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Tag Archives: Ukraine

 Kommentar: Der kältere Winter als Charaktertest

Kommentar Joachim Zießler

Klar, Meckern ist immer einfach: Heizung teurer, Benzin teurer, Butter teurer. Warum tut die Politik nichts? Wieso hilft mir niemand? Der Gedanke an die wirklich Leidenden, die Ukrainer und die Ärmsten, fällt oft hinten über. Stress entpuppt den Charakter, meint LZ-Kommentator Joachim Zießler. Der nächste Winter wird zeigen, aus welchem Holz die deutsche Gesellschaft gemacht ist.

 Medikamente für Opfer des Krieges in der Ukraine

André Novotny (2.v.r.) mit Kolja Dastkewisch, der seit vielen Jahren Verbindungsmann zur ukrainischen Stadt Bila Zerkwa ist, sowie Gudrun Lehmbeck und Stefanie Vollmer waren am Donnerstagmorgen beim Verladen der medizinischen Hilfsgüter dabei.

Medizinische Hilfsgüter für eine Klinik in der ukrainischen Stadt Bila Zerkwa im Wert von 110.000 Euro haben die Lüneburger Stiftung Hof Schlüter und der ASB, Kreisverband Lüneburg, am Donnerstag per Lkw auf den Weg geschickt. Denn das Hospital No. 2 braucht dringend humanitäre Hilfe bei der Versorgung von Kriegsverletzten, krebskranken Kindern und alten Menschen.

 Die Hilflosigkeit der Helfer

Seit 17 Wochen leben Ella und ihr Mann Andrii zusammen mit ihren fünf Kindern in der 52-Quadtratmeter-Wohnung in Varendorf. Zu siebt teilen sie sich zwei Betten und eine Matratze.

Sieben Personen auf 52 Quadratmetern: „Das ist menschenunwürdig“, sagt Kerstin Schmidt. Sie und ihr Partner haben ihre Dachgeschosswohnung einer Familie mit fünf Kindern aus der Ukraine zur Verfügung gestellt. Nur für ein paar Tage, dachten sie, doch vier Monate später haben die Schmidts noch immer keine langfristig geeignete Bleibe für die Familie gefunden. Das Paar fühlt sich von den Behörden alleingelassen.

 Lüneburg wappnet sich für Folgen des Krieges

Der Blick auf Erdgas- und Stromzähler löst bei immer mehr Lüneburgern Sorgen aus. Der Ukraine-Krieg lässt die Kosten massiv steigen. Die Stadt Lüneburger will auch im Winter eine stabile Versorgung sicherstellen. (Foto: t&w)

Zwar ist Deutschland weit weg von der Front in der Ukraine, doch die Folgen des russischen Eroberungsfeldzugs sind auch hier zu spüren. Auch in Lüneburg. Zeit, sich für den Winter zu wappnen, findet Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Sie beruft eine Konferenz vieler Entscheidungsträger ein.

 Tränen der Dankbarkeit bei Mutter aus der Ukraine

Kateryna mit ihrer Tochter Maria. Beide können sich in Kirchgellersen ein neuen Zuhause einrichten - Dank der Unterstützung anderer.

Kurz nachdem Kateryna und ihre Tochter Maria die ukrainische Stadt Charkiw verlassen hatten, die mal ihr Zuhause war, kam der Vater des Kindes im Krieg ums Leben. Eine Geschichte, die vielen LZ-Lesern Anfang Mai sehr ans Herz ging. Seitdem hat sich im Leben von Mutter und Tochter einiges zum Positiven verändert.

 Hilfsbereitschaft kehrt zurück

Die Familie Kaps (rechts) erfährt nun ihrerseits Hilfsbereitschaft, nachdem sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, weil sie die sechsköpfige Familie Orlenko aus der Ukraine aufgenommen hatten. (Foto: t&w)

Eine fünfköpfige Familie aus Embsen hat vor über zwei Monaten eine sechsköpfige Familie aus der Ukraine bei sich aufgenommen. Diese Hilfsbereitschaft ist ihnen teuer zu stehen gekommen: "Unsere Ersparnisse sind aufgebraucht, wir sind im Minus“, sagte Vivian Kaps-Copland der LZ. Nun dürfen sie ihrerseits Hilfsbereitschaft erfahren: Der Johanniterorden unterstützt die Familie finanziell, die Stiftung Hof Schlüter übernimmt den Umzug der ukrainischen Familie.

 Junge Ukrainer leben sich gut ein

Anna, Katja, Aksenij, Naum (v.r.) gehen gemeinsam an die Grundschule am Sandberg. Insgesamt sind 50 Kinder aus der Ukraine in Grundschulen und Oberschulen in Lüneburg aufgenommen worden. (Foto: t&w)

Die Stadt zieht ein Zwischenfazit zur Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Lüneburg. Noch verfügen Kitas und Schulen über genügend Kapazitäten.

 Kein Containerdorf für Kriegsflüchtlinge in Bardowick

Die Samtgemeinde Bardowick errichtet im Gewerbepark Wittorfer Heide ein Containerdorf für ukrainische Kriegsflüchtlinge. (Foto: phs)

Als schnelle und unbürokratische Hilfe wollte die Samtgemeinde Bardowick ein Containerdorf für ukrainische Kriegsflüchtlinge aufbauen – nun lässt die den Plan fallen. Ein Grund ist unter anderem, dass nicht so viele Menschen untergebracht werden müssen wie erwartet.

 Wenn Hilfsbereitschaft zu Sorgenfalten führt

Die sechsköpfige Familie Orlenko aus der Ukraine (links) kam bei der Familie Kaps-Copland aus Embsen für über zwei Monate unter. Das sorgte für Probleme, vor allem finanzieller Art.

Eine fünfköpfige Familie aus Embsen hat eine sechsköpfige Familie aus der Ukraine aufgenommen. Was für zwei Tage angedacht war, zieht sich nun über zwei Monate hin. Zwar kommen die Familien gut miteinander aus, doch die Situation bringt die deutsche Familie an ihre finanziellen Grenzen: Ihre Ersparnisse sind aufgebraucht, sie fühlen sich im Stich gelassen und wünschen sich von der Politik mehr Unterstützung für helfende Menschen.