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Auto im Herbst

Der Herbst ist da – so sollten sich Autofahrer auf den Winter vorbereiten!

Der Herbst ist eine durchaus schöne Jahreszeit und verzaubert uns mit einer großen Vielfalt an verschiedenen Farben. Doch für Autofahrer zeigt der Herbst lediglich an, dass bald die kalte Jahreszeit vor der Tür steht. Dies erfordert eine gewisse Vorbereitung, um die Sicherheit im Straßenverkehr auch bei Nässe, Schnee und Glatteis zu gewährleisten. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Unfälle mit Personenschäden im Jahr 2014 wieder angestiegen. Nicht wenige dieser Unfälle ereignen sich aufgrund der kalten Witterung. Erst kürzlich informierte die Lüneburger Polizei über die herbstlichen Gefahren im Straßenverkehr. Dieser Artikel soll einige hilfreiche Tipps zur Verminderung des Risikos geben und detailliert aufzeigen, mit welchen Maßnahmen sich das eigene Auto winterfest machen lässt.

Statistik zu Verkehrsunfällen in Deutschland

Abbildung 1: Unfälle im Straßnverkehr in Deutschland, Quelle: Statistisches Bundesamt

Winterreifen aufziehen – hohe Unfallgefahr und Bußgeld vermeiden

Straße mit Schlaglöchern und Auto

Winterreifen sind in Deutschland nach wie vor sehr wichtig. Als Faustformel gilt dabei, dass von Oktober bis Ostern die Winter-Pneus aufgezogen werden sollten. Rein rechtlich besteht nach §3a der Straßenverkehrsordnung allerdings lediglich Winterreifenpflicht bei folgenden Witterungsbedingungen:

  • Glatteis
  • Schneeglätte
  • Schneematsch
  • Eis- oder Reifglätte

Somit müssten Autofahrer zwar kein Bußgeld fürchten, wenn sie im November mit Sommerreifen fahren, während die Sonne scheint. Grundsätzlich kann man aber nie wissen, wann die winterliche Witterung genau einsetzt. Wer also kein Bußgeld von mindestens 60 Euro oder sogar einen Unfall riskieren möchte, sollte ab Oktober Winterreifen nutzen und darüber hinaus auf eine Mindestprofiltiefe von 4 mm achten. Ein geringeres Profil erhöht die Rutschgefahr nämlich bereits erheblich.

Frostschutzmittel nachfüllen und Wischerblätter prüfen

Frostschutzmittel ist vor allem für Scheibenwaschanlage sehr wichtig, denn aufgrund von Regen und Schnee kann sonst die Sicht erheblich behindert werden. Dabei handelt es sich um Substanzen (beispielsweise Glycerin), die den Gefrierpunkt von Wasser deutlich herabsetzen und somit die Funktionsfähigkeit der Scheibenwaschanlage auch bei Minusgraden gewährleisten.

Darüber hinaus ist es ebenfalls sehr wichtig, die Wischerblätter der Scheibenwischer zu prüfen. Dies lässt sich zweierlei Art und Weise erledigen

1. Blicktest

Sind die Wischerblätter klar definiert und sehen nicht zerfleddert aus, handelt es sich im Normalfall um funktionstüchtige Exemplare. Darüber hinaus ist wichtig, ob die Wischerblätter noch direkten Kontakt zur Scheibe aufweisen. Sollte dies nicht Fall sein, ist es Zeit für einen Wechsel.

2. Funktionstest

Zu diesem Zweck einfach etwas schmutziges Wasser über die Frontscheibe gießen und den Scheibenwischer betätigen. Ist die Scheibe danach noch nass oder gar voller Schlieren, müssen die Wischerblätter ausgetauscht werden.

Eiskratzer an Windschutzscheibe

Das nötige Equipment für die Kälte bereithalten

Speziell im Winter wird beim Autofahren spezielles Equipment benötigt, welches in vielen Situationen sehr hilfreich ist. Dazu gehört:

  • Eiskratzer
  • Schneebesen
  • Enteisungsspray für das Türschloss
  • Starthilfekabel für die Batterie
  • Warme Decke
  • Abdeckfolie für die Frontscheibe
  • Abschleppseil

Diese Utensilien können bei winterlicher Witterung sehr hilfreich sein und die ein oder andere brenzlige Situation sehr einfach lösen. Gerade Probleme wie ein vereistes Türschloss oder eine streikende Batterie sind in fremder Umgebung mitunter sehr ärgerlich und verhindern die Abfahrt.

Hinweis: Wer in bergigen Regionen oder anderen Ländern mit Schneekettenpflicht unterwegs ist, muss diese natürlich ebenfalls mitführen. Gerade bei starker Steigung sind die Ketten sehr gute Helfer, um auf verschneitem Boden weiterzukommen.

Weitere Tipps für das Autofahren im Winter

Weißes Auto im Schnee

Neben dem Check des Autos gibt es noch weitere Möglichkeiten, Unfälle und Verletzungen beim Autofahren in der kalten Jahreszeit zu vermeiden. Im Folgenden sollen einige davon näher vorgestellt werden:

  • Vorausschauender Fahren: Neben einer Verringerung der Geschwindigkeit sollte der Fahrstil generell angepasst werden. Weniger ruckartige Manöver und ein sehr wachsamer Blick auf die Straße verhindern auch bei schlechterer Bodenhaftung und längerem Bremsweg eventuelle Probleme.

 

  • Vorsicht an Brücken: Gerade in der kalten Jahreszeit kann sich auf Brücken schneller Eis bilden als auf anderen Streckenabschnitten. Aus diesem Grund ist ein langsameres Anfahren auf Brücken durchaus hilfreich.

 

  • Abstand verlängern: Darüber hinaus ist es auch sehr nützlich, den Abstand zum Vordermann im Straßenverkehr bei Nässe und Glatteis zu erhöhen. Allgemein wird eine Verdreifachung als ausreichend angesehen.

 

Hinweis: Häufig wird das Warmlaufen des Motors als hilfreich beschrieben. Leider ist dies jedoch mittlerweile verboten und wird nach §30 der Straßenverkehrsordnung verboten und wird mit einer Geldbuße von 10-20 Euro belegt.

Fazit

Der Herbst und vor allem der Winter ist für viele Autofahrer immer wieder eine echte Herausforderung. Die Bodenhaftung nimmt bei Nässe, Eis und Schnee ab und auch die Bremswege verlängern sich zum Teil stark. Wer jedoch sein Auto winterfest macht und wichtige Maßnahmen wie Winterreifen, Frostschutzmittel sowie vorausschauendes Fahren nicht vergisst, kann die eigene Sicherheit im Straßenverkehr auch im Winter größtenteils gewährleisten.

Weitere Infos:

  • „Tipps für sicheres Autofahren im Winter als Download: cosmosdirekt.de
  • „Artikel mit weiteren Infos für ein winterfestes Auto: financescout24.de
  • „Quiz, ob Sie fit fürs Autofahren im Winter sind: zeit.de

 

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