasenburger Bach ist seit zwei Jahren mit einer Sonde ausgestattet. Grund ist ein EU-Projekt, mit dem die Dachverbände Feldberegnung Uelzen und Lüneburg gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer den Einfluss der Feldberegnung auf die Fließgewässer und das Grundwasser untersuchen. Ein Thema, das vor dem Hintergrund schwelender Debatten um die zulässige Wasserentnahmemengen für Landwirte aktuell mehr denn je im Fokus steht.

 Mehr Raps, aber kein Boom

Boris Erb vom Vorstand des Bauernverbandes Nordostniedersachsen baut in seinem Betrieb selber keinen Raps mehr an, doch das gelbe Blütenmeer auf dem Feld in Bockelkathen begeistert ihn dennoch.

Auch nicht vor dem Hintergrund leerer Speiseöl-Regale in Supermärkten sieht Landwirt Boris Erb aus Echem künftig keinen Boom beim Rapsanbau im Landkreis Lüneburg. Zu vieles spreche dagegen, meint das Vorstandsmitglied im Bauernverband Nordostniedersachsen.

Wildtierverluste beim Mähen vermeiden

Die Bauern in der Region rüsten sich für die erste Frühjahrsmahd, die Landesjägerschaft, das Landvolk und die Landwirtschaftskammer empfehlen Prävention, damit dabei möglichst wenig Wildtiere ihr Leben verlieren.

 Landwirte wollen Lebensmittelproduktion steigern

Eine Stellschraube, an der das Landvolk drehen will: die befristete Aussetzung von Auflagen in sogenannten „roten Gebieten“, in denen seit vergangenem Jahr schärfere Restriktionen beim Düngemitteleinsatz gelten. Würden die neuen Düngeauflagen übergangsweise gestrichen, sei von einer landesweiten Ertragssteigerung von 380.000 Tonnen Getreide auszugehen.

„Wir wollen Menschen vor dem Verhungern retten“, sagt Thorsten Riggert. Der Landwirt hat zusammen mit dem niedersächsischen Landvolk Maßnahmen erarbeitet, mit denen sich nach ihren Berechnungen allein in Niedersachsen noch in diesem Jahr knapp eine Million Tonnen mehr Getreide ernten ließen. Mehr Dünger, mehr Beregnung, weniger Brachland: Dafür erntet das Landvolk harsche Kritik vom Nabu.