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Die Digitalisierung der Bau- und Sanitärtechnik – Unterstützende Programme und mobile Geräte

Der Verband Deutscher Ingenieure treibt seit einigen Jahren ein neues Modell voran, das für die Baubranche von großer Bedeutung werden kann: Das Building Information Modeling, BIM. Dieses digitale Modell soll dabei helfen, komplexe Projekte anschaulich wiederzugeben und alle relevanten Daten preiszugeben, wie Baupläne, Konstruktionen, aber auch Bewirtschaftung und Nutzen des Bauwerkes. Weitere digital aufbereitete Informationen können Termine zur Erstellung, Kostenfaktoren und Qualitätsstandards sein, die für einen reibungslosen Ablauf der Konstruktion sorgen sollen.

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Der Koordinierungskreis „Building Information Modeling“ des Vereins Deutscher Ingenieure entwickelt vor allem für Großprojekte neue Ideen für die Erfassung der Daten und die Methoden der Bauoptimierung.

Die Digitalisierung von Bauplänen, Abläufe von Installationsvorgängen oder das Einsetzen mobiler Geräte auf Baustellen verhilft der Branche zu immer neuen Möglichkeiten, ihre Betriebe zu schulen und die Vernetzung voranzutreiben. Laut dem Statistischen Bundesamt stellt jedes dritte Unternehmen in Deutschland den Beschäftigten tragbare Geräte mit mobiler Internetverbindung zur Verfügung, um die Flexibilität der Mitarbeiter zu stärken und die Verbindungen zu intensivieren.

Die Bedeutung von Smartphones und Tablets für Haustechnik und Installation

 

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Seit der Revolution der mobilen Geräte sind Tablets und Smartphones aus keinem Lebensbereich mehr wegzudenken. Durch die ständige Erweiterung der fachlichen Kompetenzen und den gestiegenen Anforderungen an Komfort, Sparsamkeit, Umweltbewusstsein und technischen Erneuerungen innerhalb der Haustechnik und Installation, kann der Einsatz von mobilen Geräten bei der Arbeit und dem Verständnis für die Vorgänge helfen. Dazu kommen die Erweiterungen für den Endverbraucher, der vor allem in den Smart Homes mit Hilfe von Smartphones oder Tablets seine Einstellungen kontrollieren und selbst einrichten kann, ohne das Fachwissen für die technischen Vorgänge besitzen zu müssen. Meist trägt das Tablet eine eigene

 

 

Software, die beispielsweise dabei hilft, die Heizung zu regulieren und je nach Bedarf und Personenanzahl einzustellen, so dass beim Verlassen des Hauses energiesparend gewirtschaftet wird. Über Apps sind weitere Funktionen separat einstellbar. In folgendem Video sind die aktuellen Trends für Smart Homes auf der letzten CeBIT vorgestellt:
Für die Installation von sanitären Anlagen, elektrischen Leitungen oder der Einrichtung von Photovoltaikanlagen stellen Smartphones und Tablets zusätzliche Helfer dar, die beispielsweise die Schaltpläne der Leitungen als PDF oder sogar als Programm wiedergeben. Hilfreich ist dies beispielsweise bei der Einrichtung der Bussysteme, da die getrennten Leitungen im gesamten Haus individuell gesteuert und programmiert werden können. Diese trennen Energie und Informationen voneinander und verwenden beispielsweise Sensoren, die für viele Einsätze in Frage kommen, wie das gleichzeitige Ein- und Ausschalten von Lampen oder das Hoch- und Runterfahren der Jalousien. Der Vorteil liegt darin, dass bei Änderungen in der Raumaufteilung oder Erweiterungen der Geräte keine neuen Leitungen gelegt werden müssen, sondern die Sensoren und Leitungen nur umprogrammiert werden. Außerdem ist so eine Steuerung von außerhalb über mobile Geräte problemlos möglich. Folgende Systeme sind am weitesten verbreitet:

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Dadurch sind nahezu alle Elemente eines Hauses steuer- und programmierbar und über das Tablet oder Smartphone zu bedienen. Dies geschieht über das hausinterne WLAN oder 3G/4G und einer eigenen Software auf dem Tablet oder dem Smartphone. Der Energiebedarf des Hauses reduziert sich durch die Maßnahmen entscheidend und viele weitere Geräte und Erweiterungen lassen sich dadurch im Smart Home nach und nach realisieren.

