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Auch wenn der Preisverfall an den Tankstellen Autofahrer aktuell freut, empfiehlt der ADAC weiterhin preisbewusstes Verhalten.

Kraftstoffpreise sacken deutlich ab

Freude an der Zapfsäule: Mit dem Absturz des Rohölpreises auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren sind auch die Kraftstoffpreise erneut deutlich gesunken. Am XX. Januar lag der Preis für einen Liter Super E10 bei 1,215 Euro. Für einen Liter Diesel müssen Autofahrer inzwischen deutlich weniger als einen Euro zahlen, er kostete 0,972 Euro. Für einen Liter Super E 10 müssen Autofahrer derzeit 1,21 Euro bezahlen.

Der Verkehrsclub ADAC empfiehlt den Autofahrern trotzdem preisbewusstes Verhalten. Tanken sollten sie möglichst abends zwischen 18 und 20 Uhr, weil dann die Preise im Tagesverlauf bundesweit am niedrigsten sind. Zudem gibt es zwischen den verschiedenen Anbietern auch weiterhin immer wieder erhebliche Preisunterschiede, diese gilt es zu nutzen. So sorgen Autofahrer letztlich dafür, dass die Mechanismen des Wettbewerbs auch in der aktuellen Situation auf dem Kraftstoffmarkt greifen und die Preise niedrig bleiben.

Bleiben die Preise so günstig, kann ein durchschnittlicher Autofahrer in diesem Jahr mehr als 200 Euro bei den Benzinkosten einsparen. Viel mehr wird es aber nicht werden. Grund sind die hohen steuerlichen Abgaben. Je niedriger die Spritpreise werden, desto höher wird der prozentuale Anteil an Steuern. Dies liegt vor allem am preisunabhängigen Satz der Energiesteuer. Aufgrund dieser Fixkosten können die Kraftstoffpreise nur bis zu einem gewissen Punkt fallen.

Auf Benzin lastet eine Energiesteuer von 65,45 Cent je Liter, beim Diesel sind es 47,04 Cent. Dazu kommt jeweils die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die sowohl auf die Energiesteuer, als auch auf die eigentlichen Kraftstoffkosten erhoben wird. Die staatlichen Einnahmen aus der Energiesteuer betragen laut Experten rund 40 Milliarden Euro pro Jahr.

Bei einem Benzinpreis von 1,20 Euro je Liter entfallen 85 Cent oder 71 Prozent auf Steuern und Abgaben. Der Einkaufspreis macht 31 Cent oder 26 Prozent aus, der Rest sind Kosten und Gewinn. Der Einkaufspreis bezieht sich nicht direkt auf Rohöl, sondern auf das Endprodukt aus der Raffinerie, das einen eigenen Markt bildet. Sollte sich der Rohölpreis zum Beispiel nochmals halbieren, auf 14 Dollar je Barrel, so würden an der Tankstelle nur noch einige Cent ankommen.

So ganz genau lässt es sich nicht ausrechnen, aber ein Benzinpreis unterhalb von 1,10 Euro je Liter ist möglich, unter einem Euro eher nicht. Diesel kann bis auf 85 Cent je Liter sinken.
Wo sich Autofahrer freuen, hat es die Klimapolitik schwer. Auf fossile Brennstoffe zu setzen scheint wieder attraktiver. Wirtschaftlich lohne es sich für viele Konsumenten derzeit nicht in Elektromobilität zu investieren, erklären Experten. Umweltschützer befürchten eine Energiewende in die falsche Richtung.