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Heikosten

Unterschiedliche Heizsysteme im Eigenheim

In Zeiten des Niedrigzinses ist es sinnvoll, das Geld in den Bau eines Hauses zu investieren. Doch gerade beim Bau eines Eigenheims stellen sich viele Fragen hinsichtlich des Energieverbrauchs. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Heizung. Auch bei einer Umrüstung stellt sich für Eigenheimbesitzer diese Frage, denn lediglich 20 Prozent der Heizungen in Deutschland entsprechen tatsächlich dem aktuellen Stand. Gerade in Hinblick auf die erneuerbaren Energien offenbart sich hier großes Potential. Im Folgenden werden die verschiedenen Heizsysteme näher betrachtet:

• Nachtspeicherheizung • Pelletheizung
• Zentralheizung • Wärmepumpen
• Infrarotstrahler • Fernwärme
• Solarthermie • Gasheizung
• Ölheizung

Nachtspeicherheizung – Hohe Kosten und umweltschädlich

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1. Hintergrund: Diesem System eilt ein negativer Ruf voraus. Der Grund: Es verbraucht viel Strom, um zu heizen, was zum einen der Umwelt schaden und zum anderen viel Geld kosten kann. Früher, in den 1970er Jahren, unterlag diese Heizform noch einer staatlichen Förderung, da es eine sinnvolle Alternative zu den Kohleöfen darstellte.

2. Funktionsweise: Bei den Nachtspeicherheizungen wird die Wärme über Nacht in einem speziellen Wärmespeicher gesammelt, um im Winter sowohl tagsüber als auch am Abend die Räume zu heizen. Diese Form der Heizung fällt unter die Rubrik der Stromheizungen und kann zu hohen Nebenkosten führen, wenn der falsche Tarif gewählt wurde. Genutzt werden vorwiegend die Schwachlastzeiten, der sogenannte Nachtstrom, da in diesen Zeiten die Netze nicht ausgelastet sind.

3. Vor- und Nachteile: Ein Vorteil ist der schnelle Einbau der Heizung und die lange Lebensdauer. Heizungsrohre sowie ein Kamin für die Abgase sind ebenfalls nicht notwendig. Allerdings sind die Systeme sehr unflexibel. Wird also ein Raum durch die Sonneneinstrahlung bereits erwärmt, so heizt das System dennoch, schließlich wurde Wärme bereits in der Nacht zuvor erzeugt. Des Weiteren ist die Effizienz sehr niedrig und die CO2-Belastung spricht zusätzlich gegen dieses System.

Aufgrund dessen hat die Bundesregierung bereits vor einigen Jahren temporär die Nachtspeicherheizung verboten, bis die Maßnahme 2013 wieder revidiert wurde. Nichtsdestotrotz zeigt dies bereits, dass das System veraltet und nicht mehr gefragt ist.

Die Zentralheizung – Beliebte Variante in Deutschland

1. Hintergrund: Knapp 80 Prozent aller Wohnräume innerhalb der Bundesrepublik werden durch eine Zentralheizung betrieben. Dabei steht ein Ofen im Keller, der die einzelnen Bereiche im Haus versorgt. Am beliebtesten ist die Gas-Zentralheizung.

2. Funktionsweise: Betrieben wird dieses System durch Erdgas. Der Brennstoff ist allerdings fossil, also nur in begrenzter Form auf der Erde erhältlich. Durch unterirdische Transportrohre erreicht es die Haushalte. Rund 290.000 Kilometer Rohre verlaufen quer durch die Bundesrepublik. Dabei geht kaum etwas in die Atmosphäre verloren, weswegen dieses System als besonders umweltfreundlich einzustufen ist.

3. Vor- und Nachteile: Hervorzuheben ist die gute Energieausbeute, die problemlose Versorgung sowie die Tatsache, dass auch das Warmwasser auf diese Weise aufgeheizt werden kann. Zu den Nachteilen zählt die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus dem Ausland sowie das Gas als fossiler Brennstoff nur in begrenzter Form auf der Erde vorhanden ist.

Infrarotheizstrahler – eine mobile Variante

1. Hintergrund: In folgendem Beitrag werden die wichtigsten Fragen hinsichtlich der Infrarotstrahler genannt. Besonders für junge Eltern stellt diese Form der Wärmeerzeugung eine gute Möglichkeit dar, denn aufgrund der Flexibilität ist es möglich, dieses sowohl über dem Wickeltisch, beim Waschen des Babys oder auch im Bett zu verwenden.