Tablets und Smartphones im Einsatz von Technikern, Installateuren und die Digitalisierung der Daten

Wer als Handwerker auf einer Baustelle arbeitet oder Installationen vornimmt, muss sich mit der Bauleitung absprechen und die Wünsche der Kunden berücksichtigen. Nicht immer sind alle Optionen ausgeschöpft und manchmal prallen Realität und Kundenvorstellungen aufeinander. Mit Hilfe von Smartphones und Tablets können die Handwerker anschaulich zeigen, wie der Bau, die Reparatur oder die Veränderung an Haus und Gebäude vorgenommen werden sollen, zum Beispiel anhand der Baupläne als PDF oder Entwürfe und Skizzen in Grafiken. Hager.de beschreibt die Möglichkeiten, die sich mit mobilen Geräten bereits bei der Planung offenbaren. Per Drag and Drop können Elemente zugewiesen werden. Notizen und Hinweise hinsichtlich der Planung sind ebenfalls möglich. Des Weiteren erlaubt die Technik mittlerweile eine unmittelbare Berechnung des Energieeffizienz, der Sicherheit sowie des Komforts. Je nach Objekt ändert sich diese Eigenschaften anschaulich und helfen Bauherr sowie Handwerker und Berater bei der bestmöglichen Zusammenstellung der Immobilie.

Die Digitalisierung der Bautechnik hilft ebenfalls dabei, Baumaterialien übersichtlich aufzulisten, um beteiligte Firmen und Handwerker die exakten Vorgaben senden zu können, als E-Mail, als Nachricht oder zur Veranschaulichung auf dem Tablet. Die Anzahl der Baustoffe und ihre Verwendungen sind in den letzten Jahrzehnten weiter angestiegen, so dass eine gute Übersicht für den angemessenen Einsatz und die richtigen Zusammensetzungen notwendig geworden sind. Besonders bei der Schadstoffbelastung und den neuen Vorgaben und Richtlinien für energetisches und nachhaltiges Bauen ist eine Auflistung der möglichen Baumaterialien hilfreich und sinnvoll. Vor allem bei dem Abriss alter Gebäude oder der Sanierung können die Schadstoffe vorkommen und über die mobilen Geräte sind die kritischen Bereiche beispielweise auf den Planskizzen und Bauplänen festzuhalten und an die Handwerker und beteiligten Firmen weiterzugeben. Die besonderen Schutzmaßnahmen sind dafür explizit aufzuführen, um die arbeitenden Kräfte vor den Folgeschäden zu schützen.

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Neben den Baustoffen kann die Digitalisierung der Daten zu weiteren Einsatzmöglichkeiten führen. So sind die zahlreichen Informationen, die für die neue Projekte und Bauvorhaben notwendig sind oft sehr kompakt und bei der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern, Bauträgern oder Handwerkerfirmen ist es ratsam, die relevanten Daten öffentlich bekannt zu geben. Ausführliche Ausschreibungen sorgen dafür, dass die verbindlichen Angebote der Interessenten und Firmen genau auf die Projekte passen und keine allzu großen Verzögerungen entstehen. Mittlerweile gibt es neue Methoden, diese Ausschreibungen mit den notwendigen Angaben zu versehen, wie beispielsweise über Programme und Webseiten, welche die notwendigen Geräte und Baustoffe auflisten und in einer externen Datei wiedergeben, wie eine PDF oder eine HTML-Datei. Diese Daten sind als Exportdateien in unterschiedlichen Formaten herunterzuladen und können weiter bearbeitet werden. So entgeht Auftraggebern und Auftragnehmern kein wichtiges Detail der Ausschreibung.

Die Zukunft der Digitalisierung

Nicht nur die Bausubstanzen, Pläne und Abläufe sind über das Tablet gut darzustellen, auch bei Notfällen lassen sich durch die digitale Ansicht des Gebäudes durch Pläne und Skizzen vor Ort direkt die Problemstellen erkennen oder Fluchtwege verbessern und an alle Beteiligten weiterleiten. Dazu kommt, dass innerhalb der vernetzten Gebäude auch die sanitären Anlagen Zusatzelemente erhalten können, wie die Integration von Soundsystemen in das Badezimmer, das entweder über ein Smartphone oder Tablet zu steuern ist oder direkt in die Wand eingebaut wird. Mit dem Tablet lässt sich per Knopfdruck das Wasser der Badewanne auf die gewünschte Temperatur bringen und die Heizung entsprechend regulieren. Die Software gibt Signale, wenn das Bad fertig vorbereitet ist und erhöht dadurch den Wohnkomfort.

Die Digitalisierung hat eine große Menge an Daten hervorgebracht, die zu verarbeiten und zu analysieren sind, doch mit der passenden Software und der eigenen Vernetzung können die Daten überall eingesetzt werden. Die Tablets und Smartphones der Zukunft werden Bau, Sanierung und Verarbeitung weiter begleiten und noch weitere Funktionen zur Hilfe und Übersicht übernehmen. Das zukunftsInstitut sinniert bereits jetzt über die Smart Cities der kommenden Jahrzehnte.

 

Bildquellen:

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