2. Funktionsweise: Das System wird durch Strom betrieben, weswegen es empfehlenswert ist, hier einen neuen und effizienten Strahler zu verwenden. Besonders die neuen Exemplare haben daher eine Ersparnis von rund 30 Prozent gegenüber der mobilen Elektroheizung. Gefragte Einsatzorte dieser Systeme sind nicht nur Kinderzimmer, sondern auch der Garten oder die Industrie.

3. Vor- und Nachteile: Der größte Vorteil ist die schnelle Erzeugung von Wärme, denn sobald die Heizung angeschaltet wird, steigt die Temperatur im unmittelbaren Umfeld. Des Weiteren ist die Flexibilität hervorzuheben, denn die Systeme sind vielseitig einsetzbar. Sofern ein günstiger Stromtarif vorliegt, sind die Infrarotheizstrahler außerdem CO2-neutral. Nachteile gibt es ebenfalls. So ist die Wärme nur im direkten Umfeld der Strahler zu spüren. Das macht es schwierig, die Temperatur im Raum effektiv zu messen, sodass der Regler nach Gefühl einzustellen ist. Wie die Nachtspeicherheizung ist auch dies eine Stromheizung, die bei dauerhafter Nutzung hohe Kosten verursachen kann. Wichtig ist es daher, das System nur an ausgewählten Stellen zu verwenden, wie am Beispiel des Wickeltisches zu sehen ist.

Heizen mit Erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien

1. Hintergrund: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beschreibt unterschiedliche Systeme, die die erneuerbaren Energien verwenden. Dazu gehören unter anderem:

  • Solarthermie
    Jene Technik kann sowohl zur Erzeugung von Warmwasser als auch zum Heizen verwendet werden. Dabei ist diese nicht mit der Photovoltaik zu verwechseln, die zwar auch die Sonnenenergie nutzt, jedoch nicht zur direkten Erzeugung von Wärme, sondern von Strom.
  • Pelletheizung
    Späne, Sägemehl oder Holzpellets sind die gefragtesten Brennstoffe. Sie sind biologisch abbaubar und regenerativ. Allerdings wird diese Heizung in der Regel als Ergänzung zu einer normalen Anlage verwendet und separat im Raum aufgestellt. Die Pelletkaminöfen werden in Deutschland zunehmend beliebter, besonders aufgrund des Komforts und der angenehmen Strahlungswärme.
  • Wärmepumpen
    Hierbei wird sowohl der Außenluft sowie dem Grundwasser und dem Erdreich die Wärme entnommen, die mit Hilfe der Pumpe zum einen mobilisiert und zum anderen erhitzt wird.

2. Funktionsweise: Während bei der Solarthermie die Sonnenenergie in Form von Solarkollektoranlagen umgewandelt wird, ist bei der Pelletheizung eine Biomasseanlage von Nöten. Letzteres, die Wärmepumpen, nutzt die Temperatur unter der Erdoberfläche, die auch in der kalten Jahreszeit Hitze abgibt, um die Räume aufzuheizen.

3. Vor- und Nachteile: Die Systeme sind deutschlandweit auf dem Vormarsch, verfügen jedoch nicht nur über Vor- sondern auch über Nachteile. Zu einem positiven Aspekt gehört die Förderung durch den Staat. Auf dieser Webseite finden sich die Finanzierungsprogramme, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Verfügung stellt. Zu den Nachteilen zählen, trotz der Zuschüsse, dennoch die Kosten, die für den Erstbetrieb der Anlagen zu investieren sind. Nichtsdestotrotz amortisiert sich die Investition im Laufe der Zeit, denn im Anschluss erfolgt die Versorgung dezentral, sodass nur wenige zusätzliche Gebühren entstehen.

Fernwärme – Umweltfreundliche Variante

1. Hintergrund: Die Fernwärme gilt als ein moderner Energieträger, welchem jedoch häufig hohe Erwartungen vorausgehen. Auch hier geht es um die Nutzung von thermischer Wärme, welche durch gedämmte Rohrsysteme verteilt wird. Neben der Heizung ist zudem eine Warmwasseraufbereitung möglich.

2. Funktionsweise: In Form einer Kraft-Wärme-Kopplung, welche die zeitgleiche Erzeugung sowohl von Strom als auch von Hitze gewährleistet, wird die Wärme durch heißes Wasser transportiert und schließlich in die Wohnhäuser geleitet.

3. Vor- und Nachteile: Zu den Vorteilen gehört neben der Platzersparnis auch die Reduzierung der Wartungskosten. Darüber hinaus spricht die CO2-Bilanz dafür. Auch die Versorgung, die bei Öl- oder Holzheizungen anfällt, ist bei diesem System obsolet. Allerdings gibt es nicht nur Vorteile. Stattdessen kritisieren viele Experten, dass die Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung weiterhin mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, also vordergründig zwar eine Umweltfreundlichkeit suggeriert wird, diese jedoch nicht ganzheitlich vorliegt. Kurzfristige Anbieterwechsel entpuppen sich zusätzlich als ein Problem, denn dies ist ebenfalls bei der Fernwärme nur bedingt möglich. Ein dritter Kritikpunkt ist der Wirkungsgrad, denn aufgrund der langen Transportwege geht weiterhin ein Teil der Wärme verloren.

Gasheizung – fossiler Brennstoff versus ausgereifte Technik

1. Hintergrund: Diese Heizung wird mit einem Gas betrieben, das brennfähig ist. In der Regel handelt es sich dabei um Erdgas, wobei auch Propan- und Butangemische durchaus Anwendung finden.

2. Funktionsweise: Zur Erhitzung des Brennstoffs ist ein Heizkessel von Nöten. Durch einen Überdruck in der Leitung kann das Gas in den Brenner gelangen, wo es schließlich durch Verbrennung Wärme erzeugt. Diese erhitzt im Anschluss das Heizungswasser, welches dann durch die Leitungen strömt.

3. Vor- und Nachteile: Ein Grund, der viele Immobilienbauer dazu verleitet, eine Gasheizung zu verwenden, ist die Technik. Diese wird seit Jahren genutzt, hat sich bewährt und verfügt über einen guten Wirkungsgrad. Zudem ist die Verbrennung umweltfreundlich, sodass weniger Schadstoffe entstehen, als dies bei einer vergleichbaren Ölheizung der Fall ist. Platzersparnis ist ein weiteres positives Merkmal dieser Heizung, denn ein großer Tank ist nicht notwendig. Zu den negativen Gesichtspunkten zählen unter anderem die Notwendigkeit eines Gasanschlusses und die Tatsache, dass es sich auch hier um einen fossilen Brennstoff handelt, der nicht in unendlicher Form auf der Erde vorhanden ist.

Ölheizung – Oberbegriff für unterschiedliche Varianten

1. Hintergrund: Bei dieser Variante handelt es sich um die Verbrennung von Öl, das in großen Tanks im Heizungskeller gelagert wird. Allerdings sind die deutschen Umsatzmengen an Öl für den privaten Verbrauch rückläufig, was zeigt, dass viele Haushalte inzwischen auf umweltfreundlichere Alternativen umgestiegen sind.

2. Die Funktionsweise: Es wird unterschieden zwischen den Heizungen, die mit Hilfsenergie betrieben werden, und jenen, die ohne Hilfsenergie funktionieren. Während bei der ersten Variante das Öl durch elektrische Energie vorgewärmt wird, ist dies bei der anderen Form nicht der Fall. Der Brennwertkessel, der heutzutage Anwendung findet, verwendet darüber hinaus die thermische Energie, um den Brennstoff bestmöglich auszunutzen. Wichtig ist jedoch zu erwärmen, dass nicht das Öl durch die Leitungen fließt, sondern dieses lediglich genutzt wird, um das Heizungswasser zu erhitzen, welches wiederum für die Temperatur in den Räumlichkeiten sorgt.

Ölpumpe

3. Vor- und Nachteile: Ein aktueller Vorteil sind die niedrigen Ölpreise, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Diese ermöglichen im Moment einen kostengünstigen Betrieb. Allerdings ist hervorzuheben, dass der Kurs weiterhin Schwankungen unterliegen. Des Weiteren handelt es sich auch hier um fossile Brennstoffe, mit denen sparsam umzugehen ist. In einigen Ländern ist der Einbau dieser Heizungen bereits verboten, zum einen, da umweltfreundlichere Varianten existieren und zu anderen aufgrund der unberechenbaren Preisentwicklungen.

Bildquellen:
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2. Pixabay © drpepperscott230 (CC0 1.0)